Gemeinderat lehnt Sanierung des alten Hallenbades ab
Kehl will ein neues Kombibad bauen

Das Kehler Hallenbad wird nicht saniert. Auch eine Umnutzung des Baus von 1970 steht nicht im Raum.
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Kehl (gro). Für den Bau eines neuen Kombibades am Standort des Kehler Freibades und gegen die Sanierung des maroden Hallenbades hat sich am Mittwoch der Kehler Gemeinderat ausgesprochen. Der Zeitplan für die Umsetzung des "größten Projektes, das die Stadt stemmen muss" (Oberbürgermeister Toni Vetrano) ist ehrgeizig. Das neue Bad soll im Jahr 2023 eingeweiht werden.

Für Ernüchterung hatten die Ausführungen von Michael Heitzmann, Gebäudemanagement der Stadt, gesorgt: Er stellte fest, dass es mit einer reinen Dachsanierung beim alten Bad nicht getan sei. Das von der SPD-Fraktion beantragte Gutachten der technischen Anlagen brachte eklatante Mängel zu Tage: Die Technik stammt aus den 1970er-Jahren. Sie wurde repariert, aber nie erneuert. Werden Teile der Schwimmbadtechnik ausgetauscht, dann werden die jetzt geltenden Vorschriften – denen die Technik nicht entspricht – angewendet. Das hat zur Folge, das die gesamte Badtechnik ausgetauscht werden müsste. Heitzmann gab zu bedenken, dass selbst wenn das Dach saniert würde, die Technik jederzeit ausfallen könne, denn die Filteranlage sei in einem sehr kritischen Zustand. Die Sanierung der Badtechnik würde mit rund 580.000 Euro zu Buche schlagen. Hinzu kommt: Das Becken ist undicht, es verliert schon seit einiger Zeit Wasser. Eine Sanierung des Beckenkörpers würde rund 240.000 Euro kosten, eine Sanierung der korrodierten Betonteile beläuft sich auf 400.000 Euro. Die Lüftungsanlage des Hallenbades steht ebenfalls kurz vor dem Kollaps. Auch hier haben sich die technischen Vorgaben völlig verändert, eine Sanierung würde rund 500.000 Euro verschlingen.

Um das Hallenbad für eine Übergangszeit fit zu machen, würden rund zwei Millionen Euro anfallen, eine Generalsanierung würde rund 5,8 Millionen Euro kosten. "Selbst mit neuem Dach und Technik wird die Attraktivität des Bades nicht gesteigert", ist sich Vetrano sicher. Denn dann hätte das Kehler Hallenbad immer noch keinen Nichtschwimmerbereich, keine Gastronomie und wenig Aufenthaltsfläche. Eine weitere Komplikation bilden die Zwergfledermäuse, die sich im Hallenbad angesiedelt haben. Sie lassen für Bauarbeiten nur ein enges Zeitfenster, das eine Sanierung stark verlängern würde. Denn im Prinzip wären Arbeiten nur an zwei Monaten im Jahr möglich.

Seit 2011 gibt es eine Vorplanung für den Bau eines Ganzjahresbades beim Kehler Freibad. Die Kosten wurden auf rund 18 Millionen Euro geschätzt. Der Vorteil: Auch das Freibad ist sanierungsbedürftig, die Schwimmbadtechnik könnte zusammengelegt werden, das spart Geld. Der Bau eines Kombibades sei in zwei Bauabschnitten möglich, so Michael Heitzmann.
Der Zeitplan sieht nun so aus: In der Sitzung am 26. Juli beschäftigt sich der Gemeinderat mit dem Übergangsmanagement für den Schwimmverein und das Schulschwimmen. Eine Projektgruppe Bäderlandschaft, in der auch sachkundige Bürger vertreten sind, soll eingerichtet werden. Bis 2019 soll das Konzept stehen, dann gehen die Planer ans Werk. Der Baubeginn soll 2020 sein, die Eröffnung bereits im Jahr 2023.

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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