Weniger Betten im Krankenhaus
Änderungen am Ortenau Klinikum Ettenheim

Das Ortenau Klinikum in Ettenheim
  • Das Ortenau Klinikum in Ettenheim
  • Foto: Ortenau Klinikum
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Ettenheim (st). Um die medizinische Patientenversorgung auf hohem Niveau sicherzustellen, wird das Ortenau Klinikum in Ettenheim in den kommenden Monaten einige organisatorische und personelle Weiterentwicklungen auf den Weg bringen. Im Mittelpunkt der vorgesehenen Maßnahmen, die Ortenau Klinikum-Geschäftsführer Christian Keller im Ausschuss für Gesundheit und Kliniken des Ortenaukreises vorstellte, stehen der Ausbau eines fachlich erweiterten Ärzte-Teams in der Inneren Abteilung sowie der Startschuss für den vom Kreistag beschlossenen OP-Neubau.

„Das Ortenau Klinikum in Ettenheim ist leistungsfähig und wird die Patientenversorgung in den kommenden Jahren auf hohem Niveau sicherstellen“, betont Landrat Frank Scherer. „Mit neuen Impulsen für eine verbesserte Struktur und mehr Fachärzten wollen wir das Haus breiter aufstellen.“

Neuer OP-Saal

Gestärkt werden soll das Haus vor allem mit einem neuen Operationssaal in einem Erweiterungsbau. Die Vorbereitungen dazu laufen auf Hochtouren. Der Ausschuss für Gesundheit und Kliniken des Ortenaukreises gab in seiner jüngsten Sitzung grünes Licht für die Ausschreibungen der Architektenplanungen. Baubeginn könnte dann voraussichtlich im Frühjahr 2020 sein.

Eine positive Personalentwicklung verzeichnet das Haus zudem im ärztlichen Bereich. So werden in den kommenden Monaten mehrere Fachärzte mit verschiedenen Schwerpunkten die Innere Medizin verstärken. Nachdem der langjährige Chefarzt Dr. Theobald Vetter Ende Juni in den Ruhestand geht, wird Professor Dr. Leonhard Mohr, Chefarzt der Inneren Abteilung am Ortenau Klinikum in Lahr, diese Aufgabe übernehmen. Für die Leitung der Inneren Abteilung vor Ort in Ettenheim konnte die Klinik Dr. Ralf Stehle gewinnen, der spätestens ab 1. Januar 2020 in Ettenheim als Sektionsleiter die Patienten versorgen wird.

Bereits ab Anfang Juli wird ein Facharzt mit gastroenterologischem Schwerpunkt in Ettenheim seine Tätigkeit aufnehmen. Auch stehen die bisherigen Funktionsober- und Fachärzte sowie die ärztlichen Assistenten im Ettenheimer Haus wie bisher zur Verfügung. Darüber hinaus wird Dr. Theobald Vetter bis Ende Dezember als Arzt am Medizinischen Versorgungszentrum im Krankenhaus Ettenheim internistische Patienten betreuen.

Auch die Notfallversorgung in Ettenheim soll in den kommenden Jahren gestärkt werden. Im Juli sind Gespräche zwischen dem Ortenau Klinikum Lahr-Ettenheim und der DRK über den Umbau oder Neubau der Rettungswache in Ettenheim bereits terminiert.

Fachkäftemangel

Eine große Herausforderung für das Ettenheimer Krankenhaus ist der bundesweite Fachkräftemangel in der Pflege. Seine Auswirkungen machen sich auch in der Ortenau immer stärker bemerkbar. Deshalb hat das Ortenau Klinikum in den vergangenen Jahren und Monaten zahlreiche Maßnahmen ergriffen, in denen der Klinikverbund selbst eine Möglichkeit sieht, dem bundesweiten Fachkräftemangel in der Pflege entgegenzuwirken.

So haben beispielsweise die klinikeigenen Bildungszentren für Gesundheits- und Pflegeberufe mit Ausbildungsbotschaftern, Messebeteiligungen und Infoständen in Schulen verstärkt bei jungen Menschen für eine Ausbildung in der Pflege geworben. Außerdem hat der Klinikverbund durch den Ausbau mitarbeiterfreundlicher Arbeitszeitmodelle, durch die Förderung von Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten in der Pflege, ein erweitertes Angebot an Kita-Plätzen sowie die finanzielle Förderung von Job-Tickets die Attraktivität der Arbeitsplätze deutlich erhöht. Vor einigen Monaten hat das Ortenau Klinikum darüber hinaus ein Pilotprojekt zur Weiterentwicklung der Strukturen und Prozesse im Pflegedienst auf den Weg gebracht, das ebenfalls auf eine weitere Attraktivitätssteigerung im Pflegedienst und die Bindung und Gewinnung neuer Pflegekräfte abzielt.

Weniger Betten

Trotz dieser intensiven Bemühungen kann das Ortenau Klinikum an seinem Haus in Ettenheim derzeit nicht alle benötigten Stellen in der Pflege besetzen. Da die Klinik darüber hinaus für erste bauvorbereitende Maßnahmen zur Erstellung des OP-Neubaus im Erdgeschoss Platz benötigt, müssen im Ettenheimer Krankenhaus stationäre Betten stillgelegt werden.

Im Einzelnen sieht die Klinik vor, auf der internistischen Station E2 im zweiten Obergeschoss von Mitte Juli bis zunächst Ende September die Zahl der Betten um zehn auf dann noch 20 zu reduzieren. In der Station im Erdgeschoss werden 17 Betten stillgelegt. Drei weitere Überwachungsbetten aus dem Erdgeschoss werden in die Station E2 integriert. Bis zum vierten Quartal wird die Klinik voraussichtlich neue Pflegekräfte, unter anderem auch von den Philippinen, gewinnen können. Bei einer ausreichenden Stellenbesetzung soll dann die Station E2 wieder in vollem Umfang arbeiten.

Versorgung gesichert

Die Bettenreduzierung sei keine Folge der vom Kreistag beschlossenen Agenda 2030 und führe auch nicht zu Versorgungsengpässen, so Ortenau Klinikum-Geschäftsführer Christian Keller. Die Auswirkungen des bundesweiten Fachkräftemangels unterstreichen einmal mehr die Notwendigkeit der Klinikreform. „Mit besseren Strukturen und attraktiven Arbeitsplätzen wollen wir unseren Klinikverbund in der Zukunft so aufstellen, dass wir die Auswirkungen des Fachkräftemangels weitgehend auffangen können.“

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