Erneuerbare Energien
Start der kommunalen Wärmeplanung für Lahr

Wärmedichte in Lahr
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Lahr (st). Mit der Novelle des Klimaschutzgesetzes hat das Land Baden-Württemberg Große Kreisstädte wie Lahr verpflichtet, bis zum 31. Dezember 2023 einen kommunalen Wärmeplan zu erstellen. Die kommunale Wärmeplanung soll die Grundlagen dafür liefern, vollständig auf erneuerbare Energien umzusteigen. In Lahr beginnt jetzt unter Leitung der Stabsstelle Umwelt die Erarbeitung durch "bnNetze", ein Tochterunternehmen des regionalen Energieversorgers Badenova. Die Energieagentur Regio Freiburg übernimmt die fachliche und neutrale Prozessbegleitung.

„Um die globalen und lokalen Klimaziele zu erreichen, ist ein umfassender Wandel des Energiesystems erforderlich“, sagt Oberbürgermeister Markus Ibert. Eine der größten Herausforderungen ist dabei, den Wärmesektor zu dekarbonisieren, also langfristig ohne fossile Energieträger auszukommen, da diese Kohlendioxid freisetzen. Der Wärmesektor umfasst das Heizen von Gebäuden, die Warmwasserbereitung und die Bereitstellung von Prozesswärme, aber auch den Entzug von Wärme, also das Kühlen.

Klimaneutrale Stadtentwicklung

Der kommunale Wärmeplan betrifft die gesamte Gemarkung der Stadt Lahr und die Sektoren private Haushalte, Gewerbe/Handel/Dienstleistungen, Industrie und öffentliche Liegenschaften. Er ist ein zentrales Instrument für eine klimaneutrale Stadtentwicklung und für das Erreichen eines klimaneutralen Gebäudebestands in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2050. „Der Mehrwert besteht darin, dass er kommunalen Entscheidungsträgern sowie der Verwaltung mit ihren Fachabteilungen einen strategischen Fahrplan und Handlungsmöglichkeiten für eine erfolgreiche Wärmewende in den kommenden Jahrzehnten liefert“, erklärt Manfred Kaiser, Leiter der Stabsstelle Umwelt der Stadt Lahr.

Im Rahmen ihrer Energie und Klima-Aktivitäten hat sich die Stadt Lahr mit diesem Themenbereich schon bei der Erarbeitung des Integrierten Klimaschutzkonzeptes Lahr 2012 befasst, sich im Energie- und Klimapolitischen Leitbild Ziele für den Wärmesektor gegeben und im aktuellen Arbeitsprogramm Energie und Klima 2018–2022 umzusetzende Maßnahmen aufgenommen. Aus diesem Fahrplan wurden unter anderem schon das Wärmekataster Lahr, die Studie zur Integrierten Wärme- und Kältenutzung Lahr und zwei Machbarkeitsstudien zur Abwasserwärmenutzung erstellt. Als ein Ergebnis wurde die Fernwärmeversorgung in Lahr in den vergangenen Jahren deutlich erweitert.

Wärmewendestrategie

Die bisherigen Schritte dienen jetzt als wichtige Grundlagen für die künftige kommunale Wärmeplanung. Mit Hilfe einer Bestands- und Potenzialanalyse werden ein Zielszenario und eine Wärmewendestrategie mit Maßnahmen, Umsetzungsprioritäten und Zeitplan für die nächsten Jahre erarbeitet. Die Maßnahmen sind nicht verpflichtend, dienen aber als Grundlage für die weitere Stadt- und Energieplanung.

„Im Hinblick auf die spätere Umsetzung ist es wichtig, dass die kommunale Wärmeplanung von Beginn an lokal verankert ist und die Interessen der privaten Haushalte sowie der Sektoren Gewerbe/Handel/Dienstleistungen und Industrie angemessen berücksichtigt“, sagt Oberbürgermeister Ibert. Daher soll es in Lahr neben der grundlegenden Information auch die Möglichkeit zur Beteiligung geben. Dazu sollen neben dem verwaltungsinternen Energieteam unter anderem der Energiebeirat als politisches Gremium und der Klimarat mit wichtigen Akteuren sowie Fachwissen aus unterschiedlichen Bereichen und Sektoren eingebunden werden.

Die zur Erstellung der kommunalen Wärmeplanung erforderlichen Daten, unter anderem zum Energie- oder Brennstoffverbrauch, werden auf Grundlage von Paragraph 7e des Klimaschutzgesetzes Baden-Württemberg erhoben. Die Öffentlichkeit wird über die Datenerhebung über eine öffentliche Bekanntmachung auf der Website der Stadt Lahr informiert.

Autor:

Daniela Santo aus Lahr

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