Schuldenprävention der Caritas
Null Gefühl für Geld ist zu wenig

Thomas Eberling vom Caritasverband Vordere Ortenau informiert an den Beruflichen Schulen Achern zum Thema Schuldenprävention und Finanzen. Schulleiter Ralf Schneider (links) ist froh über diese Möglichkeit. | Foto: Caritasverband/Michaela Gabriel
  • Thomas Eberling vom Caritasverband Vordere Ortenau informiert an den Beruflichen Schulen Achern zum Thema Schuldenprävention und Finanzen. Schulleiter Ralf Schneider (links) ist froh über diese Möglichkeit.
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Achern (st) Viele junge Menschen haben Schulden, einige sind bereits überschuldet und können ihre Kreditraten nicht mehr bezahlen. Der Caritasverband Vordere Ortenau verbessert die Finanzbildung der Jugend, indem er Schuldenprävention an Schulen betreibt, heißt es in einer Pressemitteilung. Geldmittel der Sparkassenstiftung Offenburg/Ortenau ermöglichen es, dass ein kompetenter Berater jetzt auch junge Leute an den Beruflichen Schulen Achern besucht.

Begeistert von Angebot

„Wir sind begeistert von diesem Angebot“, sagt Schulleiter Ralf Schneider: „Das können alle Klassen brauchen. Jeder unserer Schüler eröffnet irgendwann ein eigenes Konto, muss gute Finanzentscheidungen treffen und vielleicht auch mal einen Kredit aufnehmen.“ Dass Thomas Eberling viel Erfahrung aus der Finanz- und Versicherungswirtschaft mitbringt, ohne etwas verkaufen zu wollen, sei besonders wertvoll.

Thomas Eberling, Jahrgang 1963, hat einen Master in Betriebswirtschaft. Im Auftrag des Caritasverbandes bereitet er jetzt Berufsschüler auf ihre ersten Finanzentscheidungen vor. Was kostet eigentlich das Leben, was bleibt netto vom Bruttolohn und wie lassen sich Schulden vermeiden? Das sind seine Themen, wenn er vor einem vollen Klassenraum an den Beruflichen Schulen steht.
„Ihr hört da heute gut zu, das ist wichtig!“, sagt Daliborka Brkljaca, Lehrerin und Abteilungsleiterin Wirtschaft und Hauswirtschaft, vorher noch. Freiwillig legen die jungen Leute ihre Handys in einen Kasten neben der Tür, auf dem „Handyhotel“ steht. „Viele Schüler haben null Gefühl für Geld“, so die Pädagogin. Das liege oft daran, dass ihnen ihre Eltern alles möglich machen und sie nichts dafür tun müssten. Die Doppelstunde „Schuldenprävention“ findet sie „mega“, weil der Mann aus der Wirtschaft eine ganz andere Sprache spreche als Lehrer oder Eltern: „Er redet ganz unaufgeregt über das reale Leben.“

Zum Beispiel redet Thomas Eberling darüber, was ein junger Mensch mit seiner Ausbildungsvergütung machen kann und was nicht. Er erklärt, dass vom Lohn Beiträge zur Krankenversicherung, zur Rentenversicherung und zur Arbeitslosenversicherung abgezogen werden. Essen und Trinken kosten Geld, ebenso die Mobilität und die Freizeitgestaltung. Dennoch rät er, jeden Monat etwas zurückzulegen: „Dann könnt ihr irgendwann etwas kaufen, ohne dafür einen Kredit aufnehmen zu müssen.“ Ein Minijob zusätzlich sei gut geeignet, um für größere Anschaffungen zu sparen.

Mit PayPal oder Klarna, das berichten ihm die Schüler, sei es doch ganz einfach, etwas sofort zu kaufen und erst später zu bezahlen. Doch dabei könne man schon mal den Überblick verlieren, sagt eine Schülerin. Es gibt dem Fachmann zu denken, dass manche junge Leute bereits wissen was passiert, wenn man seine Schulden nicht zurückzahlt: „Dann kommt irgendwann der Gerichtsvollzieher.“ Und er erklärt auch, was die Unterschrift unter eine Bürgschaft auslösen kann, mit der man vielleicht einem Freund einen Gefallen tun möchte: „Sie müssen seine Schulden bei der Bank bezahlen, wenn er es nicht tut.“

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