Kommunalwahlen
Für eine Kandidatur ist auch Mut erforderlich

Hinter diesen Fenstern tagt der Hausacher Rat.
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Mittlerer Schwarzwald (cao). Mit den Kommunalwahlen in Baden-Württemberg am 26. Mai werden auch die Ratstische neu besetzt. Bis dahin sind die Ortsvereine rege, um geeignete Kandidaten zu finden. Einige nominierten sie bereits, andere sind in den letzten Zügen.
"Wir bekommen unsere Liste voll", ist Stefan Armbruster, Fraktionssprecher der Freien Wähler im aktuellen Hausacher Gemeinderat, zuversichtlich. Mehr als 70 mögliche Kandidaten seien für die Liste mit 18 Plätzen angesprochen worden, gerade mal zwei Personen seien von sich aus gekommen. Armbruster sieht als Gründe für Absagen vor allem die große, zeitliche Herausforderung.

Haslacher Bündnis 90/Die Grünen

Das Haslacher Bündnis 90/Die Grünen wartet schon seit Mitte Februar mit einer vollen Liste auf. "Wir haben im Laufe des vergangenen Jahres gezielt Bürgerinnen und Bürger angesprochen, die wir unseren Zielen gegenüber offen einschätzen. Das funktioniert nicht über Whatsapp oder Facebook. Bisweilen waren mehrere Besuche notwendig, um zu überzeugen", so Fraktionssprecher Martin Schaeffer vom aktuellen Gemeinderat des Bündnis 90/Die Grünen. Im Rückblick auf seine inzwischen sechs Kommunalwahlkämpfe sagt er, dass jedes mal harte Überzeugungsarbeit und sehr viel Zeitaufwand nötig waren: "Diesmal ging es erheblich reibungsloser und schneller, zumeist war eine große Aufgeschlossenheit festzustellen."

Hornberger SPD

Von 40 persönlich angesprochenen, möglichen Kandidaten stellen sich 14 bei der Hornberger SPD für den Gemeinderat zur Verfügung. Genauso viele wie es Sitze gibt. "Interesse ist immer da, vielen fällt es aber letztendlich schwer, sich zur Verfügung zu stellen", erklärt der derzeitige SPD-Fraktionssprecher Rolf Hess. Oft würden Personen angesprochen, die anderweitig stark engagiert sind oder "sie trauen es sich nicht zu".

CDU Wolfach

Die Parteien und Wählergruppierungen im derzeitigen Wolfacher Gemeinderat einigten sich darauf, maximal zwölf Personen aufzustellen, obwohl 18 Plätze zu vergeben sind. "Die CDU hat bei dieser Wahl sehr, sehr viele Personen zumeist mehrfach angesprochen", blickt die Vorsitzende des CDU-Stadtverbands Kordula Kovac auf die vergangenen Wochen. "2019 war es zäher, Kandidaten zu finden. Es gab aber auch manche, die sagten: 'jetzt ganz besonders'." Erst nach dem CDU-Bundesparteitag sei Bewegung in die Liste gekommen. Aktuell seien zehn Personen mit der Option nominiert, am 25. März nochmals nachzunominieren zu können.

FDP Oberes Kinzigtal-Gutachtal

Zwar sitzen nur zwölf Gutacher am Ratstisch, doch die Fraktionen einigten sich schon vor Jahren, dass nur acht je Liste aufgestellt werden. "Es ist ohnehin schwierig in so einer kleinen Gemeinde acht Kandidaten zu finden", so Hans-Jürgen Schneider, Fraktionssprecher und Vorsitzender des FDP Ortsverbandes Oberes Kinzigtal-Gutachtal. Das mache derzeit bei vier Bewerberlisten insgesamt 32 Personen aus. Etwa 50 seien persönlich angesprochen worden, seit ein paar Tagen sei die FDP-Liste komplett. Schwer sei es schon immer gewesen, zur Kandidatur bereite Personen zu finden. Und da könne er wahrscheinlich für alle Parteien und Vereinigungen aus den umliegenden Gemeinden sprechen: "Vielleicht liegt es an der allgemeinen Poltikverdrossenheit?" Gründe wie: "Kann ich das überhaupt?", Zeit, Familie und Beruf, ebenso die "Angst" tatsächlich gewählt zu werden und dann "antreten" zu müssen, aber auch Bedenken, bei der Wahl mit nur "wenig" Stimmen abzuschneiden, könnten eine Rolle spielen: "Für eine Kandidatur ist, wie man es auch immer betrachten will, Mut erforderlich."

Autor:

Anne-Marie Glaser aus Offenburg

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