Deftig als Eintopf oder schmackhafte Suppe, die ideale Grundlage beim Feiern
Bohnen, Linsen und Erbsen machen Narren schön satt

Hülsenfrüchte schmecken und sind zudem sehr gesund.
  • Hülsenfrüchte schmecken und sind zudem sehr gesund.
  • Foto: Monika Schröder/pixabay.com
  • hochgeladen von Christina Großheim

Ortenau (mn). Bohnen, Linsen oder Erbsen – unter dem Jahr einfach nur als Suppe oder Eintopf gehandelt – erfahren diese Hülsenfrüchte in der fünften Jahreszeit, der Fasent, wahren Kultstatus. Als Narrensuppe gehört ihr Genuss landauf, landab ganz klar für das Narrenvolk und viele Zünfte zur närrischen Hochzeit.

So zieht es als Hemdglunker verkleidet am Schmutzigen ganze Heerscharen zur alljährlichen Fasentdaifi an den Narrenbrunnen nach Offenburg. Zur Feier des Tages verteilt die Ranzengarde dort ihre beliebte Bohnensuppe an die Taufgemeinde. Pünktlich um 9.01 Uhr stürmen hingegen die Langhurster Mohren am Schmutzigen Donnerstag die Grundschule im Dorf und "befreien" die Schüler aus der Schule. Anschließend fahren sie mit ihren mobilen Küchen durch den Ort und verkaufen ihre selbstgemachte Mohrensuppe also Erbsensuppe.

Närrische Leibspeise

Buhnesupp steht am Fasentmontag bei der Narrenzunft Umbeisen und Hexen Ohlsbach auf dem Programm und bildet den Auftakt und eine gute Grundlage zum Schnurre und Schnaige in den Wirtschaften bis tief in die Nacht. In Sundheim bereiten die Hexen am Rosenmontag ihren Hexenfraß zu. Wer den klassischen Erbseneintopf mit Wienerle kosten will, muss sich beeilen. In der Regel ist er schon kurz nach der Mittagsstunde ausverkauft. Und ganz egal ob Bohnen-, Linsen- oder Erbsensuppe, deftig muss sie sein, die Narrensuppe. Bildet sie doch die sättigende Grundlage für ausgelassene närrische Stunden.

Abseits der fünften Jahreszeit galten Linsensuppe, Bohnen- oder Erbseneintopf einst als Arme-Leute-Essen. Heute zählen Hülsenfrüchte wieder als "cool", die Vereinten Nationen hatten 2016 sogar zum Jahr der Hülsenfrüchte deklariert. In Supermärkten und Bioläden gibt es Linsen, Erbsen und Bohnen mittlerweile in vielen verschiedenen Sorten, frisch, getrocknet, gefroren oder in Glas und Dose. In ihnen stecken neben Eiweiß auch noch eine ganze Menge anderer Nährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Bemerkenswert ist auch der hohe Ballaststoffanteil.

Genug Zeit geben

Aufmerksamkeit sollte man getrockneten Hülsenfrüchten hinsichtlich der richtigen Zubereitung schenken. So müssen diese zum Beispiel ausreichend eingeweicht und/oder gekocht werden, um verträglich zu werden. Bei roten Linsen sind in der Regel 20 Minuten Garzeit ausreichend, Kichererbsen sollten hingegen mindestens zwölf Stunden eingeweicht werden, bevor sie noch zusätzlich gekocht oder frittiert werden. Damit die Hülsenfrüchte beim Kochen optimal aufquellen, sollten sie ohne Salz bei milder Hitze gegart werden. Das Einweich- und Kochwasser sollte vor dem Verzehr abgegossen und die Hülsenfrüchte durchgespült werden. So gehen bereits gelöste blähende Stoffe verloren. Für eine bessere Verträglichkeit können auch Gewürze wie Kümmel, Majoran oder Anis sorgen.

In getrockneter Form eignen sich Hülsenfrüchte gut in der Vorratshaltung, denn so sind diese jahrelang haltbar. Sie werden am besten in der Originalverpackung oder in einem gut verschlossenen Behälter an einem kühlen, trocknen und lichtgeschützten Ort aufbewahrt. Ganze, ungeschälte Samen sind ohne Qualitätseinbußen ein Jahr und länger haltbar. Geschälte Hülsenfrüchte halten sich nur etwa sechs Monate. Zu lange und zu warm gelagerte Hülsenfrüchte verlieren ihre Farbe und werden runzlig, was wiederum ihre Kochzeit verlängert.

Hülsenfrüchte quellen auf

Mit Ausnahme von Linsen, geschälten Erbsen und einigen kleinen Bohnenarten müssen getrocknete Hülsenfrüchte vor der Zubereitung in der dreifachen Menge an Wasser eingeweicht werden. So können sie die Feuchtigkeit, die sie beim Trocknen verloren haben, wieder aufnehmen. Hierdurch verkürzt sich die Garzeit und die Hülsenfrüchte sind besser verträglich. Da die Trockenprodukte beim Einweichen und Kochen ihr Volumen verdoppeln bis verdreifachen, sollte man einen großen Topf wählen. Wenn's mal schnell gehen soll, kann die Einweichzeit verkürzt werden. Hierzu die Hülsenfrüchte mit dem Wasser zwei Minuten aufkochen und dann etwa eine Stunde stehen lassen.

Außer das Hülsenfrüchte schmackhaft, vielseitig verwendbar und gesund sind, haben diese auch in Sachen Nachhaltigkeit einiges zu bieten: Während des Wachstums binden die Pflanzen den benötigten Stickstoff aus der Luft. Folglich muss weniger gedüngt werden. Zudem erhöhen sie die Bodenfruchtbarkeit und unterstützen die Humusbildung.
Linsen und Erbsen wurden im Vorderen Orient und in Griechenland bereits in der Altsteinzeit gesammelt. Mit dem Beginn des Ackerbaus und parallel zum Anbau von Getreide wurden auch Hülsenfrüchte in Kultur genommen. Der Anbau von Erbsen ist ab etwa 8000 vor Christus belegt. Die meisten Hülsenfrüchte haben ihren Ursprung in Ländern des mittleren Ostens, Mittel- und Südamerika, Afrika und in Asien, vor allem in China. Vermutlich wegen ihrer höheren Temperaturansprüche haben sie in Europa nie große Bedeutung erlangt.

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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