DRK-Kreisauskunftsbüro und Suchdienst
Wenn eine Katastrophe Angehörige trennt

KAB-Leiter Philipp Rechenbach (rechts) und sein Team
  • KAB-Leiter Philipp Rechenbach (rechts) und sein Team
  • Foto: P. Rechenbach
  • hochgeladen von Anne-Marie Glaser

Ortenau (cao). Hochwasser, Sturm oder Stadtteilevakuierung gehören unter anderem zu den Notfällen, die plötzlich auftreten können und bei denen die Rettungskräfte des DRK schnell zur Stelle sein müssen. So auch die sechs ehrenamtlichen Helfer des DRK-Kreisauskunftsbüros (KAB) im Kreisverband Wolfach, die dafür sorgen, dass Angehörige, die durch eine Katastrophe getrennt wurden, sich schnell wieder finden.

Gute Ausbildung

"Im Notfall sind Nervenstärke und eine gute Ausbildung Voraussetzung für die erfolgreiche Suchdienstarbeit", berichtet die ehemalige KAB-Leiterin Maryla Leopold. Seit Januar 2019 leitet der Steinacher Philipp Rechenbach das KAB im Kreisverband Wolfach. Schulungen und alle zwei Monate stattfindende Dienstabende gehören zu den Aufgaben der Suchdienstmitarbeiter.

Notfallunterkunft

Katastrophen sind nie planbar. So waren beispielsweise die Helfer im Herbst 2014 bei einem Busunglück gefordert, bei dem 45 Menschen betroffen waren. Sie kamen in eine Notfallunterkunft und wurden registriert. Beim G20-Gipfel in Baden-Baden im März 2017 und auch beim Brand im Europark Ende Mai 2018 waren die Helfer des KAB gefordert. Sechs Helfer können zwar einiges ausrichten, doch sie allein sind bei einem Kriseneinsatz zu wenige. "Deshalb haben wir uns mit anderen Teams zur KAB-Ortenau zusammengeschlossen", so Philipp Rechenbach.

Katastrophenschutz

Das KAB ist für den Katastrophenschutz eingerichtet, informiert der DRK-Kreisgeschäftsführer Volker Halbe. Dieser unterscheidet sich zum DRK-Suchdienst mit der nächsten Beratungsstelle in Offenburg. "Er unterstützt Menschen, die durch bewaffnete Konflikte, Katastrophen, Flucht, Vertreibung oder Migration von ihren Nächsten getrennt wurden, hilft Angehörige zu finden, sie wieder miteinander in Kontakt zu bringen und Familien zu vereinen", berichtet Halbe.

Weltweite Zusammenarbeit

Bei Suchanfragen von Flüchtlingen und Migranten, die den Kontakt zu ihren Angehörigen verloren hätten, arbeitet der DRK-Suchdienst weltweit eng mit Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften und dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz zusammen. "An den DRK-Suchdienst-Standorten Hamburg und München sowie deutschlandweit in rund 80 Suchdienst-Beratungsstellen werden Angehörige betreut", erklärt er. "Durch die Öffnung der Archive in der GUS ergaben sich neue Chancen: Jährlich werden etwa 800 Angehörige, die durch den Zweiten Weltkrieg getrennt wurden, wieder miteinander in Verbindung gebracht", heißt es von Seiten des DRK. Hier hilft der Suchdienst durch Nachforschungen nach Kriegs- und Zivilgefangenen, einschließlich in sowjetischen Sonderlagern (NKWD-Lager). Der DRK-Suchdienst stellt zudem Nachforschungen nach Vermissten und Verschollenen der aktuellen weltweiten Konflikte und Katastrophen an, erteilt Auskunft für behördliche Zwecke in Personenstands- und versorgungsrechtlichen Angelegenheiten. Es gibt einen Kindersuchdienst nach der Trennung von Eltern und Geschwistern. Die Zusammenführung von Deutschen und ihren Familienangehörigen aus Aussiedlungsgebieten ist eine weitere Aufgabe.

Krankenhausbrand Achern

Volker Halbes Vorgänger, der ehemalige DRK-Kreisgeschäftsführer Thomas Heizmann, erinnert sich noch gut daran, wie das KAB nach dem Krankenhausbrand in Achern im Mai 1980 eingerichtet wurde: "Uns war schnell klar, dass die Aufgaben des Suchdienstes erweitert werden müssen und die Registrierung von Personen bei zivilen Katastrophen unbedingt erforderlich ist." Grund war die Evakuierung der Patienten beim Brand. Sie wurden in die umliegenden Krankenhäuser verteilt und es war nicht sofort klar, wer damals wohin verlegt wurde.

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