Die Sulzer Kapelle im Sulzbachtal
Ein Kleinod im Wald versteckt

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Im Sulzbachtal, gleich nach dem Naturbad in Sulz, liegt die Kapelle am Waldrand unter Bäumen versteckt. Man muss aufpassen, dass man sie nicht übersieht. Liebevoll wird sie von den Sulzern „Kapelleli“ genannt. Lydia Wacker pflegte diese Kapelle viele Jahre bis zu ihrem Tode. Ein Ehepaar hat sich nun um das Kapelleli angenommen, das inzwischen sehr heruntergekommen war. Mit Spendern und Helfern renovierten sie das Kirchlein innen und außen und haben auch die Pflege übernommen. So kann man an diesem stillen Ort Besinnung und Ruhe finden. „Gläubigen diente sie als „kleiner“ Wallfahrtsort. Am Festtag Mariä Himmelfahrt, am 15. August, führt eine Prozession, von der Ortskirche zur Kapelle im Wald. Nach einer Andacht geht es in der Dämmerung mit Fackeln zur Kirche zurück.“ So steht es im Heimatbuch: „Bei uns in Sulz“.
Rätselhaft ist die Entstehungsgeschichte des Kapellchens. Man vermutet, dass sie die Hauskapelle des im Sulzbachtal angesiedelten Sulzwylerhofs war. Eine Geschichte erzählt, dass ein Bauer dort während des Dreißigjährigen Kriegs sein Feld pflügen wollte, dabei hörte er die Glocken läuten. Sie riefen ihn zur Kirche. Als er wieder zurückkam, soll der Acker gepflügt gewesen sein. Der Bauer ließ danach dort am Hang eine Kapelle errichten. Eine schöne und fromme Geschichte.
Um das Jahr 1780 bis 1790 wurde Sulz von einer schrecklichen Viehseuche heimgesucht. Nachdem die Gebete der Sulzer erhört wurden und die Seuche vorüber war, wurde die Kapelle zu Ehren des Heiligen Wendelin und des Heiligen Isidor, den Patronen der Hirten und Bauern, erbaut und geweiht. Auch dies ist eine Geschichte aus dem tiefen Volksglauben im Schwarzwald.
Über dem Altar steht Maria im Strahlenkranz, dargestellt im Bild der Frau aus der geheimen Offenbarung des Johannes. 12 Sterne krönen ihr Haupt und sieben jubelnde Engel umgeben sie in Form einer Mandorla, der Mond und der Drache zu ihren Füßen. Eine dramatische Szene, die in der Volkskunst lieblich dargestellt ist. Sie dominiert den Raum und sie lädt zur Freude und zum Jubel ein.
Vielleicht passt es gut, wenn man im Kapellchen ein Loblied anstimmt. Draußen kann man die Eindrücke auf der Bank unter der großen Linde noch nachklingen lassen.

Autor:

Maria Kott aus Lahr

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