Maßnahmenpaket
Sichere Straßenfastnacht gibt's nicht zum Nulltarif
- Straßenfastnacht wie hier beim Offenburger Narrentag ist dank unterschiedlicher Sicherheitsmaßnahmen möglich.
- Foto: gro
- hochgeladen von Christina Großheim
Ortenau Was wäre die fünfte Jahreszeit ohne Straßenfastnacht? Aber wie sieht es eigentlich mit der Sicherheit für die Besucher aus? Die Veranstalter sorgen mit verstärkten Maßnahmen dafür, dass gefeiert werden kann.
"Ein Sicherheitskonzept für den Umzug gibt es bei uns schon seit vielen Jahren. Allerdings sind die behördlichen Anforderungen seit den Anschlägen in Magdeburg und München deutlich gestiegen", sagt Michael Bosch, Oberzunftmeister der Narrenzunft Oberkirch, die in diesem Jahr am 7. und 8. Februar ihr 88-jähriges Bestehen feiert.
Stefan Kaiser, erster Vorsitzender des Fördervereins Kehler Fastnacht e. V., bestätigt, dass das Thema stärker in den Fokus gerückt ist. "Aufgrund neuer Vorschriften müssen wir für dieses Jahr komplett neue und umfangreiche Sicherheitskonzepte vorlegen. Das ist für einen Verein, dessen Arbeit von Ehrenamtlichen verrichtet wird, eine große und schwer zu bewältigende Aufgabe." Die Kehler veranstalten am 7. und 8. Februar ein närrisches Wochenende mit Nachtumzug, Narrendorf und großem Umzug, zu dem mehr als 10.000 Zuschauer erwartet werden.
Ganzheitliches Konzept
"Während früher der Fokus vor allem auf Verkehrslenkung und klassischer Ordnerarbeit lag, steht heute ein ganzheitliches Sicherheitskonzept im Vordergrund", so Marie-Christine Gabriel von der Pressestelle der Stadt Offenburg mit Blick auf den traditionellen Narrentag am 31. Januar. "Sicherheit ist nicht mehr eine Begleitmaßnahme, sondern ein zentrales Planungselement der gesamten Veranstaltung. Sie ist heute einer der größten Kostenfaktoren einer Straßenfastnacht."
Bei jeder der drei traditionellen Veranstaltungen sind die Maßnahmen in der Art ähnlich: Es wird auf mobile und fixe Barrieren gesetzt, um einfahrende Fahrzeuge zu stoppen. Hinzu kommen Streckenposten und Ordner. Zum Teil stellen die Zünfte das Personal, zum Teil – wie in Oberkirch – unterstützt das Technische Hilfswerk. In Offenburg sind mehrere hundert Personen im Einsatz – Ehrenamtliche, professionelle Sicherheitsdienste, Polizei, Rettungsdienste, Verwaltung und Verantwortliche. "Ausreichend Ordner und Terrorblockaden rund um den Kehler Marktplatz und entlang der Umzugstrecke sind ein Muss", so Stefan Kaiser. Im Vorfeld der Veranstaltung wird mit den Partnern wie Polizei und Kommune ein Sicherheitskonzept erstellt. Nach einer Risikoanalyse werden verschiedene Szenarien geplant und Zuständigkeiten geklärt, so dass während der Veranstaltungen jeder weiß, was er zu tun hat.
Steigende Kosten
Dieser Aufwand schlägt sich in den Kosten nieder: "Die sind um ein Vielfaches gestiegen", macht Michael Bosch deutlich. "Mobile und feststehende Barrieren müssen angemietet werden und die Sicherheitskräfte haben ihren Preis." Dem kann Stefan Kaiser nur zustimmen: "Ganz einfach gesagt – die Kosten entwickeln sich stetig nach oben."




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