Projekte zur Förderung der grenzüberschreitenden Arbeitsvermittlung vorgestellt
Ziel aller ist ein gemeinsamer Arbeitsmarkt am Oberrhein

Zu Gast in Kehl: Raimund Becker (Mitte), Vorstand Regionen der Bundesagentur für Arbeit
  • Zu Gast in Kehl: Raimund Becker (Mitte), Vorstand Regionen der Bundesagentur für Arbeit
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  • hochgeladen von Isabel Obleser

(gro). Die Einrichtung einer grenzüberschreitenden Arbeitsvermittlung in Kehl trägt Früchte – nicht nur in der Region, es wurden laut Raimund Becker, Vorstand Regionen der Bundesagentur für Arbeit, der die Ortenau besuchte, dem Beispiel folgend weitere Grenzagenturen gegründet: eine in Saarbrücken, eine an der belgisch-deutschen und eine an der niederländisch-deutschen Grenze. In den vier Jahren, in denen das Büro in Kehl seine Arbeit aufgenommen hat, wurden fast 1.300 Interessenten auf den jeweils benachbarten Arbeitsmarkt vermittelt. "Wir haben mit 170 Vermittlungen 2013 begonnen, 2016 waren es bereits über 400", zog Becker ein Resümée bei seinem Besuch der RMA Kehl GmbH & Co. KG, die intensiv mit der Einrichtung zusammenarbeitet. "30 Prozent mehr Menschen aus Frankreich haben am Oberrhein eine Stelle gefunden", so Becker. Allein im Bereich der Agentur für Arbeit Offenburg habe sich die Zahl um 40 Prozent gesteigert.
Wie wichtig die französischen Arbeitskräfte auch für deutsche Unternehmen sind, machte Andreas Truttenbach, Geschäftsführer der RMA, bei einer kurzen Firmenvorstellung deutlich: "66 Prozent unserer Beschäftigten kommen aus Deutschland, 27 Prozent aus Frankreich. Wir investieren in die Aus- und Weiterbildung unserer französischen Beschäftigten", so Truttenbach. So habe man als eines der ersten Unternehmen einen französischen Absolventen des Dualen Studiums beschäftigt. Truttenbach macht deutlich, dass sein Unternehmen nicht nur Arbeiter aus Frankreich benötigte: "Wir haben 31 Führungskräfte, davon sind acht Franzosen."
Bernd Wiegele, Geschäftsführer BAG und Ausbildungsleiter BSW Anlagenbau und Ausbildung, stellte das gemeinsam mit französischen und deutschen Partnern entwickelte Projekt "Reve" vor. Dabei werden junge Franzosen für die duale Ausbildung in Deutschland fit gemacht. Sie lernen nicht nur, was zu dem Berufsbild gehört, sondern auch die deutsche Sprache, um an der Berufsschule zu bestehen. Ein schöner Erfolg: Einer der Absolventen war Landesmeister und wird seine Abschlussprüfung ein halbes Jahr vorziehen können. Dieses Projekt macht aber deutlich, woran es immer noch hapert: Die verschiedenen Ausbildungssysteme in Deutschland und Frankreich sind nur schwer aufeinander abzustimmen.
Der Kehler Oberbürgermeister Toni Vetrano stellte kurz das grenzüberschreitende Tram-Projekt in Kehl und Straßburg vor: "Mobilität geht einher mit dem Wachsen der Urbanität." Wenn auf der anderen Rheinseite ein Stadtteil für rund 20.000 Bürger entstünde, dann "brauchen wir eine andere Mobilität", so Vetrano.

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