Betreuerteam fast wieder komplett
Neustart der rheinübergreifenden Krippe

Foto: Stadt Kehl
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Kehl (st). Die Vorfreude ist groß: Fast zwei Jahre lang konnten aufgrund der Corona-Pandemie keine gemeinsamen Veranstaltungen mehr stattfinden. Und jetzt: Sowohl die kleinen wie die großen Kinder, welche die deutsch-französischen Krippe im Straßburger Rheinhafenviertel besuchen, haben bunte Laternen gebastelt, mit denen sie am Mittwochabend zu St. Martin voller Stolz vom Krippengebäude im Straßburger Rheinhafenviertel zum Garten der zwei Ufer ziehen. Sogar ein Pferd begleitet den Zug. „Wir haben ein sehr dynamisches junges Team“, freut sich Sylvie Briançon, die zusammen mit ihrer französischen Kollegin Sophie Dach das Leitungsduo der Einrichtung bildet.

Modellprojekt seit 2014

Seit April 2014 gibt es das Modellprojekt deutsch-französische, grenzüberschreitende Kinderkrippe mit jeweils 30 Plätzen für Kinder aus Straßburger und aus Kehler Familien. Die Kleinen im Alter von zweieinhalb Monaten bis zu dreieinhalb Jahren werden von einem Team betreut, das aus neun deutschsprachigen und neun französischsprachigen Fachkräften besteht. Geleitet wird die Einrichtung von einem deutsch-französischen Duo.

Bereits wenige Monate nach der Eröffnung der Einrichtung in einem eigens für das pädagogische Konzept konzipierten Neubau auf dem Gelände der Vor- und Grundschule des Rheinhafenviertels, der mit 1,7 Millionen Euro aus dem INTERREG-Fonds von der Europäischen Union gefördert wurde, begann die Schere in der Entlohnung der pädagogischen Fachkräfte durch die Tariferhöhungen auf der deutschen Rheinseite immer mehr auseinanderzuklaffen. In der Folge wurde es stetig schwieriger, ausreichend qualifizierte Erzieher mit deutschem Abschluss für die Krippe zu finden; die Fluktuation war hoch.

Deutsches Erzieherteam so gut wie komplett

Seit Beginn des neuen Schuljahres jedoch ist der deutsche Teil des Krippenteams so gut wie komplett (ein Einstellungsverfahren läuft noch) und Leiterin Sylvie Briançon ist glücklich: „Das Team trägt die Einrichtung, man spürt den Teamgeist und den Zusammenhalt.“ Auch Michaela Könner, Fachkoordinatorin für den Bereich Bildung und Betreuung von Kindern bei der Stadt Kehl und von Anfang an im rheinübergreifenden Krippenprojekt engagiert, freut sich über die Gemeinschaft, die entstanden ist: „Das ist ein großer Fortschritt.“ Mit viel Elan ergänzen ein Absolvent eines freiwilligen sozialen Jahres sowie eine Absolventin einer praxisorientierten Ausbildung zur Erzieherin (PIA) das Team.

Erzieher, die nicht beide Sprachen verstehen und sprechen, bekommen Sprachunterricht und für die Neuankömmlinge hatte der von den Städten Straßburg und Kehl beauftragte Krippenbetreiber AASBR drei Integrationstage organisiert. Französische Erzieher hatten dabei die Gelegenheit, Kehler Kindertageseinrichtungen kennen zu lernen und die neuen deutschen Fachkräfte besuchten andere Krippen des AASBR. Interkulturelle Schwierigkeiten, denen seit Bestehen der Einrichtung mit speziellen interkulturellen Trainings des Euro-Instituts begegnet wurde und wird, „sind derzeit kein Thema mehr“, sagt Sylvie Briançon.

Sie hofft nun, dass das Laternenfest den Auftakt dazu bildet, dass Veranstaltungen mit den Familien wieder möglich werden: „Außer einem Elternabend pro Jahr“, hatten wir seit Beginn der Pandemie „fast nichts“, bedauert sie.

Entsprechend groß ist die Beteiligung der Eltern am dem Laternenlauf am Mittwochabend. Viele wollen sich die erste gemeinsame Veranstaltung mit ihren Kindern seit zwei Jahren nicht entgehen lassen.

Foto: Stadt Kehl
Foto: Stadt Kehl

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