Zahl der Übergewichtigen steigt kontinuierlich
Epidemische Ausmaße

Weltweit gibt es immer mehr Übergewichtige.
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Ortenau (mak). Die Häufigkeit der Adipositas hat sich in den vergangenen beiden Jahrzehnten verdreifacht und mittlerweile epidemische Ausmaße erreicht. Das schrieb die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits im Jahr 2006 in ihrer Studie "Die Herausforderung Adipositas und Strategien zu ihrer Bekämpfung in der Europäischen Region der WHO".
"Die Zahl der Übergewichtigen und Adipösen hat sich zumindest in den vergangenen 18 Jahren weltweit kontinuierlich erhöht", sagt Dr. Bernhard Hügel, Leiter des Adipositas-Zentrums und Chefarzt der Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie am Ortenau Klinikum Offenburg. Und die Erfahrung zeige, dass dieser Trend fortbesteht und zwar weltweit.
Als übergewichtig gelten laut WHO Erwachsene mit einem Körpermassindex (BMI) von mehr als 25. Von Adipositas spricht man ab einem BMI von mehr als 30.

Auch Kinder betroffen

Aber auch Kinder sind von diesem Trend betroffen. "Die Zahlen unserer Einschulungsuntersuchungen zeigen, dass in den vergangenen Jahren der Prozentsatz der übergewichtigen und adipösen Kinder zwischen vier und fünf Jahren zwischen acht und neun Prozent liegt", erklärt Evelyn Bressau, Leiterin des Gesundheitsamtes im Ortenaukreis. Die Adipositas betreffe derzeit zwar noch vermehrt Erwachsene, "ist im Bereich der derzeitigen Jugendlichen aber zunehmend und deshalb besonders relevant. Die übergewichtigen Jugendlichen von heute sind die Adipösen von morgen", so Hügel. Diesen Trend kann auch die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) bestätigen. "Laut KKH-Versichertendaten nahm die Zahl der Kinder bis 17 Jahre, die unter extremem Übergewicht leiden, zwischen 2008 und 2018 bundesweit um 30 Prozent zu", so Maren Teichmann.

Ursachen vielschichtig

Die Ursachen der Adipositas sind vielschichtig. "Eine der Grundvoraussetzungen ist eine multigenetische Veranlagung. Dazu kommen eine zu hohe Kalorienzufuhr, meist bereits im Kleinkindalter, sowie ein auch durch das zunehmende Übergewicht bedingter Bewegungsmangel. Ein Teufelskreis", erklärt Hügel. Wenn dann eine bestimmte Gewichtsmarge überschritten sei, meist ein BMI zwischen 35 und 40, sorge eine hierdurch ausgelöste Fehlregulation der Magen-Darm-Hormone dafür, dass möglichst jede ungenutzte Kalorie als Fettspeicher abgelagert werde, selbst wenn eine Diät durchgeführt und gefastet würde, so der Mediziner weiter. Die Folgen von Adipositas sind mitunter dramatisch. Typisch sind Bluthochdruck, Diabetes, Schlafapnoe sowie Rücken- und Gelenkbeschwerden. Zusätzlich seien bereits seit Längerem Schäden der Gefäße bekannt sowie Schäden an Leber und Nieren, so Hügel. Auch erhöhe sich das Risiko, an Demenz zu erkranken.

Hilfsangebote

"Es gibt verschiedene Hilfsangebote für Menschen mit Adipositas, aus denen unsere Versicherten wählen können", erklärt Teichmann. Von der normalen Ernährungsberatung bis hin zu multimodalen Programmen, bei denen neben Ernährungsberatungen auch Bewegungs- und Verhaltenstherapien enthalten sind, die von der KKH gefördert würden.
Wenn nur noch eine Operation Abhilfe schaffen kann, muss hierfür eine medizinische Indikation vorliegen, die ab einem BMI von 35 gegeben ist, "wenn Begleiterkrankungen der Atmung, der Leber, der Niere, des Stoffwechsels oder des Blutdrucks vorliegen", so Hügel.
Über die Leistungsgewährung seitens der Krankenkasse entscheide der Einzelfall, so Maren Teichmann abschließend.

Autor:

Matthias Kerber aus Offenburg

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