Eine Frage, Herr Hahn
Wir hoffen nun auf den Herbst

Theo Hahn

Seit Dezember 2019 stehen die Karussells, Autoscooter und all die anderen Fahrgeschäfte von Theo Hahn still. Während der Europa-Park wieder öffnen konnte, weiß der Schausteller aus Schwanau-Ottenheim noch nicht, wann er wieder an den Start gehen kann. Was das für ihn bedeutet, erläutert er im Gespräch mit Daniela Santo.

In welchem Öffnungsschritt dürfen Schausteller wieder an den Start gehen?
Bisher haben wir noch nichts gehört, aber wir wären in Öffnungsschritt drei an der Reihe, wenn die Inzidenz 14 Tage lang unter 100 liegt. Dann könnten wir einen Bereich einzäunen und nach einer Einlasskontrolle Besucher auf das Gelände lassen.

Wie bewerten Sie es, wenn Freizeitparks und Gastronomie öffnen dürfen, Karussellfahren aber nicht möglich ist?
Der Europa-Park darf ja nur öffnen, weil er Modellprojekt ist. Wir freuen uns über jede Branche, die Geld verdienen darf. Es kommt aber wie so oft auch hier auf die Größe einer Firma oder eine Branche an. Gerechtigkeit ist eben nicht dasselbe wie Gleichheit. Wir haben seit Anfang 2020 Berufsverbot und seitdem keine Einnahmen.

Was könnten Sie sich vorstellen, unter Corona-Bedingungen anbieten zu können?
Ich könnte mir vorstellen, alles aufzustellen. Natürlich haben auch wir ein entsprechendes Hygienekonzept erarbeitet. Allerdings sind ja alle Veranstaltungen bis Ende August abgesagt, so dass wir gar keine Möglichkeit haben, irgendwas aufzustellen. Ein Pop-up-Vergnügungspark, der eingezäunt ist, rechnet sich überhaupt nicht. Mit 500 Besuchern, die rein dürfen, kann ich kein Geld verdienen. Außerdem ist es fast unmöglich, 600 bis 700 Meter Bauzaun, den wir bräuchten, in der Region zu bekommen. Von weiter her wären dann die Transportkosten höher als die Mietkosten, das ist einfach indiskutabel, ganz abgesehen von dem Personal-Aufwand für die Einlasskontrolle. Allerdings habe ich einen Antrag bei der Stadt Lahr gestellt, wenigstens wieder mein Kinderkarussell aufstellen zu können.

Wie wird es mit ihrer Branche weitergehen?
Wie viele Kollegen die Krise überstehen werden, kann ich nicht sagen. Wir haben die vergangenen Jahre zum Glück gut gewirtschaftet, davon müssen wir seit Monaten zehren. Die Zeit überbrücken wir mit Renovierungen und Reparaturarbeiten, meine Söhne und ich arbeiten jeden Tag, allerdings ohne Personal, das können wir uns nicht leisten. Wir hoffen jetzt auf den Herbst, auf die Chrysanthema oder das Oberkircher Weinfest.

Autor:

Daniela Santo aus Lahr

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