Buch von Gerhard Friedrich und Andrea Bordihn
"Komm, lass uns Fröbel neu entdecken"

Weben nach Fröbel – die Kinder in der Ottenheimer Kita nutzten den Zaun dafür.
  • Weben nach Fröbel – die Kinder in der Ottenheimer Kita nutzten den Zaun dafür.
  • Foto: Gerhard Friedrich
  • hochgeladen von Anne-Marie Glaser

Lahr/Schwanau (ds). Wer sich nicht von Berufs wegen mit Erziehungswissenschaft beschäftigt, dem dürfte Friedrich Wilhelm August Fröbel trotz der 2013 in Thüringen ausgerufenen Fröbel-Dekade wohl eher unbekannt sein. Seine Verdienste jedoch kennt fast jeder, schließlich tragen Kindergärten auch heute noch, über 160 Jahre nach seinem Tod, deutliche Spuren seiner Lehre. So war es der thüringische Pädagoge, der 1840 in Bad Blankenburg weltweit den allerersten Kindergarten eröffnete und das Spiel als typisch kindliche Lebensform und dessen Bildungswert propagierte.

"Erfinder" des Kindergartens

"Er war außerdem der Erste, der Spielzeug für Kinder industriell fertigen ließ und er gründete die erste Schule für angehende Erzieherinnen“, ergänzt der Lahrer Gerhard Friedrich, der zusammen mit der Leiterin der katholischen Kindertagesstätte St. Elisabeth in Schwanau-Ottenheim, Andrea Bordihn, das Buch "Komm, lass uns Fröbel neu entdecken" geschrieben hat. Am 28. Januar erscheint das Aktionsbuch im Freiburger Herder Verlag, das außerdem Einblick in das Werk, das Leben und das Wirken des "Erfinders" des Kindergartens geben soll.


Spielgaben

"Ich bin vor eineinhalb Jahren im Rahmen einer Wanderung auf das Friedrich-Fröbel-Museum in Bad Blankenburg gestoßen und war völlig begeistert", erzählt der habilitierte Erziehungswissenschaftler Gerhard Friedrich, aus dessen Feder bereits viele weitere Pädagogik-Bücher stammen. Seine gleich nach der Wanderreise entwickelte Idee: die Lehre Fröbels ins 21. Jahrhundert zu "übersetzen". In Andrea Bordihn fand er die ideale Mitstreiterin, die sowohl ihre Kindergarteneltern als auch ihr Team schnell für das Projekt begeistern konnte. Denn schließlich sollten die Ottenheimer Kinder quasi als "Versuchskaninchen" fungieren und sich mit Fröbels sogenannten Spielgaben auch im Original beschäftigen.

Reduzierung auf Weniges

So bauten die Kinder beispielsweise aus Holzstäbchen und Kichererbsen verschiedene geometrische Figuren, legten einen Hochgarten an, lernten weben und falten, arbeiteten mit Prickelnadeln und vielem mehr. Herausgekommen sind nicht nur ganz tolle Bilder für das Buch, sondern vor allem die Erkenntnis, dass man auch heute noch viel von Friedrich Fröbel lernen kann. "Die Kinder hatten jede Menge Spaß mit seinen Ideen und wir haben gesehen, dass die Fröbelsche Reduzierung auf Weniges auch heute noch Bestand hat", so Gerhard Friedrich.

Praxisorientiert

"Komm, lass uns Fröbel neu entdecken" ist stark praxisorientiert. Während Gerhard Friedrich für die wissenschaftliche Betreuung und die Formulierungen zuständig war, war Andrea Bordihn mit dem praktischen Teil betraut. "Das Buch enthält 70 Prozent Praxis und 30 Prozent Theorie", erläutert Friedrich, der für seine Recherche unter anderem in englischen Antiquariaten fündig wurde. Viele der Fröbelschen Ansätze funktionieren heute nicht mehr: "Manche Theorien muten heute natürlich sehr fremd an. Es wäre auch verrückt, wenn es nicht so wäre", sagt Friedrich. Wie aktuell die Fröbelsche Lehre allerdings ist, zeigt die Bewegung "Die Welt spricht Kindergarten", die das kulturelle Erbe des Pädagogen bewahren möchte und den Kindergarten als Institution sieht, die einen geschützten Raum bietet, in dem Bildung, Erziehung und Persönlichkeitsentwicklung nicht durch Belehrung, sondern im Spiel erfolgt.

Autor:

Anne-Marie Glaser aus Offenburg

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