Glosse im Guller
Klar, Schwanau ist einen Aufschlag wirklich wert

Schwanau verlangt nächstes Jahr für Übernachtungsgäste eine Steuer in Höhe von vier Prozent. Das hat jetzt der Gemeinderat beschlossen. Das bedeutet konkret: Wollte ich mir im Januar 2026 mal einen schönen Abend in Schwanau machen und würde mir deshalb ein Ferienapartment für 67 Euro nehmen, wären 2,68 Euro Übernachtungssteuer fällig. Mir wäre es das wert.
Auch anderswo im Ortenaukreis müssen Gäste einen Obolus entrichten. Dort heißt er Kurtaxe. Beispielsweise werden in Kappelrodeck, Ottenhöfen und Seebach je zwei Euro pro Person und Übernachtung verlangt. Im Gegenzug gibt es die Konus-Karte. Mit dieser können die Feriengäste während ihres Aufenthalts von Karlsruhe bis Basel und auch im gesamten Schwarzwald öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Außerdem gibt es vergünstigte Eintrittspreise und besondere Einrichtungen. Kurzum, den Besuchern wird für ihre zwei Euro was geboten.

Übernachtungsgäste

Nun machen die Schwanauer Ortsteile Allmannsweier, Nonnenweier, Ottenheim und Wittenweier schon auch was her. Aber bei aller Aufenthaltsqualität: Auf der Gemarkung der Gemeinde drängeln sich jetzt nicht gerade die Attraktionen. Die Schwanauer Übernachtungsgäste schätzen eher die Nähe zum Europa-Park, dem Elsass und dem Schwarzwald. Vielen Politikern wäre es allerdings lieber, die vielen Ferienapartments würden dem Wohnungsmarkt zur Verfügung stehen. Deshalb ist die Übernachtungssteuer auch als ein Steuerungsmittel gedacht. Klar, ich jedenfalls würde es der Kommune wünschen, dass meine 2,68 Euro im Januar die Lenkkraft haben, eine Wende auf dem Schwanauer Wohnungsmarkt herbeizuführen. Und natürlich ist es absolut legitim, dass die Gemeinde Touristen an den Infrastrukturkosten beteiligt. Auch in diesem Punkt kann Schwanau einiges vorweisen, wie bei der Ratssitzung wohl selbstbewusst erwähnt wurde: Straßen, Parkplätze und Hundekotbeutel.
Anne-Marie Glaser

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