Arboretum mit Klimahain und exotischen Arten
Im Garten der zwei Ufer mehr als 150 neue Bäume gepflanzt

Der Klimahain mit Sitzgelegenheiten in der Mitte und Blick auf den Rhein wird wachsen.
  • Der Klimahain mit Sitzgelegenheiten in der Mitte und Blick auf den Rhein wird wachsen.
  • Foto: Stadt Kehl
  • hochgeladen von Rembert Graf Kerssenbrock

Kehl (rek/st). Der Klimawandel ändert vieles: Während es lange Jahre eher verpönt war, exotische Bäume zu pflanzen und einheimischen Gehölzen der Vorzug gegeben wurde, sind Exoten heute Teil der neuen Artenvielfalt. Im Garten der zwei Ufer haben Mitarbeiter des Kehler Betriebshofs daher ganz unterschiedliche Bäume gesetzt und damit eine Sammlung verschiedenartiger, oft auch exotischer Gehölze, geschaffen – ein Arboretum. Zu den Aufgaben der drei neuen Auszubildenden wird es gehören, an den Bäumen auch eine entsprechende Beschilderung anzubringen.

Name der Gehölze

Auf den Etiketten, welche direkt an den Baumstämmen befestigt werden, soll nicht nur der deutsche, der lateinische und botanische Name der Gehölze vermerkt werden, sondern beispielsweise auch, ob sie eine besondere medizinische oder ornithologische Bedeutung haben. 14 neue Bäume im Garten der zwei Ufer bilden einen sogenannten Klimahain. Es handelt sich dabei um verschiedene Baumarten mit teils klangvollen Namen: Acer truncantum Norwegian Sunset ist beispielsweise ein mittelgroßer Ahorn, der als extrem gesund, gut wachsend und frosthart gilt. Im Herbst färben sich seine Blätter von gelb über orange bis hin zu kräftigen Rottönen.

Zusammen mit einer Vogelbeere, einer Ulme, einer Linde, einer Eiche und einem weiteren Ahorn, einem sogenannten Faunabaum, der im Mai blüht, begleitet er eine neue Gruppe von Bänken mitten auf der Grasfläche zwischen Passerelle des deux Rives und UFO. Der Faunabaum ist ein wertvoller Baum für Schmetterlinge, Falter und zahllose Mikroorganismen und gilt zugleich als Bienennährpflanze. Er ist winterhart und auch starke Winde können ihm nichts anhaben. Zwei verschiedene Apfelbäume gehören ebenso zum Klimahain wie eine Erle, eine Esche, die gegenüber dem Eschentriebsterben resistent ist, sowie eine Hopfenbuche aus der Familie der Birkengewächse.

Umgesetzter Affenschwanzbaum

Etwas zurückgesetzt vom Weg, der vom Rhein zur Großherzog-Friedrich-Straße hinauf führt, steht der Affenschwanzbaum, der in den Garten der zwei Ufer umgesetzt wurde, als im Rathausareal die Bauarbeiten begonnen haben. Mehr als 50 Bäume, die Bauarbeiten im Stadtgebiet weichen mussten, haben im Garten der zwei Ufer einen neuen Platz gefunden. In den vergangenen dreieinhalb Jahren sind insgesamt 150 Bäume im Park am Rhein gepflanzt worden.

„Die Vielfalt macht es aus“, erklärt Frank Wagner, Leiter des Bereichs Grünflächenmanagement beim städtischen Betriebshof. Der Garten der zwei Ufer, sagt er, gehöre zu seinen persönlichen Lieblingsplätzen und wenn er über das einstige Gartenschaugelände spricht, gerät er über "all die Vogelstimmen, die man hier hört", gerät er ins Schwärmen.

Der Garten der zwei Ufer sei eine Besonderheit in der Region: ein offener Park, nicht eintrittspflichtig, allzeit zugänglich, mit speziellem, durch das Wasser geprägten Klima: Bis zu 18 Grad Temperaturunterschied hat er zwischen der befestigten Innenstadt und den schattenspendenden Bäumen im Rheinvorland im heißen Sommer gemessen.

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