Städte und Gemeinde setzen auf dezentrale Unterbringung
Wohnraum für Flüchtlinge wird dringend gesucht

Nach der Erstunterbringung – wie hier in den Containern in Rheinau – sind die Kommunen für die Anschlussunterbringung der Flüchtlinge verantwortlich.
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Ortenau (ds/gro). Nachdem die Flüchtlingswelle abgeebbt ist, stehen Städte und Gemeinden nun vor der nächsten Herausforderung: Ist über einen Asylantrag entschieden oder sind längstens 24 Monate in der Erstunterbringung vergangen, werden Flüchtlinge den Kommunen zur sogenannten Anschlussunterbringung zugeteilt, um eine eventuell drohende Obdachlosigkeit zu vermeiden. In den meisten Fällen reicht der zur Verfügung stehende Wohnraum jedoch nicht aus. Wir fragten nach, wie Stadt- und Gemeindeverwaltungen in der Ortenau damit umgehen.
Voraussichtlich 240 Flüchtlinge muss die Große Kreisstadt Kehl in diesem Jahr in der Anschlussunterbringung aufnehmen. Oberbürgermeister Toni Vetrano hat an private Wohnungs- und Hausbesitzer appelliert, Wohnungen auch an Flüchtlinge zu vermieten. "Nachdem die Stadt Kehl in der Erstunterbringung auf die dezentrale Unterbringung gesetzt hat und der Landkreis die kleinen Einheiten in der Erst-unterbringung aufgegeben hat oder gerade dabei ist, diese aufzugeben, nutzt die Stadt, wo immer möglich, diese Wohnungen jetzt für die Anschlussunterbringung", erläutert Pressesprecherin Annette Lipowsky. Die Stadt hat den Sonnenhof in Odelshofen angemietet, um vor allem für Einzelpersonen Möglichkeiten zur Anschlussunterbringung zu haben, da laut Lipowsky gerade Wohnraum für Einzelpersonen in Kehl nicht so leicht zu finden ist. Die städtische Wohnbau stellt ein Prozent ihres Wohnungsbestandes, zehn Wohnungen insgesamt, für die Anschlussunterbringung zur Verfügung. "Darüber hinaus werden weitere Möglichkeiten zur Anmietung oder zum Kauf von geeigneten Gebäuden geprüft", so die Pressesprecherin weiter. Prinzipiell ist man in Kehl mit der Kooperationsbereitschaft privater Haus- und Wohnungseigentümer zufrieden. Dennoch ist die Stadt weiterhin darauf angewiesen, dass Privatbesitzer bereit sind, an Flüchtlinge zu vermieten.
46 Personen hat der Ortenaukreis der Gemeinde Willstätt zugeteilt. Diese hat die Möglichkeit, die Flüchtlinge in von privat angemieteten oder in gemeindeeigenen Wohnungen unterzubringen. "Inzwischen ergreifen dankenswerterweise auch Willstätter selbst die Initiative, ihre leer stehenden Wohnungen direkt an Flüchtlinge zu vermieten", erklärt Hauptamtsleiter Andreas Leupolz. Vor jeder Anmietung wird geprüft, ob die Wohnungen für Flüchtlinge überhaupt geeignet sind. "Das ist nicht immer der Fall. Besonders die Bezahlbarkeit ist ein wichtiger Faktor", so Leupolz. Ziel soll es sein, dass die Flüchtlinge mit ihrem selbst verdienten Geld auch ihren Wohnkosten selbst bestreiten können. "Bis dorthin ist es aber noch ein sehr weiter Weg", so der Hauptamtsleiter.
35 weitere Flüchtlinge muss die Stadt Rheinau noch in diesem Jahr aufnehmen. Wie die Stadtverwaltung auf Anfrage berichtet, wird für diese derzeit der Wohnraum vorbereitet – in kommunalen Wohnungen beziehungsweise in durch die Stadt angemieteten Wohnungen. Allerdings fehlt es in Rheinau ebenfalls an Privatwohnungen für die Anschlussunterbringung für Flüchtlinge.

Autor:

Daniela Santo aus Lahr

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