Brand im Europa-Park
Während der Evakuierung Flammkuchen gegessen

Mario Koch und seine Frau Sandra Perren waren voll des Lobes über die ausgezeichnet organisierte Evakuierung. | Foto: Foto: Glaser
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  • Mario Koch und seine Frau Sandra Perren waren voll des Lobes über die ausgezeichnet organisierte Evakuierung.
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Rust Hinter "El Andaluz" steigt aus dem Europa-Park eine dunkle Rauchsäule auf. Vor dem Hoteleingang haben sich Polizisten formiert. Sie lassen nur Mitarbeiter passieren. Draußen warten müssen vorerst auch die zahlreichen Pressevertreter, die am Montag vor Ort sind, um über den Brand in Deutschlands größtem Freizeitpark zu berichten.

Was Mario Koch erlebte

Auf einer Bank vor dem Hotel sitzt ein bärtiger Mann, einer von 25.000 Besuchern, die evakuiert wurden. Mario Koch lebt in der Schweiz und war morgens um halb neun mit seiner Frau für einen Kurzurlaub angereist. Sie sind das erste Mal im Europa-Park und haben den Tag dort sehr genossen – zumindest bis ungefähr 17 Uhr. "Wir wollten gerade zu 'Piraten in Batavia', als es plötzlich hieß, dass alle Fahrgeschäfte schließen und wir zum Ausgang gehen sollen", erzählt Koch.
Sorgen hat er sich nicht gemacht. Warum auch? Alle seien völlig unaufgeregt zum Ausgang gegangen. Leider kam ihm seine Frau in der Menge abhanden und sie hat alle Papiere, Geld, sogar sein Handy in der Tasche. "Ich warte jetzt einfach mal ab. Sie weiß ja, in welchem Hotel wir absteigen wollen", erklärt der Schweizer und trinkt aus einer Wasserflasche, die der Europa-Park überall kostenlos ausgibt.

Es wurde noch Essen verkauft

Auf der Bank daneben die Familie Walsch aus Augsburg – das Paar und seine zwei Kinder haben die Nacht zuvor im "El Andaluz" übernachtet und wollen nach einem Tag im Park gleich die Heimreise antreten. "Wir haben zwar Rauch gesehen, aber weil alle so völlig entspannt waren, dachten wir uns, das ist vielleicht eine Showeinlage", erzählt die Mutter lachend. "Die Fahrgeschäfte schlossen zwar, es wurde aber überall noch Essen verkauft."

Großes Lob für Organisation

Diesen Umstand nutzte auch Sandra Perren, nachdem sie von ihrem Mann Marco getrennt worden war. "Bevor ich zum Ausgang ging, habe ich mir noch einen Flammkuchen geholt", erklärt die Schweizerin bei ihrer Ankunft vor dem "El Andaluz" ihr langes Ausbleiben mit einem Augenzwinkern und lobt die ausgezeichnet organisierte Evakuierung, die von ihr als solche gar nicht erkannt worden war.

Hintergrundinfos

Um 16.40 Uhr ging am Montagnachmittag die Brandmeldung ein. Knapp zwei Stunden später waren die rund 25.000 Besucher evakuiert und die Feuerwehr hatte das Feuer im Bereich der "Yomi-Zauberwelt der Diamanten" im Griff, wie Kreisbrandmeister Bernhard Frei vermelden konnte. Ursächlich für den Brand war vermutlich ein technischer Defekt. Über 450 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst waren im Einsatz. Zwei Feuerwehrmänner wurden leicht verletzt, zwei Besucher mussten wegen der Hitze und Aufregung behandelt werden.
Der Betrieb läuft im Europa-Park wie gewohnt weiter, vorerst geschlossen bleiben nur "Alpenexpress Enzian", "Alpenexpress Coastiality", "Tiroler Wildwasserbahn", "Yomis-Zauberwelt der Diamanten" sowie die Shops "Bazar Español" und "Edelsteingrotte".

Berichterstattung von Brand
Berichterstattung vom Tag nach dem Brand

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