Schaftaxi in Betrieb genommen
Zwölf Tiere gehen auf einen Anhänger
- Startschuss für das Schaftaxi: Arano Zürcher (v. l.), Michael Heizmann, Familien Bischler und Lehmann, Siedfried Schaub, Anne-Marie Jarry und Sven Müller
- Foto: Stadt Gengenbach
- hochgeladen von Christina Großheim
Gengenbach (st) Ende Juli nahmen Bürgermeister Sven Müller, Arno Zürcher, Amtsleiter Landwirtschaft im Ortenaukreis, Michael Heizmann, Geschäftsführer von LEADER Ortenau, Siegfried Schaub vom BUND Neuried/Ried und Schäfer Reinhard Bischler das Schaftaxi offiziell in Betrieb. Mit dem praktischen PKW-Anhänger können Schafhalter rund zwölf Schafe von einer Weide zur anderen transportieren, heißt es in einer Pressemitteilung.
„Dieses Projekt hilft pragmatisch, Landnutzung und Artenvielfalt in Einklang zu bringen. Das Projekt steht dafür, wie Mensch und Tier gemeinsam Kulturlandschaften prägen und erhalten“, sagte Bürgermeister Müller. Zürcher ergänzte: „Gerade die Förderung von Investitionen in Maschinen und Geräte macht die Landwirtschaft zukunftsfähig und attraktiv für die nächste Generation.“
Nachdem der bisherige Anhänger der Schäferei in die Jahre gekommen war, kann jetzt das neue Schaftaxi durch die Schäferei und weitere Schäfer eingesetzt werden. Denn Voraussetzung für die Förderung durch das LEADER-Programm war, dass es weiteren Tierhaltern zur Verfügung steht. „Wir setzen in der Landschaftspflege-Förderung auf Gemeinschaftsprojekte, um einerseits die Auslastung der Anschaffungen zu maximieren, aber auch, um den Zusammenhalt in der Region zu stärken,“ erläutert Heizmann.
Schafe für Region wichtig
Auch der BUND Neuried/Ried unterstützte das Schaftaxi finanziell mit Mittel aus eigenen Projekten. Schaub meinte dazu: „Gerade die vielen Schafhalter mit einer kleinen Anzahl an Schafen sind für unsere Region und die Biodiversität unendlich wertvoll und müssen unterstützt werden.“
Das Projekt startete bereits im Juni 2024 mit der Anfrage zu Fördermöglichkeiten bei der LEADER Ortenau-Geschäftsstelle durch den LEV. Der Verband hatte die Antragstellung und die Abwicklung des gesamten Projektes begleitet. „Mit der Anschaffung eines Schaftaxis sollen langfristig die Offenhaltung und die Landschaftspflege der naturschutzfachlich und touristisch wichtigen Weiden im Vorderen Kinzigtal sichergestellt werden“, so Anne-Marie Jarry, stellvertretende Geschäftsführerin beim LEV.
Mit seinen rund 380 Tieren pflegt der Betrieb Bischler auf der Gemarkung Gengenbach zurzeit nicht zusammenhängende Weiden, meist in Steillagen. Er übernimmt außerdem als Dienstleister jährlich wechselnde Flächen zur Nachpflege. Ein in Größe und Technik angepasstes Transportmittel verringert den zeitlichen Aufwand, steigert die Rentabilität und sichert somit den Fortbestand der Schäferei und der Schafhaltung im Kinzigtal. „Das dem Bedarf angepasste Schaftaxi trägt zur Sicherheit von Mensch und Tier und zum Tierwohl bei. Die Auslastung ist durch Nachbarschaftshilfe gewährleistet, da rund ein Dutzend Kleinschäfer den Anhänger ebenfalls nutzen“, weiß Bischler.
Eine lokale Firma baute das Schaftaxi im Auftrag der Schäferei. Die Anschaffungskosten von rund 13.000 Euro förderte LEADER Ortenau mit 70 Prozent. Der BUND Neuried/Ried unterstützte mit einer vierstelligen Summe. Wer weitere Informationen zum Schaftaxi benötigt oder es nutzen will, wendet sich an die Schäferei Bischler.






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