Sie reifen rund ein Jahr
3.000 Flaschen Sekt im Mummelsee versenkt
- Große Freude bei allen Beteiligten: Markus Benkeser (v. l.), Bürgermeister von Seebach, Kellermeister Thomas Hirt, Karina Roth, Ortenauer Weinprinzessin, Hannah Spraul, Badische Weinprinzessin, Tina Müller, Oberkircher Weinprinzessin, Sebastian Hill, Geschäftsführender Vorstand der Oberkircher Winzer eG, Stefan Hattenbach, Bürgermeister von Kappelrodeck sowie Bärbel und Karl-Heinz Müller, Berghotel Mummelsee
- Foto: Maxi Höck
- hochgeladen von Matthias Kerber
Seebach (st) Rund 3.000 Flaschen Crémant wurden am vergangenen Montag, 15. Juni, in der Tiefe des sagenumwobenen Mummelsees an der Schwarzwaldhochstraße versenkt. In 17 Metern Tiefe und konstant bei vier Grad Wassertemperatur soll der Rohsekt des Winzerkellers Hex vom Dasenstein nun ein Jahr lang reifen.
Acht Boxen aus Stahl, gefüllt mit den Sektflaschen, nahmen den Weg in das dunkle Wasser des Karstsees. Eine Nautik-Firma aus Emmendingen hatte das entsprechende Boot, um auf den See hinauszufahren. Ein Taucher hängte die Boxen unter Wasser ab und platzierte sie entsprechend, so dass sie sanft im Sediment versinken konnten. Der Tauchsportverein Bühl-Mittelbaden hatte das Tiefenprofil erstellt, denn der Mummelsee fällt zum Teil auch steil ab. So wurde eine sichere Stelle zur Lagerung der Sektflaschen gefunden. Die Sichtweite im kalten Mummelsee liegt unter einem Meter.
Hommage an die Region
Die Idee zu diesem Projekt hatte Kellermeister Thomas Hirt. Bei dem neuen Produkt des Winzerkellers handelt es sich wohl um den am höchsten gelagerten Sekt Deutschlands. Auch der Inhalt kann sich sehen lassen. 50 Prozent der Trauben sind Chardonnay und 50 Prozent Pinot Noir und Pinot Blanc zu gleichen Teilen. Der Winzerkeller Hex vom Dasenstein ist Sagen geprägt durch die Hex, die einst am Dasenstein den ersten Wein angepflanzt haben soll. Auch der Mummelsee mit seinen Nixen und dem Mummelseegeist passt da wunderbar dazu, schilderte Thomas Hirt. Das neue Produkt soll eine Hommage an die Region sein. Trauben aus dem nahe gelegenen Achertal, die auf einer Höhe zwischen 200 und 280 Metern Höhe wachsen, die Handlese und die klassische Flaschengärung prägen das Produkt. In einem Jahr soll der Sekt-Schatz gehoben werden, begleitet von einem kleinen Fest am Ufer des Mummelsees. Parallel reifen von der gleichen Sorte die Sektflaschen im Winzerkeller. Dem Vergleich sehen die Experten mit Spannung entgegen. Am Ende ihrer Reifung werden alle Flaschen gerüttelt, degorgiert und mit Korken versehen. Bis dahin passt der Mummelseegeist auf. Gefunden werden die Flaschen in einem Jahr mit Sonar. Bis dahin bleibt der Platz in der Tiefe ein Geheimnis des Mummelsees.
Der Geschäftsführende Vorstand der Oberkircher Winzer eG, Sebastian Hill, dankte allen Unterstützern dieser Aktion. Es sind dies die Waldgenossenschaft Seebach, das Berghotel Mummelsee, vertreten durch Bärbel und Karl-Heinz Müller sowie die Gemeinden Seebach und Kappelrodeck, repräsentiert durch die Bürgermeister Markus Benkeser und Stefan Hattenbach. Lob gab es für die Genehmigungsbehörden, die schnell und unkompliziert gehandelt haben, allen voran das Landratsamt Ortenaukreis. „Sekt ist ein Zukunftsbereich“, so Hill. Tourismus, Gastronomie und die Weinwirtschaft repräsentieren zusammen die Region. „Alle können davon profitieren. Das macht uns stark.“ Natürlich wird das Premiumprodukt einen eigenen Namen erhalten.









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