Kurzinterview
Artensterben bedroht das Ökosystem

Petra Rumpel

Ortenau (set). Der Weltbiodiversitätsrat hat einen globalen Bericht über den Zustand der Artenvielfalt vorgelegt. Dieser malt ein düsteres Bild: Demnach sind rund eine Million Arten in den kommenden Jahren und Jahrzehnten vom Aussterben bedroht. Sebastian Thomas sprach mit Petra Rumpel, Geschäftsführerin des Umweltzentrums Ortenau, was dieser Bericht konkret für die Ortenau bedeutet.

Artensterben ist dramatisch

Inwieweit hat das Artensterben etwas mit dem Menschen zu tun?
Ein stabiles Artengefüge ist die Grundlage für unsere Umwelt. Wenn ein oder zwei Arten verschwinden, macht sich das vielleicht nicht gleich bemerkbar, weil andere ihre Aufgabe übernehmen. Wenn aber so viele Arten gefährdet sind wie jetzt, dann kann das Ökosystem nicht mehr funktionieren: Bestäubung, Wasserspeicherung, Schutz vor übermäßiger Schädlings- oder Lästlingsvermehrung, Klimaschutz – das alles sind Leistungen des Ökosystems.

Welche Auswirkungen des Artensterbens sind in der Ortenau sichtbar?
Das Insektensterben ist inzwischen auch bei uns dramatisch. Das bedeutet, zum Beispiel für die Vögel, Probleme bei der Aufzucht des Nachwuchses. Es sind immer mehr Allerweltsarten gefährdet, besonders die, welche sich früher in der offenen Agarlandschaft wohlgefühlt hatten. Auch Amphibien werden immer seltener. Viele "BUND"-Aktive, die vorher im Frühjahr Krötenzäune aufgestellt haben, berichten, dass sie zum Teil nichts mehr in den Sammeleimern haben, und geben die Bemühungen auf. Im Übrigen beschränkt sich das nicht nur auf Tiere, auch bei Pflanzen existiert eine Rote Liste.

Welche gefährdeten Arten gibt es ganz konkret in der Ortenau?
Gefährdet sind viele Arten von Schmetterlingen, Wildbienen, Laufkäferarten, diverse Unken, Kröten, Laubfrosch, auch Säugetiere, wie verschiedene Fledermausarten, Feldhamster und Gartenschläfer.

Welche Maßnahmen können Einzelpersonen ergreifen, um dieser negativen Entwicklung vorzubeugen?
Wer ein Grundstück hat, kann dies möglichst grün, natürlich und ein bisschen wild belassen, möglichst mit Blühpflanzen, die insektenfreundlich sind. Dagegen bieten versteinerte Vorgärten keiner Tier- oder Pflanzenart Lebensraum. Außerdem unterstützt der Einkauf von heimischen Biolebensmitteln eine Agrarlandschaft ohne Pestizide und ohne Monokulturen.

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