Positive Einsatzbilanz
Jahreswechsel verlief weitgehend ruhig
- Die Feuerwehr Offenburg wurde im Stadtgebiet in der Silvesternacht zu sieben Bränden, überwiegend kleine Abfallbehälter und Verpackungen abgeschossener Feuerwerksbatterien zu löschen. In der Händelstraße (Foto) brannten Müllcontainer in einem Unterstand. Die Flammen breitete sich auf die Holzeinfassung aus.
- Foto: Feuerwehr Offenburg
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Ortenau (st) Den Verlauf der Silvesternacht und die damit einhergehenden Sicherheitslage bewertet Polizeipräsident Jürgen Rieger durchaus positiv und zieht in einer Pressemitteilung ein erfreuliches Resümee. Trotz eines leicht erhöhten Einsatzaufkommens könne er auf einen überwiegend friedlichen Jahreswechsel zurückblicken "Wir haben die Silvesternacht mit einer gut abgestimmten Einsatzstrategie gemeistert", so Präsident Rieger. "Mit einer verstärkten Präsenz kombiniert mit einer effizienten Vorplanung wurde die Sicherheit im öffentlichen Raum gewährleistet. Wir waren auf verschiedene Szenarien vorbereitet und haben unser Personal entsprechend aufgestockt."
In der Nacht zum Jahreswechsel wurden alle neun Polizeireviere, der Kriminaldauerdienst, die Polizeihundeführerstaffel sowie das Lagezentrum in Offenburg durch zusätzliche Einsatzkräfte verstärkt. Dies habe die Einsatzbereitschaft deutlich erhöht und den Teams vor Ort geholfen, die Lage optimal zu bewerkstelligen. Ergänzend standen auch Einsatzkräfte von der anderen Rheinseite zur Verfügung. "Auf unsere französischen Polizeikollegen ist Verlass, wenn wir sie brauchen" hob Rieger die gut funktionierende Zusammenarbeit über die Grenze hinweg hervor. Trotz einzelner Vorfälle, die in jeder Silvesternacht vorkommen, bewertet der Polizeipräsident die Lage im Stadtkreis Baden-Baden, im Ortenaukreis sowie im Landkreis Rastatt als insgesamt sicher. "Alle gemeldeten Einsätze werden jeweils nach Dringlichkeit bearbeitet und Straftaten konsequent verfolgt", erklärt er. "Unser primäres Ziel ist es, den Menschen ein friedliches Feiern zu ermöglichen, zur Stelle zu sein, wenn Hilfe benötigt wird und dass meine Kolleginnen und Kollegen wieder gesund aus ihren Einsätzen nach Hause kommen."
200 Einsätze
Im Einzelnen waren die Kräfte von Polizei gemeinsam mit dem Rettungsdienst und der Feuerwehr in der Silvesternacht mit rund 200 Einsatzlagen konfrontiert. Etwa 50 Mal hätten die Einsatzkräfte zu Bränden ausrücken müssen. Bei einem Großteil davon habe es sich um Kleinbrände, unter anderem von Mülltonnen, Sträuchern und Pflanzen, gehandelt. Hierbei sei überwiegend geringer Sachschaden entstanden.
Darüber hinaus seien zwei größere Einsatzlagen in Willstätt-Eckartsweier und Rheinmünster-Greffern zu bewältigen gewesen. Gegen 21.09 Uhr sei der Brand im Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses in der Hohnhurster Straße in Eckartsweier gemeldet worden. Die Wehrmänner aus Willstätt und Kehl seien mit rund 50 Mann am Einsatzort gewesen und hätten das Übergreifen der Flammen auf weitere Gebäudeteile verhindern können. Die Bewohner des Anwesens hätten das Gebäude rechtzeitig verlassen können. Eine Person habe eine Rauchgasintoxikation erlitten und sei zur medizinischen Versorgung in ein umliegendes Krankenhaus gebracht worden. Der Schaden am Mehrfamilienhaus werde bislang auf etwa 200.000 Euro geschätzt. Die Erforschung zur Brandursache werde in den kommenden Tagen durch das Polizeirevier Kehl fortgesetzt.
