Polizei besorgt
Alarmierende Unfallzahlen bei Pedelecs und E-Bikes

Ein Schutzhelm wird dringend empfohlen.
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  • Ein Schutzhelm wird dringend empfohlen.
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Offenburg (djä). "Die Beteiligung von Pedelecs an Radunfällen im Bereich des Polizeipräsidiums Offenburg ist auffällig", berichtete Polizeioberrat Günther Preis, Leiter des Verkehrskommissariates Offenburg und stellvertretender Leiter der Verkehrspolizeidirektion, bei einem Pressetermin am Freitag. "Die Thematik wird uns leider auch weiterhin beschäftigen", so seine Einschätzung.

Pedelecs und E-Bikes prägen mittlerweile die Straßen und Radwege. 2017 lag der Wert der verkauften Elektrofahrräder laut DPA erstmals über dem herkömmlicher Zweiräder.
Besonders ältere Verkehrsteilnehmer schätzen die Vorteile. Dank der Elektrofahrräder erweitert sich ihr Aktionsradius und sie bewältigen auch längere Strecken und Steigungen.

Tödliche Unfälle

Die Nutzergruppe spiegelt sich allerdings auch in der Unfallstatistik wieder. Über 50 Prozent der verunglückten Pedelecfahrer sind über 60 Jahre alt. Bei verunglückten Radfahrern liegt ihr Anteil nur knapp über 16 Prozent. Alle 2016 tödlich verunglückten Pedelecnutzer waren Senioren mit 65 Jahren und älter.

Die Polizei rät deshalb zu Vorsicht und Prävention im Umgang mit den nützlichen Gefährten. Besonders wichtig ist es, sein Elektrofahrrad zu beherrschen und seine Eigenschaften zu kennen. Auch wenn der Gesetzgeber keine Helmpflicht für Pedelecs vorschreibt, da sie einem Fahrrad gleichgestellt sind, rät Preis, unbedingt einen Helm und Schutzbrille zu tragen.

Die Hauptunfallursache für Pedelecs im Straßenverkehr ist mit über 50 Prozent eine zu hohe oder nicht angepasste Geschwindigkeit. Vorfahrtsverletzungen oder Fehler beim Abbiegen folgen deutlich abgesetzt. Oft sind allerdings mehrere Faktoren verantwortlich für einen Unfall. Preis nannte ein Beispiel: Beim Pedelec unterstützt der eingebaute Elektromotor nur beim Betätigen der Pedale. Es hat in der Regel drei Geschwindigkeitsstufen und darf maximal 25 Stundenkilometer schnell sein. Wer nun mit Stufe 3, der Sporteinstellung, an eine Kreuzung fährt und nur ein wenig die Pedale betätigt, beschleunigt das Pedelec stark. Da kommt es leicht zu Stürzen oder Kollisionen, beschrieb Preis das Szenario.

Er nannte alarmierende Zahlen. Wurden im Bereich Offenburg 2016 noch 47 Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Pedelecs verzeichnet, stieg die Zahl 2017 auf 86 an. Im laufenden Jahr liegt die Zahl nach nur sechs Monaten bereits bei rund 50 mit teils schweren Verletzungen. So stieß eine 68-jährige E-Bike-Lenkerin vergangenen Donnerstag bei Schwanau mit einem vorfahrtsberechtigten Rennradfahrer zusammen. Der 46-Jährige trug einen Helm und verletzte sich nur leicht. Die Unfallverursacherin trug keinen Helm und wurde schwer verletzt. Bereits im Juni waren bei Pedelecunfällen sogar zwei Todesfälle zu beklagen.

Ein Phänomen ist die steigende Zahl von Unfällen mit E-Mountainbikes im Wald. Hier sind oft Fahrer mit der Antriebsunterstützung auf Pisten unterwegs, für die ihr Fahrkönnen nicht ausreichend ist, so Preis. Und was ist mit Tuning? Das Problem ist der Polizei bekannt und betrifft alle Altersschichten. "Nach einem Unfall schauen wir uns das beteiligte Gefährt ganz genau an", versicherte Preis.

Sichere Fahrt Tipps vom Polizeipräsidium:

• Sich vertraut machen mit dem Pedelec, um dessen Fahreigenschaften kennenzulernen. Üben im geschützten Bereich, am besten unter Anleitung und Beratung. Verkehrswacht und Automobilclubs bieten Fahrsicherheitstrainings an.
• Die eigenen Fähigkeiten nicht überschätzen
• Die Reichweite des Akkus kennen, sonst wird der Rückweg mühsam
• Reifendruck und individuelle Einstellungen stets kontrollieren
• Vorausschauend und mit angepasster Geschwindigkeit fahren. Bremsweg beachten: Flotte Fahrt und Zuladung verlängert diesen.
• Reflektierende Kleidung tragen
• Ein Helm schützt. Rad- oder Sportbrille verhindern Irritationen und schmerzhafte Kollisionen mit dem Auge

Ein Schutzhelm wird dringend empfohlen.
Günther Preis
Autor:

Anne-Marie Glaser aus Offenburg

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