Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Achern
Spende für Sanierung
- Marco Zink (v. l.), Dr. Katrin Merkel, Frank Breuninger, Kirstin Keller, Kathrin Gerber-Schaufler, Susanne Scheck-Reitz und Klaus Muttach bei der symbolischen Scheckübergabe
- Foto: Susanne Hasel
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Achern (st) Gute Nachricht für die Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Achern: Sie erhält eine Unterstützung für die von der Lebenshilfe der Region Baden-Baden – Bühl – Achern e. V. geplante umfassende Sanierung und Modernisierung des Gebäudes, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins. Das Investitionsvolumen beträgt rund vier Millionen Euro. Im Rahmen der Bekanntgabe überreichten die Vorsitzende der Bürgerstiftung Achern und der Region, Susanne Scheck-Reitz, und Kathrin Gerber-Schaufler einen Spendenscheck über 15.000 Euro. Anwesend war auch die Landtagsabgeordnete Dr. Katrin Merkel.
Der Vorsitzende der Lebenshilfe, Frank Breuninger berichtete, dass die Lebenshilfe Baden-Baden – Bühl – Achern in diesem Jahr ihr 60-jähriges Bestehen feiert. Die Organisation begleitet Menschen mit Behinderung in zahlreichen Lebensbereichen. Dazu zählen mehr als 200 Schüler an der Mooslandschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, rund 150 Kinder im Schulkindergarten und in der inklusiven Kindertagesstätte sowie knapp 400 Beschäftigte mit Handicap in Werkstätten und CAP-Märkten. Darüber hinaus leben rund 200 Menschen in den verschiedenen Wohnangeboten der Lebenshilfe. Hinzu kommen jährlich etwa 210 Beratungen in der Frühförderung sowie umfangreiche ambulante Angebote des Offene Hilfen-Bereichs und ein Betreuungsverein.
Möglich werden diese Leistungen durch 570 Mitarbeiter. Weitere 93 Beschäftigte arbeiten in den beiden Inklusionsunternehmen INTEGRA und Illenau Arkaden Bistro, darunter 65 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Menschen mit Behinderung. „Hier wird Integration und Inklusion besonders erfolgreich gelebt“, betonte Frank Breuninger.
Der Beiratsvorsitzende der Lebenshilfestiftung, Klaus Muttach, erläuterte die Herausforderungen, die mit der Führung eines gemeinnützigen Sozialunternehmens verbunden sind. Da zahlreiche Angebote nicht kostendeckend betrieben werden können, ist die Lebenshilfe auf die Unterstützung von Spendern angewiesen. Diese sichern wichtige Angebote und stärken zugleich den gesellschaftlichen Rückhalt für die Arbeit der Lebenshilfe.
Arbeitsplatz für 100 Menschen
Die Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Achern bietet rund 100 Menschen mit einer geistigen Behinderung Arbeitsplätze. Nach 30 Jahren ist eine umfassende Sanierung des Gebäudes notwendig geworden. Von den veranschlagten vier Millionen Euro müssen rund 20 Prozent durch die Lebenshilfe und ihre Stiftung sowie durch Spenden aufgebracht werden.
„Ich bin zuversichtlich, dass wir die notwendige Unterstützung für diesen Eigenanteil erhalten werden. Deshalb werden wir das Projekt nach den Sommerferien starten“, erklärte Muttach.
Geschäftsführerin Kirstin Keller informierte über die Planungen während der Bauphase. Der Großteil der Produktion kann in Achern verbleiben, während ein kleinerer Teil in die Werkstätten in Bühl und Sinzheim verlagert wird. Der Umzug ist für September vorgesehen. Die Fördergruppe für nicht arbeitsfähige Menschen, die dort eine Tagesstruktur erhalten, wird in dieser Phase im Wohnhaus in Achern untergebracht.
So kann die für die Beschäftigten wichtige Arbeit auch während der Sanierungsarbeiten fortgeführt werden. Gleichzeitig sind Qualität und Liefertreue gegenüber den Kunden gewährleistet. Für die Bauarbeiten liegt ein detaillierter Zeitplan vor. Die Fertigstellung der Sanierung ist bis Ende 2027 vorgesehen.
„Trotz der zusätzlichen Herausforderungen freuen wir uns, dass wir alle Angebote während der Bauphase aufrechterhalten können. Ab 2028 werden wir in modernisierten und zukunftsfähigen Räumlichkeiten neu durchstarten“, sagte Keller. Die Erfolgsgeschichte der Werkstatt könne damit unter deutlich verbesserten Bedingungen fortgesetzt werden.
Susanne Scheck-Reitz stellte die Arbeit der Bürgerstiftung Achern und der Region vor, die das soziale und kulturelle Leben in Achern sowie den umliegenden Gemeinden fördert.
Sie würdigte auch das Zusammenspiel von haupt- und ehrenamtlichem Engagement innerhalb der Lebenshilfe. Das Illenau Arkaden Bistro, das täglich Begegnungen und gelebte Inklusion ermöglicht, sei ein gutes Beispiel dafür. Die Arbeit der Lebenshilfe und ihr Motto „Wir sind eins“ habe den Vorstand der Bürgerstiftung nachhaltig beeindruckt. Deshalb habe man sich einstimmig für eine Spende von 15.000 Euro zur Unterstützung der Sanierung entschieden. „Damit möchten wir zugleich andere ermutigen, dieses wertvolle Engagement zu unterstützen und fortzuführen“, sagte Scheck-Reitz.
Die Landtagsabgeordnete Dr. Katrin Merkel zeigte sich beeindruckt von den vielfältigen Angeboten der Lebenshilfe in ihrem Wahlkreis. Teilhabe und Inklusion seien zentrale Themen ihrer Arbeit im Ausschuss für Soziales, Arbeit und Gesundheit des Landtags Baden-Württemberg. Eine inklusive Gesellschaft stärke den gesellschaftlichen Zusammenhalt und eröffne Menschen mit Behinderung gleichberechtigte Teilhabechancen. Der Austausch mit Verantwortlichen und Betroffenen sei für ihre politische Arbeit daher besonders wertvoll. „Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, dass wir trotz knapper finanzieller Spielräume auch künftig eine inklusive Gesellschaft gestalten können, in der jedem Menschen die gleiche Würde und Wertschätzung entgegengebracht wird“, so Katrin Merkel.



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