Fußnote - die Glosse im Guller
Mit Neugier Mars entdeckt

Was macht man so, wenn einem langweilig wird? Man macht Fotos. Das kann mit der modernen Technik jedem mal passieren. Und wenn man ausreichend Speicherplatz und eine Verbindung zum Heimatserver hat, auch viele – oder große, ganz große. So wie der Nasa-Rover Curiosity.

Dieses ferngesteuerte Landfahrzeug mit dem feinsinnigen Namen "Neugier" hat nach einer Flugzeit von rund acht Monaten und einer zurückgelegten Entfernung von 228 Millionen Kilometern den Mars für sich entdeckt. Er hat auch genügend Zeit. Am 6. August 2012 landete er und machte gleich sein erstes Bild. Seither liefert Curiosity regelmäßig und versetzt Experten und Laien immer wieder in Erstaunen, was man dort auf dem Mars so sehen kann – vor allem ziemlich viel Ödnis.

Beobachter bemerkten nun, dass der Rover seinem Namen gerecht wurde und schlossen aus seinem Tun, dass er eine Urlaubspause seiner Nasa-Betreuer ausnutzte. Er lieferte per Satellit das bislang größte Panorama der Marsoberfläche. Das aus mehr als 1.000 Einzelbildern zusammengesetzte Foto umfasst 1,8 Milliarden Pixel und zeigt die aktuelle Umgebung des Gefährts. Aber, Vorsicht: Die Datei ist 2,3 Gigabyte groß – das Herunterladen dauert Stunden.

Curiosity nahm sich die Zeit für die Aufnahme zwischen dem 24. November und dem 1. Dezember. Zu dieser Zeit habe der Rover nicht viel zu tun gehabt und auf neue Anweisungen gewartet. Mit zwei Kameras habe er dann getrennt voneinander die weit entfernte Landschaft sowie in geringerer Auflösung sich selbst aufgenommen.

Für viele sind diese Bilder beeindruckend. So beeindruckend, dass sie auf manchen Abbildungen humanoide Gestalten entdeckt zu haben glauben. Natürlich sind Gesteinsformationen gleich Marsmännchen. Auf anderen Bildern glauben manche, einen vom Sand bedeckten Löffel zu erkennen – unweit eines Donuts. Sogar Pyramiden seien ausgemacht worden. Wir Erdlinge haben so ein einnehmendes Wesen, dort haben Berge, Krater und Hügel bereits Namen.

Der Start der nächsten Mars-Mission ist bereits für diesen Sommer geplant. Der Name dieses Rovers: Perseverance, also Ausdauer. So hat auch die nächste Generation noch ihren Spaß. Denn, ähnlich wie bei den Mond-Missionen, ist ein kleiner Wettlauf verschiedener Länder im Gange, um eine bemannte Erkundung auf dem Mars zu starten. Löffel, Donuts, Pyramiden und natürlich die Marsmännchen wollen mit eigenen Augen erkundet werden. So sind wir Menschen. Wir geben den Dingen Namen und meinen dann, sie gehören uns auf immer und ewig.
Rembert Graf Kerssenbrock

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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