Gegen Politikverdrossenheit
Jugendliche werden beteiligt

Derzeit wird in Ettenheim das Erstwählerforum vorbereitet.
  • Derzeit wird in Ettenheim das Erstwählerforum vorbereitet.
  • Foto: Stadt Ettenheim
  • hochgeladen von Daniela Santo

Ettenheim (ds). Politik geht alle an – Erwachsene und Jugendliche. Um Verdrossenheit vorzubeugen, unternimmt die Stadt Ettenheim einige Anstrengungen, vor allem Jugendliche für das Geschehen im Land und besonders vor Ort zu interessieren. Jüngstes Projekt: ein Erstwählerforum, das im Mai vor der Kommunalwahl an allen Ettenheimer Schulen stattfinden soll. Der Workshop soll sich unter anderem mit folgenden Fragen beschäftigen: Wieso ist meine Stimme wichtig? Welcher Kandidat vertritt am besten meine Themen? Wie kann ich mich in der Gemeinde engagieren?

Jugendbeteiligung seit 2009

Bereits seit 2009 setzt man in Ettenheim auf institutionalisierte Jugendbeteiligung und hat das Jugendforum ins Leben gerufen. Es findet jährlich statt und widmet sich den Themen, die die Heranwachsenden in Ettenheim beschäftigen. So wurde beispielsweise bereits die Ausgestaltung der Schulmensa, die Schwerpunktsetzung für eine Jugendfreizeitanlage, Lernmittelfreiheit, Wählen mit 16 oder Nachhaltigkeit diskutiert. Seit über einem Jahr ist Ettenheim außerdem als eine von drei Modellkommunen Teil eines Projekts des Landeszentrale für politische Bildung. "Dabei geht es um die stärkere Vernetzung der kommunalen Jugendbeteiligung und des Gemeinschaftskundeunterrichts in Schulen", erläutert die städtische Pressestelle auf Anfrage. Bereits zum zweiten Mal fand im vergangenen Jahr ein Jugendpolitik-Workshop mit insgesamt 400 Schülern statt. Dabei lernten die Jugendlichen nicht nur den Bürgermeister ihrer Stadt, sondern auch Abgeordnete kennen. Ergänzend zu den Workshops werden immer wieder Fahrten in den Landtag nach Stuttgart angeboten.

"Mein Interesse für Politik wurde in der Schulzeit von einem sehr engagierten Gemeinschaftskundelehrer geweckt", erinnert sich Bürgermeister Bruno Metz, dessen Großvater schon Bürgermeister war, ebenso, jüngst gewählt, sein Sohn Tobias. Er weiß, dass Demokraten "nicht vom Himmel fallen" und legt daher großen Wert darauf, mit den Jugendlichen auf Augenhöhe deren Themen zu diskutieren. So freut er sich beispielsweise auch immer, wenn wieder eine Schulklasse einen Besuch im Rathaus angekündigt hat.

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