Ein weiterer Wohngebäudebrand habe sich gegen 4.50 Uhr in Rheinmünster-Greffern ereignet. Möglicherweise durch den unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörpern sei zunächst die Fassadenverkleidung eines Einfamilienhauses in Brand geraten, welcher sich in der Folge in der Dämmung des Gebäudes ausgebreitet habe. Glücklicherweise hätten auch dort die Bewohner sowie deren Hund, das Anwesen rechtzeitig und unverletzt verlassen können. Der entstandene Sachschaden dürfte nach ersten Schätzungen im sechsstelligen Bereich liegen. Die Beamten des Polizeireviers Bühl hätten hier die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.
Darüber hinaus seien mittels Pyrotechnik mehrere Briefkästen unter anderem auch in Ohlsbach beschädigt worden.
In Lahr sei gegen 2 Uhr mit unbekanntem Sprengmittel ein Zigarettenautomat gesprengt und hierdurch sämtliches Bargeld sowie die Zigaretten entwendet worden.
Nördlicher Präsidiumsbereich
Bereits kurz vor dem Jahreswechsel habe sich ein Einsatzschwerpunkt im nördlichen Präsidiumsbereich auf die Baden-Badener Innenstadt konzentriert. Am Leopoldsplatz hätten sich zu Mitternacht bis zu 500 Personen aufgehalten, um das neue Jahr zu beginnen. Dabei sei es durch das unkontrollierte Abbrennen von Feuerwerkskörpern zu Unbehagen in der Menschenmenge gekommen. Das Polizeirevier Baden-Baden sowie Unterstützungskräfte der umliegenden Reviere und der Bundespolizei seien daraufhin angerückt und für eine längere Zeit am Leopoldsplatz präsent gewesen. Die Feuerwehr Baden-Baden sei ebenfalls dort im Einsatz gewesen, um eine Jalousie an einer Hausfassade zu löschen, welche offensichtlich durch Feuerwerk in Brand geraten war. Der Einsatz wurde durch den Silvestertrubel und inmitten des Abbrennens von Feuerwerksraketen deutlich erschwert. Nach Erkenntnissen der Polizei seien durch das Abbrennen von Pyrotechnik keine Besucher und auch keine Einsatzkräfte verletzt worden.
Unmittelbar nach Mitternacht habe ein 42-Jähriger in Lahr durch den unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörpern den Verlust von drei Fingern an der linken Hand erlitten. Zur medizinischen Versorgung sei er in ein Krankenhaus des Ortenau Klinikums eingeliefert worden.
Für einen unrühmlichen Abschluss der Silvesternacht habe kurz nach 6 Uhr eine 30-jährige Fahrzeugfahrerin in Kehl gesorgt. Ordentlich betrunken habe sie sich den Maßnahmen der Beamten des Polizeireviers widersetzt. Sie erwarte nun eine Anzeige wegen Trunkenheit im Straßenverkehr sowie des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamten. Eine angegriffene Kollegin des Polizeireviers Kehl sei hierbei leicht verletzt worden.
Integrierte Leitstelle Ortenau
Auch für die Integrierte Leitstelle Ortenau (ILS) sei die die Silvesternacht deutlich einsatzreicher verlaufen als ein gewöhnlicher Nachtdienst, so Kreisbrandmeister Bernd Frei. Rund 100 Mal seien die Einsatzkräfte in der Ortenau ausgerückt. Landrat Thorsten Erny dankt den Einsatzkräften ausdrücklich für ihre Arbeit zum Jahreswechsel: „Während viele Bürgerinnen und Bürger den Jahreswechsel feiern, sorgen haupt- und ehrenamtliche Einsatzkräfte in der Leitstelle, bei Rettungsdienst, Feuerwehren und Polizei dafür, dass unsere Ortenau sicher bleibt. Für diesen verlässlichen Dienst – auch in einer einsatzreichen Silvesternacht – danke ich allen Beteiligten sehr herzlich.“










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