Herausforderungen in der Pflege
Netzwerktreffen der Klinikum-Führungskräfte

Medizinvorstand Dr. Peter Kraemer bei seinem Vortrag vor rund 100 Führungskräften aus der Pflege des Ortenau Klinikums in der Sternenberghalle in Friesenheim | Foto: Ortenau Klinikum
  • Medizinvorstand Dr. Peter Kraemer bei seinem Vortrag vor rund 100 Führungskräften aus der Pflege des Ortenau Klinikums in der Sternenberghalle in Friesenheim
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Friesenheim (st) Rund 100 Führungskräfte aus den Pflege- und Funktionsbereichen aller Standorte des Ortenau Klinikums sind kürzlich in der Sternenberghalle in Friesenheim zusammengekommen, um sich über die aktuellen Herausforderungen der Pflege auszutauschen und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten. Bei dem dritten Netzwerktreffen der Pflege-Führungskräfte seit 2021 standen die Themen Qualitäts- und Führungsindikatoren, Qualifikationsmix in der Pflege sowie Integration akademischer Pflegekräfte im Mittelpunkt.

„Unser jährliches Netzwerktreffen ist ein ganz wichtiges Instrument, um unsere Erfahrungen und unser Wissen in der Pflege im Klinikverbund zu bündeln und den Austausch zwischen den Pflege-Teams zu fördern. Aus diesen wichtigen Synergien können wir gemeinsam gute Lösungen für unsere Patienten und unsere Zusammenarbeit erarbeiten“, betont Kathleen Messer, pflegerische Vorständin des Ortenau Klinikums.

Verschiedene Workshops

Die Führungskräfte bearbeiteten die Themenschwerpunkte des Treffens in verschiedenen Workshops. Bei der Vorstellung der Qualitätsindikatoren stand die Versorgungsqualität der Patienten im Fokus. So sollen beispielsweise Maßnahmen ergriffen werden, um Stürze im stationären Bereich zu reduzieren. Bei den Führungsindikatoren sollen Kommunikation und Präsenz verbessert sowie die Ansprechbarkeit für Mitarbeitende erhöht werden.

Ein weiterer Workshop beschäftigte sich mit der Frage, wie angesichts des Fachkräftemangels die Arbeit effizienter im Qualifikationsmix bewältigt werden kann. So könnten andere Berufsgruppen aus dem medizinischen Sektor die Pflegenden unterstützen. Beispielsweise könne ein Rettungsassistent die letzten Jahre seiner Berufstätigkeit auf Wunsch in der Zentralen Notaufnahme eingesetzt werden. Ergebnis des Workshops: Um ein Qualifikationsmix umsetzen zu können, bedarf es einer ausgefeilten Organisation.

Ein weiterer Workshop thematisierte die Integration von Pflegekräften, die nach ihrer Ausbildung im Ortenau Klinikum noch ein Studium absolviert haben. Als erfolgversprechende Lösungsansätze wurden die Schaffung neuer Aufgabenbereiche sowie eine entsprechende Stellenbeschreibung und Eingruppierung identifiziert. Möglich wäre ein Arbeitsbereich mit Anteilen im operativen Pflege- und Funktionsdienst wie Anteilen für wissenschaftliche Aufgaben in der Pflege. „Diese Pflegekräfte mit hoher Qualifikation möchten wir unbedingt an das Ortenau Klinikum binden“, so Messer.

Einen breiten Raum des Netzwerktreffens nahm auch das Thema Teamboarding ein. Das Verfahren ermöglicht es den Pflege-Teams, Herausforderungen selbständig anzugehen und zu lösen. Die Erfahrungen, die in einem Pilotprojekt in ausgewählten Stationen gesammelt wurden, sind durchweg positiv. Messer kündigte an, dass das Teamboarding schrittweise in allen Stationen und allen Standorten eingeführt werde.

Zielsetzung des Netzwerktreffens

Bei einem kurzen Grußwort bekräftige Christian Keller die Zielsetzung des Netzwerktreffens: „Wir wollen unsere medizinische und pflegerische Kompetenz im Klinikverbund weiter bündeln und vernetzen und so auch in Zukunft eine exzellente Gesundheitsversorgung für die Menschen in der Ortenau sicherstellen“, so Keller. Der Vorstandsvorsitzende des Ortenau Klinikums bedankte sich bei den Pflege-Führungskräften für ihre engagierte und wertvolle Arbeit, die einen großen Beitrag zur stationären Gesundheitsversorgung leiste.

Dr. Peter Kraemer, Medizinischer Vorstand des Ortenau Klinikums, zeigte sich bei einem Vortrag erfreut über den guten Jahresstart des Ortenau Klinikums mit teilweise deutlich gestiegenen Patientenzahlen, OP-Leistungen sowie Geburtenzahlen. Kritisch hingegen bewertete er neue Vorgaben aus der Bundespolitik. Die Einhaltung der teilweise massiv erhöhten Mindestmengen bei Operationen in den einzelnen Fachbereichen bedeuteten für das Ortenau Klinikum eine große Herausforderung. Sollten die Mindestmengen nicht erfüllt werden, müsste das Ortenau Klinikum diese Leistungen künftig einstellen. Die aktuellen Vorschläge für eine Krankenhausreform wertete Dr. Kraemer in der Zielsetzung positiv. Für eine abschließende Bewertung müsse man allerdings die konkrete Ausgestaltung im Gesetzgebungsverfahren abwarten.

Zum Abschluss der Veranstaltung zog Kathleen Messer ein insgesamt positives Fazit des Netzwerktreffens: "Es freut mich besonders, dass und wie die unterschiedlichen Stationen ins Gespräch gekommen sind, sich gegenseitig Anregungen und Praxistipps gegeben haben. Der Netzwerkgedanke funktioniert!“

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