Entspannung der Hochwasserlage
Rückhalteräume werden wieder entleert

Foto: Blick vom Kulturwehr Kehl/ Straßburg in den Rückhalteraum am Samstagnachmittag.
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  • Foto: Regierungspräsidium Freiburg
  • hochgeladen von Matthias Kerber

Kehl (st). Wie das Regierungspräsidium Freiburg (RP) am Sonntag, 18. Juli, mitteilte, hat die Entleerung der beiden Hochwasserrückhalteräume Kulturwehr Kehl/Straßburg und Polder Altenheim in der Nacht zum Sonntag begonnen. Dieser Vorgang werde aufgrund der immer noch hohen Wasserstände im Rhein ein bis zwei Tage andauern, heißt es aus dem RP. Bis dahin werden die Absperrungen aufrechterhalten. Das RP dankt allen Bürgerinnen und Bürgern für ihre Umsicht und Rücksichtnahme und bittet auch bei der Entleerung der Rückhalteräume die Einschränkungen zum eigenen Schutz und zum Schutz der Wildtiere zu respektieren.

Die Rückhalteräume waren am Samstagmittag aufgrund steigender Rheinpegel in Betrieb gegangen und etwa bis zur Hälfte ihrer Kapazität gefüllt worden. „Mit diesen beiden größten Hochwasserschutzanlagen am Oberrhein konnte sehr effektiv Hochwasser zurückgehalten werden“, erklärt Harald Klumpp, Referatsleiter für das Integrierte Rheinprogramm am RP. Ziel war es, die Dämme entlang der freien Rheinstrecke nördlich der letzten Staustufe Iffezheim zu entlasten. Der Polder Erstein auf französischer Seite ist weiterhin im Einsatz.

Gute Zusammenarbeit

„Die Zusammenarbeit über die Grenze hinweg hat Hand in Hand funktioniert“, berichtet Klumpp. So musste beispielsweise vor Einsatz des Rückhalteraumes Kulturwehr Kehl/Straßburg das im Rückhalteraum auf französischer Seite gelegene Naturschutzgebiet „Rohrschollen“ geräumt werden. „Über Videokonferenzen mit der Hochwasservorhersagezentrale und allen Partnern am Oberrhein hatten wir immer eine sehr direkte Abstimmung“, so Harald Klumpp.

Bei der sich jetzt abzeichnenden Entspannung der Hochwasserlage können die Einsatzkräfte durchatmen und auf ein reibungsloses Miteinander zurückblicken. „Im Hochwassereinsatz zeigte sich wie gut das Zusammenspiel mit den Bauhöfen, den Kommunen, Feuerwehren, Polizei, betroffenen Vereinen, Betrieben und Privatpersonen funktioniert und die Rädchen ineinander greifen“, so der für das Kulturwehr Kehl/Straßburg zuständige Projektgruppenleiter Eric Schildwächter.

Integrierte Rheinprogramm

Der Landesbetrieb Gewässer des RP hatte die Rückhalteräume bereits Mitte der Woche weiträumig abgesperrt. Dies war erforderlich, um sicher zu stellen, dass sich keine Menschen im Gefahrenbereich der Rückhalteräume aufhalten. Zudem wurden dadurch für die in den Rückhalteräumen lebenden Wildtiere ungestörte Rückzugsmöglichkeiten auf der Binnenseite geschaffen.

Das Integrierte Rheinprogramm ist ein Konzept des Landes Baden-Württemberg, das auf ehemaligen Überflutungsflächen zwischen Basel und Mannheim insgesamt 13 Hochwasserrückhalteräume umfasst. Mit den Hochwasserrückhalteräumen Kulturwehr Kehl/Straßburg und Polder Altenheim können bis zu 54,6 Millionen Kubikmeter Hochwasser zurückgehalten werden. Dies trägt zum Hochwasserschutz für die Rheinunterlieger und der Entlastung der Schutzdämme entlang der freien Rheinstrecke nördlich der letzten Staustufe bei Iffezheim bei. Weitere Informationen zum IRP im Internet: www.irp-bw.de.

Autor:

Matthias Kerber aus Offenburg

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