Resümée zum Weltfrauentag
Kampf der Geschlechter ist ausgeglichener
- hochgeladen von Anne-Marie Glaser
Offenburg Am heutigen Sonntag, 8. März, ist der Internationale Frauentag. Der Weltfrauentag macht auf die Rechte der Frauen aufmerksam. Doch wie ist es um diese in Deutschland bestellt? Regina Geppert, ehemalige Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Offenburg, beschäftigt sich fast schon ihr ganzes Leben mit diesem Thema und zieht eine durchwachsene Bilanz.
"Es ist schon einiges erreicht worden, doch es bleibt Luft nach oben", stellt sie fest. So seien die klassischen Rollenbilder im Beruf noch immer präsent. "Jungen werden in Naturwissenschaften gefördert, Mädchen wird mehr im Bereich Sprachen und Soziales zugetraut", so Geppert. Mit Boy's und Girl's Days würden die Klischees aufgebrochen, aber der engagierten Frauenrechtlerin dauert der Prozess zu lange. "Frauen arbeiten nach wie vor oft in Berufsfeldern, die nicht gut bezahlt werden, aber stark belastend sind", macht Regina Geppert deutlich.
Zutrauen in das eigene Können
Doch habe sich in Sachen Bezahlung einiges getan: "Der Equal Pay Gap sinkt: Früher lag der Unterschied bei 28 Prozent, heute sind 'nur' noch 16 Prozent"", zeigt sie auf. Equal Pay Gap bedeutet, dass Männer bei gleicher Qualifikation und in einer äquivalenten Position noch immer besser bezahlt werden als Frauen. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit gelte leider immer noch nicht überall. Dramatisch wirke sich dieser Verdienstunterschied für Frauen dann bei der Rente aus: Da Frauen oft Care-Arbeit in der Familie übernehmen und deshalb nur Teilzeit arbeiten würden, sei der sogenannte Pension Gap um ein Vielfaches höher. "Armut ist nach wie vor weiblich", stellt Regina Geppert fest und ermuntert Frauen und Mädchen, dies bei ihrer Lebensplanung zu bedenken.
Eine Lösung seien Unterstützungsangebote für Eltern oder pflegende Angehörige: "Aber diese reichen noch nicht aus. Wer Familien nicht unterstützt, muss sich nicht wundern, wenn Ehepaare keine Kinder bekommen", macht sie deutlich.
Solidarisieren
Und sie wünscht sich, dass Frauen sich selbst mehr zutrauen würden: "Es gibt nach wie vor zu wenig Frauen in den Parlamenten. Wenn Frauen sich solidarisieren und sich und ihren Geschlechtsgenossinnen mehr zutrauen würden, dann sähe das anders aus."
Positiv für sie ist, dass Frauen in der Regel heute gut ausgebildet seien. "In meiner Jugend war es noch die Ausnahme, dass Frauen studieren." Doch bei der Einstellung würde das Geschlecht noch immer eine Rolle spielen. "In Einstellungsverfahren, in denen ausschließlich nach der Qualifikation bewertet wird und das Geschlecht außen vor bleibt, haben Frauen die gleichen Chancen wie Männer", wirbt Regina Geppert dafür, alle Potenziale auszuschöpfen. 16 Prozent mehr Einkommen erhalten Männer bei gleicher Qualifikation und gleicher Position Es ist schon einiges erreicht worden, doch es bleibt noch Luft nach oben." Regina Geppert







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