Wer liest mehr?
Frauen greifen öfter zum Buch als Männer

Birgit König ist die Leiterin der Lahrer Mediathek.
  • Birgit König ist die Leiterin der Lahrer Mediathek.
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  • hochgeladen von Daniela Santo

Lahr (mam). Gibt es in wenigen Jahrzehnten keine Bücher-Leser mehr? Birgit König lacht – sie ist Leiterin der Lahrer Mediathek im Haus zum Pflug. Sie macht sich da keine Sorgen. Ob aus der Bücherei oder privat gekauft: Auch das elektronische Zeitalter wird, ist sie fest überzeugt, Papier als handfest gebundenes Buch nicht ausrotten. Jedenfalls, so lange es noch Mädchen und Frauen gibt. Denn diese greifen nach wie vor erstaunlich öfter zu Büchern als junge und erwachsene Männer.

Frauen liegen vorn

Bundesweite Erhebungen decken sich mit Birgit Königs Erfahrungen: Je drei knappe Viertel der Bevölkerung lesen noch immer regelmäßig Bücher, jeweils selten, öfter oder sehr viel. Dabei sind die Befragten vorwiegend an Informationen, Unterhaltung oder Bildung interessiert. Die restlichen 29 Prozent sind Lesemuffel, was vorwiegend auf den schulischen Bildungsgrad und den Familienhintergrund zurückzuführen ist. Auffällig ist: Das weibliche Geschlecht hat weiterhin die Lese-Nase eindeutig vorne.

Es beginnt schon bei Kindern und Jugendlichen. Diese Gruppe stellt 48 Prozent der Lahrer Mediathek-Nutzer, nicht zuletzt auch, weil viele Führungen mit Schulklassen für bleibendes Interesse sorgen – natürlich über Bücher hinaus auch für andere Medien. Jedoch: Schon da bleiben Jungen deutlich lesefauler, interessieren sich eher für Spannung und Comics, während Mädchen darüber hinaus eher schöne Geschichten lieben, nicht zuletzt altersgemäß um Pferde herum.

Höhere Lesefreude

Zahlreiche Untersuchungen belegen überdies, dass Mädchen bis ins Erwachsenenalter hinein eine längere höhere Lesefreude behalten als die Herren der Schöpfung. Die Folge bei der Lesekompetenz nach Chromosomen sortiert: Das weibliche Geschlecht schneidet nach wie vor besser ab, samt Lösung anspruchsvollerer Aufgaben. Als Erwachsene neigen Männer eher dazu, Sachliteratur und Krimis zu konsumieren, sich für Philosophisches, Technik oder Science-Fiction zu interessieren. Frauen hingegen haben eine Vorliebe für Romane mit sozialem Anklang, außerdem über Kochbücher hinaus für gesundes Leben von Ernährung bis Yoga, Handarbeit, Basteln oder sonstige Freizeitgestaltung. Sofern scheinen alte Bücher- und Geschlechterrollen noch ein Stück weit zu passen. Viele Studien belegen, dass Frauen eher zu literarischen Figuren samt Bewältigung kritischer Lebensereignisse neigen. Hingegen scheinen sich Männer büchermäßig eher frühzeitig auf bestimmte Themen und Autoren zu stürzen – so auch in Lahr.

Andere Medien

Doch das ficht Mediathek-Chefin Birgit König nicht an. Längst stehen in der Bibliothek nicht nur aktuelle Bücher in den Regalen, zu zwei Dritteln ausgeliehen von Frauen. Da gibt es noch andere Medien bis hin zum Internetzugang. Darum nutzen besonders viele Jugendliche gerne das entspannte Ambiente, dort in einer angenehmen Ecke ihre speziellen Schulaufgaben oder Sonstiges zu erledigen. Von rund 5.500 angemeldeten Mediathek-Besuchern sind derzeit genau 1.671 Kinder bis zwölf Jahre  als Lese-Nachwuchs in der Mediathek registriert.

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