Genießen wie in Bella Italia
Kulinarische Reise durch die italienische Küche

Vitello Tonnato ist ein typischer Antipasto, der im Piemont serviert wird. 
Vitello Tonnato ist ein typischer Antipasto, der im Piemont serviert wird.  (Foto: Frank Georg/pixabay.com)

Ortenau (gro). Italien bietet eine Vielzahl von Regionalküchen, die alle ihre typischen Gerichte und Spezialitäten vorzuweisen haben. Das Land hat unterschiedliche klimatische und geografische Verhältnisse und so wird im Norden völlig anders gekocht als im Süden. Denn was die Fans der italienischen Küche leicht aus den Augen verlieren: Tirol und die Alpenregion zählen genauso dazu wie die sonnenverwöhnten Inseln im Süden. 

Eines eint alle Italiener in Sachen Essen und Trinken – die Menüfolge. Ob im Restaurant oder privat, ob Mittag- oder Abendessen, es gibt zwei Gänge. Der erste (Primo piatto) besteht aus Pasta- oder Gnocchi-Gerichten, je nach Region wird auch Risotto serviert. Der zweite Gang (Secondo piatto) widmet sich ganz dem Fisch oder Fleisch, aber auch Frittiertes oder Gebratenes fallen darunter. Typisch ist, dass der zweite Gang ohne Sättigungsbeilage serviert wird. Wird üppiger gegessen, dann wählen Italiener unter verschiedenen Vorspeisen (Antipasti) aus. Der Nachtisch (Dolce) kann aus einem Stück Obst, aber auch aus einer Süßspeise bestehen. 

Im Nordosten Italiens liegt das Friaul, hier wird eine einfache Küche bevorzugt. Polenta spielt eine große Rolle. Aus den hier gezüchteten Schweinen wird Wurst und Speck (Pancetta) gemacht. Der berühmte San-Daniele-Schinken stammt aus dieser Region. Das benachbarte Venetien bietet große Vielfalt: Reis, Gemüse und Polenta sind hier sehr beliebt. Während in der Lagune um Venedig Fisch- und Meeresfrüchte die Nase vorn haben, werden auf dem Festland bodenständige Fleischgerichte bevorzugt. Berühmte Weine  sind Valdobbiadene, Bardolino, Valpolicella und Breganze. 

Nördlich schließt die Region Trentino-Südtirol an. In Reichweite der Alpen wird Käse hergestellt, der auch in der Küche eingesetzt wird. Berühmt sind die Trentiner Wurstwaren wie Carne Salada. In Südtirol werden einfache Gerichte bevorzugt. Die Weine werden international geschätzt, angebaut werden Merlot, Cabernet, Burgunder und Chardonnay. 

Aus der Lombardei kommen die berühmten Käse Gorgonzola, Mascarpone, Grana und Belpaese. Risotto milanese ist die berühmteste Form des Reisgerichts. Auch Amarettini, die Bittermandelkekse aus Saronno, und Torrone, der Mandelkuchen aus Cremona, sind über Italiens Grenzen hinweg bekannt. Beliebtester Wein der Region ist der Barbera. 

Aus dem benachbarten Piemont stammt der berühmte weiße Alba-Trüffel. Auf der Speisenkarte stehen außerdem Rotweinbraten, Wildhase oder Fondue. Wer es süß liebt, kommt auf seine Kosten: In Turin wird Gianduiotti mit Haselnüssen, in Alba der weiße Nougat (Torrone) und in Novi die Amaretti produziert. Einige der vorzüglichsten Weine Italiens werden im Piemont angebaut: Barolo, Barbaresco, Barbera, Nebbiolo oder Dolcetto. Kulinarische Leckerbissen des selbstständigen Aostatals sind Wurst, Schinken und Käse.

Wer an Ligurien an der Grenze nach Frankreich denkt, dem fallen sofort Spezialitäten wie Pesto und die dazu passenden Trenette ein. Fleisch- und Fischgerichte sind gleichermaßen beliebt. Reich gedeckt ist der Tisch in der Emilia-Romagna mit Fisch- und Fleischgerichten. Die bekanntesten Erzeugnisse sind Parmaschinken sowie Parmesan, aber auch Mortadella. 
Zum Zentrum des Landes zählen die Toskana, Umbrien, die Marken und das Latium. Brot, Hülsenfrüchte und Gemüse prägen die toskanische Küche, die erstaunlich rustikal ist. Von hier stammen Chianti,  Montepulciano sowie Brunello.

Umbrien ist bekannt für seine Salami, den Schinken und andere Wurstwaren. Es findet sich aber ebenso Trüffel und es wird ausgezeichnetes Olivenöl produziert. Fisch spielt an der Küste der Marken eine große Rolle. Im Landesinneren werden eher Lamm und Schwein bevorzugt. Tagliatelle und Strozzapreti sind die bevorzugten Pastasorten. Gemüse wie Zucchini, Auberginen, Tomaten oder Artischocken werden in der Region erzeugt und in der Küche verwendet. 

Die für uns typischen italienischen Pastagerichte wie Gnocchi und Spaghetti Amatriciana oder Carbonara kommen aus dem Latium rund um Rom. In den Trattorien werden gerne Fleischgerichte serviert.

Pizza und Tomaten, aber auch Pasta sind die Nummer eins im Süden des Landes, zu dem Kampanien, Basilikata, Abruzzen, Molise, Apulien und Kalabrien zählen. Es ist eine einfache bäuerliche Küche, die dennoch wahren Hochgenuss verspricht. 

Fisch, Fisch und nochmals Fisch zeichnet die Küche Siziliens aus. Hinzu kommen Produkte wie Tomaten, Oliven, Auberginen oder Kapern, die hier gedeihen. Die Küche Sardiniens ist eigenständig, wenn auch verwandt mit der italienischen. Berühmt ist der sardische Pecorino, der mit Maden befallen als Delikatesse gilt.

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