Elektrobus oder Brennstoffzellen-Zug
Die SWEG ist offen für jede alternative Antriebstechnik

Im vergangenen Jahr war der autonom fahrende Bus in Lahr während der Landesgartenschau im Einsatz.
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  • Im vergangenen Jahr war der autonom fahrende Bus in Lahr während der Landesgartenschau im Einsatz.
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Lahr (krö). Als modern und regional sieht sich die Südwestdeutsche Landesverkehrs-AG (SWEG). Von Lahr aus übernimmt die SWEG eine wichtige Funktion für den Nah- und Güterverkehr im Südwesten Deutschlands. Service am Kunden wird groß geschrieben und eine stetige Weiterentwicklung im öffentlichen Nahverkehr sieht man als Selbstverständlichkeit. Dass für die SWEG Nachhaltigkeit nicht nur ein Schlagwort ist, beweist ihr Beitritt zur Wirtschaftsinitiative Nachhaltigkeit (WIN) des Landes Baden-Württemberg. Damit verpflichtet sich das Verkehrsunternehmen, in seinem unternehmerischen Handeln werte- und zukunftsorientierte Leitsätze zu berücksichtigen.

„Wir bekennen uns mit diesem Schritt zu unserer ökonomischen, ökologischen und sozialen Verantwortung und auch zu der Region, in der wir wirtschaften,“ erläutert der SWEG-Vorstandsvorsitzende Johannes Müller. Zwei Schwerpunkte setzt man sich in dieser Hinsicht: Zum einen möchte man Innovationen für Produkte und Dienstleistungen fördern, die Nachhaltigkeit steigern und das Innovationspotential der Wirtschaft unterstreichen.

Der Busfuhrpark der SWEG gehört zu den modernsten in Baden-Württemberg. Im Dezember 2018 nahmen die SWEG und ihre Tochtergesellschaften 17 neue Omnibusse der Euro 6 Diesel-Klasse in Betrieb. Der Konzern investiert damit insgesamt nochmals rund 4,5 Millionen Euro. Die Fahrzeuge verfügen über verbrauchsgünstige Dieselmotoren der Emissionsgruppe Euro 6, durch die der Schadstoffausstoß – insbesondere Partikel und Stickoxide – um bis zu 66 Prozent reduziert wird. Bei den Stickoxiden handelt es sich sogar um eine Verringerung von 80 Prozent. Kraftstoff sparen die neuen Linienbusse nicht zuletzt durch das eingesetzte Rekuperationsmodul, wodurch ähnlich wie bei Hybridbussen beim Bremsen die Energie zurückgewonnen wird.

Bis zum Jahr 2021 wird der komplette Busfuhrpark der SWEG mindestens dem Abgasstandard Euro 6 entsprechen. Diesel-Busse mit Euro-6-Norm sieht Stephan Wisser, Leiter des SWEG-Fachbereichs Fahrzeugtechnik und Buswerkstätten, derzeit noch als die geeignetsten Fahrzeuge an, um auf der Straße einen ökologischen und wirtschaftlichen ÖPNV anzubieten. „Wir stehen aber voll in den Startlöchern für alternative Bus-Antriebstechniken“, so Wisser, getestet werden alle auf dem Markt befindlichen Antriebssysteme.

So erprobte die SWEG im Rahmen der Landesgartenschau den ersten reinen Elektrobus. Später kam der Elektrobus außerdem im Stadtverkehr Lahrs zum Einsatz. Die Reichweite des Busses beträgt 150 Kilometer unter Optimalbedingungen. Nach den ersten Einsatzmonaten eines Elektrobusses zog man eine positive Zwischenbilanz. „Die Technik ist verlässlich und bereitet keine größeren Probleme“, erläutert Stephan Wisser. „Allerdings erfüllt die Technik noch nicht alle unsere Anforderungen.“ Nötig sei noch eine Weiterentwicklung der Batterietechnologie.

Während der Landesgartenschau war außerdem ein autonom fahrender Bus im Einsatz – ein Pilotprojekt. Er fuhr mit maximal sechs sitzenden Passagieren auf einem rund einen Kilometer langen Rundkurs außerhalb der Landesgartenschau. Die Strecke befand sich vollständig auf öffentlichen Straßen, womit es sich um den ersten Testeinsatz einer autonomen Buslinie im öffentlichen Straßenverkehr in Baden-Württemberg handelte. Lediglich ein Sicherheitsbegleiter war an Bord, der bei Bedarf eingreifen konnte.

Der Bus benötigte keine zusätzliche Infrastruktur – er richtete sich nach einer virtuellen Linie, die in der Software des Fahrzeugs abgebildet und geladen war. Dank modernster Sensoren konnte es auf den Zentimeter genau fahren und sämtliche Hindernisse und Signale auf der Straße erkennen. Für zukünftige Einsätze autonomer Fahrzeuge im ÖPNV müsse sich die Technik allerdings noch weiterentwickeln. Wisser: „Dazu gehört unter anderem, dass sich die Fahrgeschwindigkeit erhöht und dass nicht nur sechs Personen befördert werden können, sondern mehr als 30.“ 

Offen für innovative Technologien ist die SWEG ebenfalls bei Schienenfahrzeugen. Auf ihre Initiative hat etwa der weltweit erste Wasserstoff-Triebzug für den Regionalverkehr am 30. Januar seinen ersten Einsatz in Baden-Württemberg absolviert – auf einer Sonderfahrt von Offenburg nach Freudenstadt mit geladenen Gästen. Das Fahrzeug ermöglicht geräuscharme und komplett emissionsfreie Mobilität, denn es stößt nur Wasserdampf aus. Züge mit Brennstoffzellen- oder Batterietechnik sind eine Alternative für Strecken, deren Elektrifizierung zu kostspielig ist. Eine solche Antriebstechnologie könnte von 2022 an im Netz der Ortenau-S-Bahn zum Einsatz kommen. Eine entsprechende Ausschreibung des Landes läuft gerade. Alternativ könnten man sich auch Batteriespeicherzüge vorstellen. Die SWEG jedenfalls ist für jede alternative Antriebstechnik offen.

Im vergangenen Jahr war der autonom fahrende Bus in Lahr während der Landesgartenschau im Einsatz.
Der Brennstoffzellen-Zug ist eine Alternative für Strecken, deren Elektrifizierung zu kostspielig ist.
Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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