Punktesystem soll Sanierungsbedarf in Kehl verdeutlichen
Kameras auf Autodach erfassen Straßenzustand

Ab morgen ist dieses Auto unterwegs, um den Zustand der Straßen zu erfassen.
  • Ab morgen ist dieses Auto unterwegs, um den Zustand der Straßen zu erfassen.
  • Foto: Stadt Kehl
  • hochgeladen von Daniela Santo

Kehl (st). Ein mit Kameras versehenes Auto wird von morgen an seine Runden durch Kehl drehen. Der Grund: Keine Aufzeichnung im Rahmen von Google Street View, sondern die Zustandserfassung der Kehler Straßen. Die sechs Kameras auf dem Dach des Fahrzeugs erfassen jeden Riss, jedes Schlagloch und jede Unebenheit auf der Straße. Anhand der auf diese Weise gesammelten Daten können notwendige Sanierungsarbeiten künftig besser nach Dringlichkeit bewertet und kostengünstiger umgesetzt werden.

Rund 270 Kilometer Straßennetz und knappe 400 Kilometer Feld- und Wirtschaftswege umfasst das Kehler Stadtgebiet schätzungsweise. Genaue Zahlen gibt es nicht, weil die Straßen- und Wegbestände in Kehl und den Ortschaften nie vollständig erfasst wurden. Auch der genaue Zustand der Verkehrswege ist nur vereinzelt dokumentiert. Weil die Stadtverwaltung dafür verantwortlich ist, die Straßen instand zu halten und für Verkehrssicherheit zu sorgen, wird nun das gesamte Netz erfasst und Mängel wie Risse und Schlaglöcher systematisch aufgezeichnet. Insgesamt soll die Zustandserfassung rund drei Wochen dauern.

Nach und nach fährt das Auto das komplette Kehler Straßennetz ab, die Ortschaften eingeschlossen. Auch asphaltierte Wirtschaftswege werden erfasst; nicht befahren werden Feldwege und mit Betonplatten gebaute Wirtschaftswege. Während der Fahrt zeichnen die auf dem Autodach befestigten sechs Kameras alle fünf Meter den gesamten Verkehrsraum auf – dazu zählen auch Verkehrsinseln und Baumgruben, die in die Fahrbahn eingebaut sind. Ein Sensor registriert gleichzeitig, wo sich das Fahrzeug gerade befindet. Auf dem Autodach befinden sich außerdem noch zwei Antennen für GPS-Signale sowie zwei Laserscanner, die zusätzliche Daten über die geografische Lage der Straßen liefern.

Alle gesammelten Daten und Bilder werden im Anschluss an die Befahrung am Computer nachbearbeitet. Um dem Datenschutz Genüge zu tun, werden sie durch automatische Logarithmen und eine manuelle Nachkontrolle anonymisiert – Gesichter und Nummernschilder werden also unkenntlich gemacht. Den anonymisierten Datensatz erhält die Stadtverwaltung. Er gibt Auskunft über die geographische Lage jeder Straße, ihre Länge und Breite, ihre Einbauten wie Verkehrsinseln und Bäume sowie ihren Zustand, der mithilfe eines Punktesystems bewertet wird. Anhand dieses Punktesystems kann die Verwaltung einen Plan für den Sanierungsbedarf jeder Straße erstellen und dem Gemeinderat gezielt Sanierungsvorschläge unterbreiten.

Autor:

Daniela Santo aus Lahr

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