Betretungsverbot
Waldkalkung wirkt Armut an Nährmineralen entgegen
- Auf den blau eingezeichneten Flächen wird Kalk ausgebracht.
- Foto: Stadt Lahr
- hochgeladen von Matthias Kerber
Lahr (st) Saure Böden anreichern, die Vitalität von Bäumen und Sträuchern erhöhen: Im Zeitraum ab Montag, 10. August, bis Mitte September 2026 werden auf den Gemarkungen Lahr, Kuhbach, Reichenbach, Sulz und Seelbach insgesamt rund 773 Hektar Wald mittels Helikopter gekalkt, so die Stadt Lahr in einer Pressemitteilung.
Die Flächen, auf denen die Kalkung stattfindet, befinden sich am Altvater, Gießen, Langeck, Schindel, Lauenberg, Bombachtal, Hohberg, Sulzberg und Ernet. Zum Schutz der Waldbesucher besteht dort im Zeitraum der Aktion ein Betretungsverbot. Über eine zeitweise Sperrung der Langenhardstraße wird gesondert informiert. Die Stadt Lahr bittet darum, das Betretungsverbot zu beachten. Das verwendete Gesteinsmehl ist für Menschen zwar absolut unbedenklich, in ganz seltenen Fällen können jedoch kleine Klümpchen vom Kalkungskübel abfallen.
Für Tiere ist das Gesteinsmehl ebenfalls absolut unbedenklich. Die Stadt Lahr empfiehlt jedoch, Bienenkästen vor Beginn der Maßnahme aus dem Wald abzuholen, damit sie nicht von möglicherweise abfallenden Kalkklümpchen beschädigt werden. Außerdem weist sie Tierhalter darauf hin, dass der Rotorschlag des Helikopters vor allem Pferde beunruhigen kann. Es könnte daher unter Umständen sinnvoll sein, die Tiere zu Flugzeiten im Stall zu belassen oder gegebenenfalls anderweitig unterzubringen.
Die Maßnahme ist mit Staubentwicklung verbunden. Der Helikopter hält jedoch gebührenden Abstand zum Siedlungsraum sowie zu Wiesen und Weiden und wirft den Kalk nahezu metergenau ab. Biotope und Bachläufe im Wald werden ebenfalls nicht beeinträchtigt, da eine Pufferzone um sie herum eingehalten wird.
Wissenschaftliche Grundlage
Die Bodenschutzkalkung basiert auf wissenschaftlichen Grundlagen und findet ausschließlich auf sauren Böden statt. Die menschengemachten Säureeinträge der vergangenen Jahrzehnte wirken sich immer noch negativ auf den Nährstoffhaushalt der Böden und auf die Pflanzengesundheit aus. Das gemahlene Dolomitgestein, das bei der Bodenschutzkalkung ausgebracht wird, wirkt der entstandenen Nährmineralarmut im Waldboden nachhaltig und schonend entgegen. Der Basenhaushalt vor allem im Oberboden regeneriert sich und die biologische Aktivität im Boden erhöht sich. So werden letztlich die Nährstoffe im Boden wieder besser verfügbar für Bäume und Sträucher. Ebenso verbessern sich die Lebensbedingungen für Bodenlebewesen. Gesunde Waldböden in Kombination mit intakten Wäldern erfüllen weitere wichtige Funktionen. Beispielsweise filtern sie Regenwasser und sorgen damit für eine nachhaltige Trinkwasserbereitstellung.
Die Bodenschutzkalkung wird federführend vom Amt für Waldwirtschaft im Landratsamt Ortenaukreis organisiert. Sie ist mit den zuständigen Behörden für Naturschutz und Wasserwirtschaft, der Stadt Lahr sowie den Waldeigentümern abgestimmt. Bei den Flächen handelt es sich um 511 Hektar Stadtwald, 145 Hektar Privatwald und 117 Hektar Wald in kirchlichem Besitz. Die Europäische Union, die Bundesrepublik Deutschland und das Bundesland Baden-Württemberg tragen 90 Prozent der Kosten. Bei der Stadt Lahr verbleibt ein Eigenanteil von rund 30.000 Euro. Die Maßnahme ist trotz geltender Haushaltssperre möglich, da die vertraglichen Verpflichtungen schon im vergangenen Jahr geschlossen wurden.
Für Rückfragen stehen das Amt für Waldwirtschaft im Landratsamt Ortenaukreis, Telefon 0781/8057182, und die Abteilung Forst beim Bau- und Gartenbetrieb Lahr, Telefon 07821/91460, zur Verfügung.







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