Die Glosse im Guller
Absolut tabuloses Denken in Sachen Rente

Jetzt macht sie ernst, unsere Bundesregierung. Noch in diesem Jahr möchte sie eine Reformkommission bilden. Und bereits im Sommer soll diese konkrete Vorschläge für ein zukunftsfähiges Rentensystem machen. Bundeskanzler Friedrich Merz höchstselbst hat versprochen, dass es keine Denkverbote geben wird. Aha. Aber warum wurde dann jetzt mit viel Geschrei ein Rentenpaket durchgedrückt, wenn der wirklich große Wurf in einem halben Jahr geplant ist?
Arbeitsministerin Bärbel Bas
Immerhin melden sich die ersten tabulosen Denker tatendurstig zu Wort. Selbst Arbeitsministerin Bärbel Bas ist begeistert – auch wenn man ihr das nicht ansieht. Nämlich vom Vorschlag, das Renteneintrittsalter davon abhängig zu machen, wie lange Beiträge bezahlt wurden. Wer mit 16 schon malocht, darf früher in Rente als Leute wie ich, die bis 27 ein lustiges Studentenleben genossen haben. Pech nur, dass viele Akademiker als Ärzte, Rechtsanwälte oder Architekten Freiberufler mit eigenen Versorgungswerken sind.
Dann gibt es die Idee, das Renteneintrittsalter automatisch an die allgemeine Lebenserwartung anzupassen. Doch wo bleibt da die Gerechtigkeit?! Beispielsweise leben Frauen statistisch gesehen fast fünf Jahre länger als Männer – und das oft bei guter Gesundheit. Das muss berücksichtigt werden. Davon abgesehen sterben Bergleute und Gerüstbauer im Schnitt früher als Physiker, weshalb kluge Köpfe den Rentenbeginn von der Berufsgruppe abhängig machen möchten. Ich finde, das muss man weiterdenken. Gesunde, sportliche und schlanke Menschen belasten die Rentenkassen viel stärker als übergewichtige Raucher mit Bluthochdruck. Das muss in die Berechnungen einfließen!
Letzteres ist natürlich nicht ernst gemeint. Tatsächlich wäre es mir am liebsten, man würde mir einfach all das Geld überweisen, das ich und meine Arbeitgeber in die Rentenkasse eingezahlt haben. Klar glaube ich der Politik, dass sie meine Rente sichern möchte. Ich glaube nur nicht, dass sie weiß, wie.

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