Rosa Maria Gannuscio im Porträt
"Bühne ist Balsam für die Kinderseele"

Als Gestalterin sieht sich die Theaterpädagogin Rosa Maria Gannuscio, wenn es um die Ensemble-Arbeit mit jungen Menschen für die verschiedenen Bühnenstücke und Kooperationen des Illenau Theaters mit dem Gymnasium Achern geht. | Foto: Foto: Michael Bode
  • Als Gestalterin sieht sich die Theaterpädagogin Rosa Maria Gannuscio, wenn es um die Ensemble-Arbeit mit jungen Menschen für die verschiedenen Bühnenstücke und Kooperationen des Illenau Theaters mit dem Gymnasium Achern geht.
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Achern (rek) Das Theater gehört zweifelsohne zu den Leidenschaften von Rosa Maria Gannuscio. Die Lehrerin am Gymnasium Achern hat bereits in der Kinder- und Jugendzeit diese Freude am Theater für sich entdeckt und gelebt. Heute ist sie nicht nur als Regisseurin und Gestalterin für Aufführungen der Schule aktiv, auch für die des Vereins Illenau Theater Achern e. V., dessen Vorstand sie zudem angehört. Über sich selbst sagt sie, dass sich in ihr zwei Identitäten vereinen, wenn sie über ihre italienischen Wurzeln spricht, die sich in ihrem Vor- und Nachnamen widerspiegeln. Geboren und Aufgewachsen ist sie in Waldshut nahe der Schweizer Grenze – als Kind von italienischen Eltern.

Ihr Studium absolvierte sie in Freiburg

Während ihrer Kindheit haben die Eltern bei jeder Gelegenheit mehrfach im Jahr die Koffer gepackt, um über die Alpen gen Süden zu fahren. Die Bindungen in die elterliche Heimat pflegt Rosa Maria Gannuscio weiterhin intensiv.
Das Studium fürs Lehramt absolvierte sie in Freiburg für die Fächer Französisch, Italienisch und katholische Religion. Schade findet sie dabei, dass die Sprache ihrer Eltern heute nur noch selten unterrichtet wird. Seit 2010 ist die 40-Jährige in Achern am Gymnasium. Es war ihre erste feste Stelle als Lehrerin. Berufsbegleitend hat Gannuscio zudem Theaterpädagogik in Heidelberg studiert. Entsprechend gefreut hat sie die Einführung des Fachs Theater und Literatur für die Oberstufe. Inzwischen gibt es Theaterangebote schon ab der Unterstufe mit ihr als Fachlehrerin.

Gannuscio sieht sich durch Schülerengagement belohnt

"Die Jüngsten sind bereits mit aller Leidenschaft dabei", freut es Gannuscio. Viele bleiben über die Schuljahre dabei. "Die Schüler an den Anforderungen wachsen zu sehen und wie sie sich den Herausforderungen stellen, ist eine Belohnung für mich als Lehrerin." Durch Kooperationen, wie zwischen dem Gymnasium und dem Illenau Theater, gibt es für Projekte auch Orte außerhalb der Schule, Stücke aufzuführen. Als eine Katastrophe für die Kunst sieht sie die pandemiebedingte Auszeit. Dabei kann "Theater Balsam für die Seelen von Kindern und Jugendlichen" sein.

Das Thema Zeit als aktuelles Theaterprojekt

Die Idee, sich dem Thema Zeit in dem gerade laufenden Projekt zwischen Gymnasium und Illenau Theater zu widmen, hat sich die Gruppe erarbeitet, für das Konzept und den Text ist das Ensemble ebenso selbst verantwortlich. "Die Schauspieler haben wirklich sechs tolle Episoden kreiert", ist Gannuscio begeistert. Über Fragen zur Lebens- und Arbeitszeit, dass die Zeit mal schneller und mal langsamer zu vergehen scheint, hat das Ensemble in dem Titel "Zeitformeln" – mit einem durchgestrichenen "l" – zusammengefasst. Gannuscio führt Regie, auch wenn sie den Begriff Gestaltung für ihre Rolle treffender findet. Die Premiere und weitere Aufführungen waren erfolgreich. Auf dem Spielplan des Illenau Theaters stehen noch zwei Aufführungen am 21. und 22. Oktober um 20 Uhr. Für Gannuscio macht Theater aus die Begegnungen, die Menschen mit ihren unterschiedlichen Talenten und das geistige Handwerk.
Bei aller Leidenschaft für ihre Berufung genießt Gannuscio mit ihrem Lebenspartner die Natur beim Wandern: "Wenn Kuhglocken inmitten der Ruhe läuten – das ist Entspannung."

Lieblingsbücher:

  • "Einer, keiner, hunderttausend", Luigi Pirandello
  • "Novecento", Allessandro Baricco
  • "Alles kein Zufall", Elke Heidenreich

Lieblingsfilme:

  • "Die Legende vom Ozeanpianisten", Guiseppe Tornatore
  • "Der Herr vom anderen Stern", Heinz Hilpert
  • "Ist das Leben nicht schön?", Frank Capra

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