Holzernte in Sulz
Gewinnung von regionalem Rohstoff im Stadtwald

Einsatz eines Kurzstreckenseilkranes beim Vorliefern eines frisch geernteten Baumstammes im Lahrer Stadtwald
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  • Einsatz eines Kurzstreckenseilkranes beim Vorliefern eines frisch geernteten Baumstammes im Lahrer Stadtwald
  • Foto: Forstbetrieb Stadt Lahr
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Lahr (st). Der Mangel am Baustoff Holz ist derzeit in aller Munde – für den Forstbetrieb der Stadt Lahr hat die diesjährige Holzernte mit der geplanten Hiebsmaßnahme im Stadtteil Sulz begonnen.

Die Ziele, die ein Forstbetrieb zu erfüllen hat, werden vom Gemeinderat und der Oberen Forstbehörde – für die Stadt Lahr ist dies das Regierungspräsidium Freiburg – im sogenannten Forsteinrichtungswerk bestimmt. Es legt für zehn Jahre Maßnahmen fest, die im Lahrer Stadtwald durchgeführt werden sollen. Dabei betrachtet es sämtliche Funktionen des Stadtwalds, darunter die wirtschaftliche Funktion, die in der Holzernte und Holzvermarktung besteht. Hierzu setzt das Forsteinrichtungswerk, das der Lahrer Gemeinderat im Spätjahr 2020 beschlossen hat, eine jährlich angestrebte Quote von 10.000 Festmeter zu schlagendem Holz fest.

2.000 Festmeter Holz

Mit der nun angelaufenen Hiebsmaßnahme im Sulzbachtal findet in einem etwa 40 Hektar großen Gebiet eine sogenannte Jungdurchforstung statt, bei der rund 2.000 Festmeter Holz geerntet werden. Die Bäume, die hierbei geschlagen werden, befinden sich in einem an Nadelholz reichen Mischwald und sind zwischen 30 und 60 Jahre alt. Der Schwerpunkt der Maßnahme liegt im Distrikt Hochwald, Uhlsberg und Winterhalde.

Die Stadt Lahr bittet die Bevölkerung, die Warnschilder und Warnhinweise des Forstbetriebes unbedingt zu beachten, da ansonsten Lebensgefahr besteht. Grundsätzlich ist der Wald für alle zugänglich, aber teilweise sind Zutrittsbeschränkungen während der Arbeiten für die Sicherheit unerlässlich, da das Maß der Gefährdung über die sonst im Wald vorhandenen, waldtypischen Gefahren bei weitem hinausgeht. Mit diesen sonst üblichen waldtypischen Gefahren müssen alle Waldbesucher rechnen und selbst beispielsweise auf herabstürzende Äste, umfallende Bäume, Schneebruch, Felsstürze, Steinschläge oder die Wegebeschaffenheit achten – die jeweiligen Eigentümer der Waldfläche haben hier nur eine sehr eingeschränkte Verkehrssicherungspflicht.

Vorbereitungen seit Mai

Die Vorbereitungen zu der im September begonnen Hiebsmaßnahme in Sulz fanden bereits von Mai bis August statt. Hierbei waren Förster, Vorarbeiter und ein Auszubildender damit beschäftigt, die Bestände auszuzeichnen und die Rückegassen einzulegen und zu kennzeichnen. Durch diese kann das geerntete Holz aus dem Wald an den jeweils nächsten Waldweg transportiert werden – in der Forstsprache sagt man dazu „rücken”. Bei der Vorbereitung werden auch die jeweiligen Methoden und Techniken festgelegt, wie das Holz geerntet und gerückt werden soll. Neben der klassischen Fällung kommt in Bereichen, in denen es die örtlichen Gegebenheiten zulassen und geboten erscheinen lassen, auch eine Vollerntemaschine, ein sogenannter Harvester, zum Einsatz. Dieser ist in der Lage, den stehenden Baum zu fällen, zu entasten und den Baumstamm auf das gewünschte Maß zu zerteilen. Der Harvester ist hinsichtlich der Sicherheit und Wirtschaftlichkeit unschlagbar – eine so große Maschine hinterlässt aber entsprechende Spuren auf den Rückegassen und den Waldwegen. Der Forstbetrieb versucht, diese Eingriffe mit diversen Maßnahmen zu minimieren.

Anfang September haben in Sulz zunächst die Vorlieferarbeiten begonnen. Hierbei werden Bäume, die in der Fläche außerhalb der Reichweite des Harvesters liegen, zum nächsten Weg oder zur Rückegasse transportiert. Diese geschieht mittels Bodenzug oder in Steillagen per Kurzstreckenseilkran.

Nachhaltige Materialien

Bei der aktuellen Holzernte in Sulz werden die Baumarten Fichte, Tanne, Lärche, Douglasie und Buche entnommen und für die verschiedenen Verwendungszwecke marktkonform aufbereitet – unter anderem als Bauholz, Profilspanerholz, Palettenholz, Industrieholz für Zellstoff, Schliff-, Spanplattenindustrie- sowie Energieholz. So werden aus dem jeweiligen Baum beziehungsweise Baumteil nicht nur regionale, sondern auch nachhaltige Stoffe und Materialien gewonnen: Im Lahrer Forst ist der Massenzuwachs der Bäume – entsprechend dem Forsteinrichtungswerk – immer höher als die Massenentnahme an Bäumen, die geerntet werden. Außerdem werden besonders strukturreiche Bäume sowie Bäume in der Zerfallsphase mit Spechthöhlen vom Förster gekennzeichnet. Sie verbleiben dann auf Dauer im Lahrer Stadtwald und leisten so einen wichtigen Beitrag zum Strukturreichtum und zur Biodiversität.

Autor:

Daniela Santo aus Lahr

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