Fahrrad im Fokus
Die Stadt Lahr schreibt Radverkehrskonzept fort

Lahr (st). Das Stadt- und Verkehrsplanungsbüro Kaulen hat das Rad- und Fußwegekonzept der Stadt Lahr aus dem Jahr 2010 für den Radverkehr fortgeschrieben. Das neue Radverkehrskonzept empfiehlt unter anderem die Einrichtung von Fahrradstraßen und zeigt weitere Maßnahmen auf, mit denen sich das bestehende Radwegenetz verbessern und ausbauen lässt.

Die Stadt Lahr hat in ihrem Verkehrsentwicklungsplan das Ziel festgeschrieben, den Anteil des Radverkehrs am Modal Split – der Kenngröße zur Aufteilung der Verkehrsnachfrage auf verschiedene Verkehrsmittel – von 14 Prozent im Jahr 2019 auf 21 Prozent bis zum Jahr 2030 zu erhöhen. „In den vergangenen Jahren haben wir schon viel dafür getan, dass die Menschen in Lahr mit dem Fahrrad sicher, schnell und komfortabel unterwegs sein können“, sagt Oberbürgermeister Markus Ibert. „Wir haben aber noch Luft nach oben. Das Radverkehrskonzept gibt uns wertvolle Hinweise und Empfehlungen, und wir werden schon 2022 erste Verbesserungen auf den Weg bringen", so Ibert weiter

Fahrradstraßen

Das Radverkehrskonzept nennt mögliche Einzelmaßnahmen in insgesamt 86 Straßen auf einer Gesamtlänge von knapp 40 Kilometern. Ein besonderes Augenmerk gilt der Einrichtung von Fahrradstraßen, auf denen sich der sonstige Verkehr dem Radverkehr unterordnet. Dieses Instrument kommt bevorzugt auf Hauptfahrradrouten innerhalb von Radverkehrsnetzen in Tempo-30-Zonen zum Einsatz. Fünf von der Stadt Lahr benannte Straßen wurden dafür geprüft und als geeignet befunden: Die Verbindung von der Innenstadt ins Schuttertal ließe sich mit Fahrradstraßen im Rosenweg, in den Breitmatten und in der Hexenmatt verbessern, und die Schulwege zum Scheffel-Gymnasium und zur Otto-Hahn-Realschule würden von Fahrradstraßen in der Altmühlgasse und Am Mauerfeld profitieren.

Neu in dem Konzept ist zudem, dass es das Radverkehrsnetz der Stadt hierarchisch gliedert – im Netzplan sind regionale Radverkehrsverbindungen und innergemeindliche Radhauptverbindungen sowie nahräumige und innergemeindliche Radverkehrsverbindungen gekennzeichnet. Außerdem zeigt es auf, wo Netzlücken bestehen. Dabei handelt es sich beispielsweise um Straßen, die ein höheres Tempolimit als 30 Stundenkilometer, aber keine Radverkehrsstreifen oder sonstige Sicherungselemente aufweisen. Hierarchie und Netzlücken geben Hinweise, wie sich die vorgeschlagenen Einzelmaßnahmen sinnvoll priorisieren lassen. Darüber hinaus empfiehlt das Konzept, die von der Stadt bereits angestoßenen Kooperationen mit Lahrer Schulen und Betrieben zur Förderung des Radverkehrs ebenso auszubauen wie die Angebote für den Fahrradtourismus.

Gutes Miteinander

Das neue Radverkehrskonzept bedeutet jedoch nicht, dass die Stadt nun einen Verkehrsträger einseitig bevorzugt, betont Baubürgermeister Tilman Petters: „Es geht nicht um Konkurrenz, sondern um ein gutes Miteinander und um die Wahlfreiheit zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln. Damit das Fahrrad für noch mehr Menschen zur reizvollen Alternative wird, wollen wir die Attraktivität der Fahrradstadt Lahr weiter erhöhen. Der Radverkehr wird dabei eingebettet in ein übergreifendes städtisches Mobilitätskonzept, das auch alle weiteren Verkehrsträger angemessen berücksichtigt.“

Bevor es an die Umsetzung von Maßnahmen aus dem neuen Konzept geht, stehen 2021 noch einige Radverkehrsprojekte an. Dazu zählen der Neubau der Geh- und Radwegbrücke am Rosenweg, der Radweglückenschluss Dr. Georg-Schaeffler-Straße, die Fortführung der Beleuchtung des Schutterradwegs ab der Geroldsecker Halle in Reichenbach in Richtung Hexenmatt oder die Installation von 40 zusätzlichen Fahrradboxen am Bahnhof.

Seit der Gemeinderat im Jahr 2012 das bisherige Rad- und Fußwegekonzept beschlossen hat, hat die Stadt Lahr schon viele Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs umgesetzt. Sie hat unter anderem Schutzstreifen und Abbiegespuren auf wichtigen Verkehrsachsen markiert, den Radweg Dr. Georg-Schaeffler-Straße – bis auf ein Teilstück, mit dessen Umsetzung noch dieses Jahr begonnen werden soll – gebaut, Fahrradabstellanlagen am Bahnhof und in der Innenstadt eingerichtet, die Radwegweisung erweitert und ein Pedelec-Verleihsystem aufgebaut. Weitere Akteure wie die Industrie- und Gewerbezentrum Raum Lahr GmbH beteiligen sich ebenfalls: So wurde beispielsweise im Juni  der 1,4 Kilometer lange Fuß- und Radweg auf dem Westareal des Flugplatzgeländes eröffnet. Bereits im November 2014 ist Lahr in die Arbeitsgemeinschaft Fahrrad- und Fußgängerfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg e. V. aufgenommen worden – mit dem Ziel, die Auszeichnung als „Fahrradfreundliche Stadt“ des Landes Baden-Württemberg anzustreben.

Autor:

Daniela Santo aus Lahr

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