Einsatz von Alternativbaumarten
Wegen Klimawandel mehr Mischwälder

Am Werksgelände der Waldservice Ortenau in Ohlsbach sortierten Mitarbeitende des Amts für Waldwirtschaft rund 17.000 Gastbäume und händigten sie an Privatwaldbesitzende, Kommunen, Körperschaften und den Staatswald aus.
  • Am Werksgelände der Waldservice Ortenau in Ohlsbach sortierten Mitarbeitende des Amts für Waldwirtschaft rund 17.000 Gastbäume und händigten sie an Privatwaldbesitzende, Kommunen, Körperschaften und den Staatswald aus.
  • Foto: LRA
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Ortenau (st). Längst trifft der Klimawandel auch die deutschen Wälder. Nicht zuletzt haben die anhaltende Trockenheit der Jahre 2018 und 2019 und der dadurch begünstigte Borkenkäferbefall auch in der Region zu einer dramatischen Waldschutzsituation geführt. Obgleich es den Ortenauer Wäldern noch vergleichsweise gut geht, ist auch hier ein aktiver Waldumbau hin zu klimastabilen Mischwäldern erforderlich. Das Amt für Waldwirtschaft des Ortenaukreises setzt dabei primär auf heimische Baumarten und deren natürliche Verjüngung. Darüber hinaus kommen aber auch verstärkt Gastbaumarten zum Einsatz.

15 Prozent an Gastbaumarten

„Die Wälder im Ortenaukreis sind wichtiger Rohstofflieferant, wertvolles Ökosystem, beliebter Erholungsraum und essentiell für den Tourismus. Damit dies so bleibt, arbeiten wir intensiv an deren Umbau und gehen dabei auch unkonventionelle Wege“, so Hans-Georg Pfüller, Leiter des Amts für Waldwirtschaft. Um die Risiken für die künftigen Waldbestände so gering wie möglich zu halten, sei es wichtig, möglichst viele verschiedene heimische Baumarten mit einer großen genetischen Bandbreite zu nutzen, wo möglich die Naturverjüngung einzusetzen und konsequent die Bodeneigenschaften des jeweiligen Standorts miteinzubeziehen. „Zudem erhalten in den Mischbeständen nun auch verstärkt verschiedene Gastbaumarten ihren Platz, die aufgrund ihrer Herkunft besser an trockenere und heißere Klimabedingungen angepasst sind“, erklärt Pfüller. Zwar werde sich mit dem wärmer werdenden Klima auch die Tier- und Pflanzenwelt von Süden weiter nach Norden ausbreiten, doch sei das Tempo des Klimawandels für eine angemessene Wanderung wenig mobiler Arten zu hoch, sodass hier Waldbesitzende und Forstleute unterstützend nachhelfen. Im Vergleich zu den über 87.000 heimischen Bäumen, die 2020 aktiv in den Wäldern des Ortenaukreises gepflanzt wurden, machen Gastbaumarten derzeit etwa 15 Prozent aus. Kalkuliere man noch die großen natürlich verjüngten Waldflächen mit ein, liege der Anteil der neuen Arten gerade einmal bei rund sieben Prozent.

Die jährliche Großbestellung der dieses Mal über 17.000 jungen Gastbäume wird bereits seit vielen Jahren vom Amt für Waldwirtschaft in Kooperation mit der Waldservice Ortenau eG organisiert; traditionell beteiligen sich auch zahlreiche Privatwaldbesitzende, Kommunen, Körperschaften und der Staatswald. Bestellt wurden unter anderem Atlas- und Libanonzedern, Tulpenbäume, Hybridlärchen, Lindenblättrige Birken, verschiedene Nussarten und Leyland-Zypressen. „Die gewählten Baumarten sind zu einem großen Teil auf der Empfehlungsliste der Forstlichen Versuchsanstalt in Freiburg zu finden. Andere Arten haben wir auf der Basis positiver Erfahrungen mit Versuchsflächen ins Sortiment aufgenommen“, erläutert Christoph Rexter, stellvertretender Leiter des Forstbezirks Oberkirch, der die Aktion gemeinsam mit seiner Kollegin Regina Huber durchgeführt hat. Die Nachfrage nach klimatauglichen Gastbaumarten steige landesweit und sei dieses Jahr so groß gewesen, dass die Bestellung sehr früh erfolgen musste, um die gewünschten Stückzahlen und Baumarten zu erhalten.

Auch für das kommende Jahr ist eine gemeinsame Bestellung geplant. Waldbesitzende können sich bei ihren zuständigen Revierleitungen über die verschiedenen Baumarten und deren Eignung für die unterschiedlichen Standorte ihres Waldes informieren.

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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