• 12. Juni 2018, 21:26 Uhr
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Nester sorgen für Ärger
Storchenkolonie in Gamshurst wächst weiter

Dicht gedrängt geht es auf dem Pfarrhaus mit inzwischen insgesamt vier Nestern zu.
Dicht gedrängt geht es auf dem Pfarrhaus mit inzwischen insgesamt vier Nestern zu. (Foto: rb)

Achern-Gamshurst (rb). Da sind sie wieder und jedes Jahr in steigender Zahl: die Gamshurster Störche auf den Dächern des Pfarrhauses, Rathauses, Kirchenschiffs und Kirchturm sowie neuerdings auf einer Platane im Schulhof. Nicht nur, weil Meister Adebar sich auch auf einer Platane im Schulhof niedergelassen hat, machen sich die Störche mächtig unbeliebt. Ruckzuck ziehen die eifrigen Tiere ihr Nest hoch, da kommt man kaum hinterher mit schauen, erklärte Ortsvorsteher Hans Jürgen Morgenstern. Vor allem, was aus dem Nest runterkommt, ist weder bei der Kirche noch im Schulhof und vor allem für die Schüler nicht akzeptabel. Neben Nestmaterial müssen Passanten weiträumig den Nestbereich umgehen, um nicht vom „Storch getroffen zu werden“.

Seit Anfang April waren Storchenpaare intensiv beschäftigt die bestehenden Nester zu inspizieren, wieder herzurichten, aber auch neue zu bauen. Bei einem Nest auf der Frontseite des Kirchenturms hatte wohl der Grundriss nicht mehr gepasst, kurzerhand baute ein Storchenpaar auf das bestehende einfach ein zweites Nest drauf. Jetzt hat dieses mit zwei Etagen eine Übergröße und dürfte ein Gewicht zwischen 500 und 600 Kilogramm samt Störchen haben.
Offensichtlich fühlt sich Meister Adebar in Gamshurst besonders wohl. Waren es im Jahr 2015 neun Horste in dem Acherner Stadtteil, waren es zwei jahre später 14. Nun kam auf dem Pfarrhaus – hier sind vier Nester auf dem Dach – und eins auf der Platane im Schulhof weitere hinzu. Somit zählte die Gamshurster Storchenkolonie 16 Nester. Die Zahl der Jungtiere stieg seit 2014 von neun über 17 auf 21 im Jahr 2016. Im vergangenen Jahr waren es immerhin noch 18 Jungstörche.

Nicht immer geht auch der intensive Nestbau gut, im vergangenen Jahr ist ein Nest auf dem Kirchenschiff abgerutscht, aber auch wieder aufgebaut worden. Jedes Jahr muss die Feuerwehr anrücken und mit der Drehleiter Nester sichern sowie die Baumaterialien aus Dachläufen und -rinnen entfernen.

Für Gottesdienstbesucher wird es immer schwieriger, die Kirche über den gepflasterten Hauptzugang aufgrund der Fäkalien gefahrlos zu betreten. Die Hinterlassenschaften sind auf dem Boden in einem Umkreis von rund zehn Metern zu sehen.

Dies war im Nachbarort Wagshurst extrem. Dort hatte ein Storchenpaar ebenfalls sein Nest über dem Haupteingang der Pfarrkirche gebaut. Nachdem dort Kirchenbesucher öfters „unter Beschuss" waren, hat man kurzerhand – mit Genehmigung des Regierungspräsidiums Freiburg – das Nest entfernt. Ein neues ist zwei Meter zurückversetzt gebaut worden.

Am Bau gehindert werden dürfen die unter Schutz stehenden Tiere keinesfalls. Die einzige Möglichkeit ist, ein Nest in die unmittelbare Nachbar-schaft zu verlegen. Im Fall der Gamshurster Schulplatane wäre dies das Dach der Grundschule. Aber im Sinne der Schüler sei dies keine Alternative. Auf jeden Fall hat die Ortsverwaltung Gamshurst beim Regierungspräsidium angefragt, wie den nistenden Tieren beizukommen sei.

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