Weinbauern erklären Leidenschaft für Reben
„Nicht nur Winzer, sondern auch Landschaftspfleger“

Jungwinzer sind die Zukunft des Weinbaus (v. l.): Jakob Frei, Erik Kiefer, Frederik Gehring und Jakob Schmidt
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Gengenbach (suwa). Das feuchte Wetter am vergangenen Sonntag hätte nicht eindrücklicher die Herausforderungen der Arbeit im Weinberg illustrieren können. Das Wetter bildet die Grundlage und größte Sorge der Winzer. Im feuchtwarmen Klima gedeiht zum Beispiel die Pilzkrankheit Peronospora. Der falsche Mehltau schädigt die Assimilationsleistung der Pflanze und vermindert somit die Qualität der Trauben.

„Es geht nicht ohne Pflanzenschutz“, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Weinmanufaktur Gengenbach-Offenburg, Reiner End, in den Reben zwischen Zell-Weierbach und Fessenbach bei einem Aktionstag. End vermittelt den 20 Jungwinzern der Weinmanufaktur seit der Gründung der Gruppe Wissen, das diese bewahren und weitergeben. „Was ganz wichtig ist, den Boden zu kennen“, erklärte Benedikt Vollmer. „Der Boden ist unser Kapital.“ Anschaulich beschrieben die Jungwinzer die Arbeit im Weinberg. „Wir sind nicht nur Winzer, sondern auch Landschaftspfleger.“

Eine neue Düsentechnik mildere den Abdrift von Pflanzenschutzmitteln. Vier Schlepper standen mit den im Weinberg einzusetzenden Geräten im Hang. „Der Mulcher ist die zweitwichtigste Maschine“, erklären die Jungwinzer. Erde werde aufgelockert und das Unkraut biologisch bekämpft. Der Einsatz von Nützlingen gegen Schädlinge, Bewurzelung und Begrünung sind weitere Themen. „Wenn der Boden bewurzelt ist, ist das auch besser für das Wachstum der Reben.“ Pflanzen würden Stickstoff aus der Luft binden und an den Boden abgeben. „Wir wollen nicht nur Bewusstsein für den Weinbau herstellen, sondern allgemein für die Landwirtschaft“, betont Jungwinzer Erik Kiefer.

Den Blick auf Schädlinge unter dem Mikroskop boten Weinbauberater Johannes Werner vom Amt für Landwirtschaft und Gertrud Wegner-Kiß vom Staatlichen Weinbau-Institut Freiburg. Ein Informationstand um Bienen und Honiggewinnung rundete die Darstellung vom Leben und Arbeiten im Weinberg und der Natur ab. So errichteten die Jungwinzer in zwei Jahren 14 Insektenhotels im Rebland.

„Wir sind in der glücklichen Lage, über Nachwuchs zu verfügen“, sagte der Geschäftsführer der Weinmanufaktur Gengenbach-Offenburg, Christian Gehring. „Die Jungwinzer sind die Zukunft des Weinbaus. Sie bewahren die Landschaft, in dem sie sie pflegen“, betonte Gehring. „Wir schaffen für die Menschen, damit sie den Wein und die tolle Landschaft genießen können“, sagten die jungen Winzer, die ihre Reblandliebe im Neben- und im Vollerwerb leben.

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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