Zehn jahre grenzüberschreitende Arbeitsvermittlung
Einzigartig in Europa

Theresia Denzer-Urschel leitet die Offenburger Agentur für Arbeit und ist damit von deutscher Seite zuständig für die gemeinsame Einrichtung. | Foto: Bode/Agentur für Arbeit
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  • Theresia Denzer-Urschel leitet die Offenburger Agentur für Arbeit und ist damit von deutscher Seite zuständig für die gemeinsame Einrichtung.
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Straßburg/Kehl Die grenzüberschreitende Arbeitsvermittlung Straßburg-Ortenau wurde 2013 im Rahmen einer bereits aktiven Zusammenarbeit zwischen Pôle emploi und seinem deutschen Pendant, der Bundesagentur für Arbeit ins Leben gerufen. Die Einweihung fand am 26. Februar 2013 in Anwesenheit der damaligen deutschen und französischen Arbeitsminister Ursula von der Leyen und Michel Sapin sowie der Generaldirektor der beiden Einrichtungen statt. Jetzt haben Politiker und Vertreter der Organisationen in einem Festakt das Zehn-Jährige gefeiert. Dieses Abkommen  soll Arbeitssuchenden und Arbeitgebern helfen, Hindernisse zu beseitigen, die auf beiden Seiten der Grenze bestehen können.

Die Situation 2013: In Deutschland herrschte bereits ein Mangel an Arbeitskräften und das Rekrutieren von französischen Arbeitskräften sollte damit zu einem wichtigen Thema in den bilateralen Beziehungen werden. Die Arbeitslosenquote betrug damals im Elsass 9,5 Prozent, während die Quote in der Ortenau bei nur 3,7 Prozent lag. 22.739 jungen Elsässer waren auf der Suche nach einer Arbeitsstelle, während es in der Ortenau nur 601 waren.

Entstanden ist eine einzigartige Einrichtung: Berater von Pôle emploi (PE) und der Bundesagentur für Arbeit (BA) arbeiten unter einem Dach zusammen. Drei deutsche und drei französische Berater betreuen vor allem französische und in geringerem Maße auch deutsche Arbeitssuchende, die ihre Arbeitssuche auf das benachbarte grenznahe Arbeitsgebiet ausweiten möchten, und bieten folgende Dienstleistungen an:
Unterstützung bei der Arbeitssuche unter Berücksichtigung der Besonderheiten bei der Einstellung auf beiden Seiten des Rheins (Zusammenstellung der Bewerbungsunterlagen, Verhalten bei Vorstellungsgesprächen, Sensibilisierung für interkulturelle Aspekte, Bedarf an sprachlicher Weiterbildung).
Sensibilisierung der Arbeitssuchenden für die Beschäftigungsmöglichkeiten auf beiden Seiten des Rheins durch Workshops der Eurometropole Straßburg und des Landeskreises Ortenau, in denen die jeweiligen Arbeitsmärkte vorgestellt werden und der Grenzgängerstatus thematisiert wird.
Auf Unternehmensseite bietet das Dienstleistungsangebot den deutschen und französischen Arbeitgeber*innen Unterstützung bei der Erstellung und Verbreitung von Stellenangeboten. Zudem wird mithilfe des Arbeitgeberservice der BA und dem Unternehmensteam von PE, die eng mit dem SPT zusammenarbeiten, durch gezielte Förderung von Profilen der Einstellungsprozess begleitet.

All dies trägt zur Entstehung eines 360-Grad-Arbeitsmarktes bei, ein Thema, dessen sich die Eurometropole Straßburg und der Eurodistrict Straßburg-Ortenau angenommen haben.

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