Junker-Gruppe investiert 15 Millionen in Gengenbach

Unternehmer Erwin Junker (von links) und Bürgermeister Thorsten Erny mit ihren jeweiligen Mitarbeitern vor dem Bauschild auf dem Grundstück auf dem ehemaligen Hukla-Areal.
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Gengenbach/Nordrach. Der Nordracher Firmenpatriarch macht weiter Nägel mit Köpfen, um der
Gemeinde Nordrach teilweise den Rücken zuzukehren: „Heute unterschreibe
ich alle nötigen Papiere, damit morgen der Bauantrag bei der Stadt
Gengenbach eingereicht werden kann“, machte Unternehmensgründer Erwin
Junker in Gengenbach bei einem ersten Pressetermin am zukünftigen Sitz
der bisher in Nordrach ansässigen Zentrale der Maschinenbaufirma klar.

Gengenbachs Bürgermeister Thorsten Erny reagierte entsprechend und ordnete mit
einem Augenzwinkern an, dass die Mitarbeiter des Bauamts erst dann in
Urlaub gehen könnten, wenn das Baugesuch genehmigt ist. 15 Millionen
Euro wird der Unternehmer der 1962 als Drei-Mann-Betrieb gegründeten
Firma am neuen Sitz investieren. Die Junker-Gruppe ist nach eigenen
Angaben Weltmarktführer in der Herstellung von
CBN-Hochgeschwindigkeits-Schleifmaschinen und erwirtschaftet mit ihren
rund 1250 Mitarbeitern weltweit einen Umsatz von 230 Millionen Euro.

Neben der Hauptverwaltung und der Betriebszentrale entstehen eine neue
Montagehalle sowie eine Weiterbildungs- und Kundenakademie. Der Abschied
aus Nordrach war nicht freiwillig und so bedankte sich Junker
ausdrücklich dafür, dass sich Erny für den gewünschten
Hubschrauber-Landeplatz auf dem Dach des neuen Firmensitzes beim
Regierungspräsidium Freiburg eingesetzt hatte. „Wir müssen schnell und
gut sein“, nannte Erwin Junker die Gründe für den Zeitdruck für „unser
bisher größtes Projekt“. Er lobte die Architektur des geplanten Neubaus,
der eine runde Sache sei und ohne Ecken und Kanten auskomme. Laufe es
nach Plan, so Junker, könne im Frühjahr mit dem Bau begonnen werden, der
dann eineinhalb bis zwei Jahre dauern werde.

Erwin Junker hatte schon vor längerer Zeit erklärt, dass Nordrach für ihn als Standort
eines Weltunternehmens kein idealer Platz mehr sei. Als Gründe führte er
die schlechte Verkehrsanbindung an und all jenes, was seinen
internationalen Gästen nicht geboten würde. Zwischenzeitlich hatte
Junker Zell am Harmersbach in Betracht gezogen. Allerdings kam es dann
wohl zu Problemen bei Kommunikation und Ablaufvorgehen. Kurzerhand
suchte Erwin Junker weiter und so baut dieser nicht nur ein neues Werk,
sondern gleich einen neuen Hauptsitz für sein Unternehmen.
Voraussichtlich 300 Mitarbeiter von 400 Beschäftigten in Nordrach
dürften ihren Arbeitsplatz künftig in Gengenbach haben.

Am bisherigen Standort in Nordrach werde das Unternehmen seine
Service-Sparte ausbauen, erklärte Konzernleiter Rochus Mayer. In dem
künftigen Technologiecenter würden aussortierte Junker-Maschinen
generalüberholt und dann in wirtschaftsschwächeren Ländern günstiger verkauft.

Für Gengenbach ist der Neubau der Junker-Gruppe gleichzeitig der Schlusspunkt unter der Vermarktung des früheren
Holzlagerplatzes des früheren Möbelherstellers Hukla. Auf dem sechs
Hektar großen Areal sind, so Erny, mit den rund 400 Junker-Mitarbeitern
500 neue Arbeitsplätze entstanden. Firmen und Geschäfte aus den
Bereichen Handel, Gastronomie, Handwerk und Lebensmittelproduktion
hätten sich am südlichen Ortseingang Gengenbachs in den vergangenen
Jahren angesiedelt.

„Für die Stadt ist der Junker-Neubau ein starker Beweis für die Attraktivität als Standort“, bekräftigte Erny die
Entwicklung. Durch die Nähe zur Autobahn und Bahn biete Gengenbach die
nötige Infrastruktur und mit der Hochschule stünden potentielle
Arbeitskräfte zur Verfügung.

Autor: rek/dh

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