Leonard Küßner im Porträt
Durch seine Musik wird ein Film erst komplett

Der gebürtige Gengenbacher Leonard Küßner verleiht Filmen mit seinen Kompositionen eine unverwechselbaren Klang und Atmosphäre.
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  • Foto: Michael Bode
  • hochgeladen von Matthias Kerber

Offenburg. Ohne die passende Musik funktioniert kein Film – erst dadurch werden Szenen spannend, romantisch oder gruselig. Leonard Küßner ist genau dafür verantwortlich: Der gebürtige Gengenbacher ist Filmkomponist und hat bereits für die unterschiedlichsten Projekte die passende musikalische Atmosphäre geschaffen.

"Ich habe an der Musikschule mit Schlagzeug begonnen", erzählt der 26-Jährige, der heute in Offenburg lebt. Schon damals habe sein Lehrer Studioaufnahmen mit den Schülern gemacht. "So konnten wir uns in die Atmosphäre hineinfühlen", sagt Küßner. Auf Empfehlung seines Lehrers erweiterte er sein Instrumentenspektrum um ein Melodieinstrument. "Ich habe mit Jazzklavier begonnen, dabei habe ich viel über Improvisieren und Arrangement gelernt", so Küßner. In dieser Zeit schrieb er seine ersten Kompositionen. Ein Talent, das von seinem Lehrer erkannt und gefördert wurde. "Später bin ich zur klassischen Musik gewechselt, aber ich war damals bereits Komponist", erinnert er sich an seinen Werdegang. Außerdem spielte er sowohl im Orchester als auch in Bands.

"Nach der Schule habe ich mich gefragt, wie es weiter geht", erinnert sich Leonard Küßner. "Auf die Idee, Filmmusik zu komponieren, bin ich durch einen Zufall gekommen." Über einen Schlagzeugerkollegen lernte er einen Absolventen der Hochschule Offenburg kennen. "Der fragte mich, ob ich nicht die Musik zu seinem Abschlussfilm schreiben möchte", so Küßner. "Erst war ich noch skeptisch, da ich bislang nur alleinstehende Kompositionen geschrieben hatte." Aber schnell fing der junge Musiker Feuer. "Ich habe sogar das Orchester aufgetrieben und wir haben es zusammen eingespielt. Das war alles autodidaktisch."

Das Rüstzeug an der Filmakademie erworben

Für Leonard Küßner war dies die Initialzündung: "Ich hatte Blut geleckt. Mir war klar, dass ich in der Kompositionsschiene bleiben und kein Instrumentalist werden wollte." Also machte er sich schlau, ob und wie er seinen Traumberuf studieren konnte und wurde an der Filmakademie in Ludwigsburg fündig. "Ich habe in dieser Zeit schon viele Leute kennengelernt, mit denen ich heute noch zusammenarbeite", so der Komponist.

"Eine Partitur für eine Filmmusik sieht anders aus als eine für Konzerte", erklärt er weitere Gründe, warum das Studium in Ludwigsburg für ihn besonders wertvoll war. "In meinem Schwerpunkt hatte ich auch die Chance, mehrmals mit einem Orchester zu arbeiten. Das ist ein unglaublicher Luxus, ein 60-köpfiges Ensemble zur Verfügung zu haben", findet er. Denn so habe er schon während seiner Ausbildung lernen können, wie die Zusammenarbeit funktioniert. Ohne den Druck, dass alles klappen müsse, der eigentlich herrscht. "Für die Aufnahme von Filmmusiken proben sie nicht mehrere Tage im Voraus mit einem Orchester wie bei einem Konzert", beschreibt er die Arbeit. "Alles wird vom Blatt gespielt und muss binnen kürzester Zeit aufgenommen sein. Denn jede Minute verteuert alles."

"Ich bin ein verkappter Spätromantiker", sagt Leonard Küßner über sich selbst. "Mit so einer Klangsprache kann es schwer werden, ernst genommen und nicht nur als Stilkopie gesehen zu werden." Zudem merkte er während seines Studiums schnell, dass sein gewählter Schwerpunkt – Kompositionen für Orchestern – gerade nicht en vogue waren. "Viele Regisseure wollten gar kein Orchester", erzählt er mit einem Lachen. Geschadet hat es ihm nicht: Er hat sich einen Namen gemacht und wird gezielt angesprochen. "In meiner Branche geht unheimlich viel über Mund-zu-Mund-Propaganda", sagt Küßner.

Deshalb sieht er es nicht als Nachteil, wieder in der Ortenau und nicht mehr länger in Berlin zu leben. "Mein Job ist nicht ortsgebunden", so Küßner, der gerade an der Fertigstellung eines Kinofilms arbeitet und das nächste Projekt schon vorbereitet.

Gibt es noch etwas anderes als Musik in seinem Leben? "Meine zweite große Leidenschaft seit meiner Kindheit ist die Luftfahrt", erzählt er. Ob Hubschrauber oder Flugzeug, alles was in der Luft unterwegs ist, fasziniert ihn. "Aber keine Oldtimer", schränkt er ein. Zudem ist er seit vielen Jahren – auch als Förderer – für die Luftrettung engagiert. C. Großheim

Autor:

Matthias Kerber aus Offenburg

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