Testeinsatz eines autonom fahrenden Busses
Große Resonanz und funktionierende Technik

Mehr als 4.000 Fahrgäste nutzten den autonom fahrenden Bus in Lahr.
  • Mehr als 4.000 Fahrgäste nutzten den autonom fahrenden Bus in Lahr.
  • Foto: SWEG
  • hochgeladen von Daniela Santo

Lahr (st). Nach dem Ende des autonomen Fahrbetriebs am 30. September zieht die Südwestdeutsche Landesverkehrs-AG (SWEG) ein positives Fazit des Testeinsatzes eines autonom fahrenden Busses in Lahr. „Die Technik hat einwandfrei funktioniert“, sagt Projektleiter Stephan Wisser. Nur wetterbedingt oder wegen geplanter Routine-Checks habe das Fahrzeug gelegentlich aus dem Betrieb genommen werden müssen. „Das Zusammenspiel des autonomen Busses mit den anderen Verkehrsteilnehmern im öffentlichen Straßenverkehr hat gut geklappt“, erläutert Wisser. Allerdings hätten einige Pkw den Bus mit zu wenig Seitenabstand überholt und beim Einscheren den Bus geschnitten, was teilweise zu abrupten Bremsungen im autonomen Fahrmodus geführt habe.

In Bevölkerung und Medien ist das Projekt auf großes Interesse gestoßen. Insgesamt 4.092 Personen sind im Bus mitgefahren. „Viele Fahrgäste sind mit skeptischen Gefühlen eingestiegen und waren nach Ende der Fahrt positiv gestimmt“, bilanziert Wisser. Wichtig sei vielen gewesen, dass sich ein Sicherheitsbegleiter mit an Bord befand. Zu den Fahrgästen zählten viele Fachbesucher aus Kommunen, Politik und Verbänden – zum Teil aus ganz Deutschland. In den letzten Tagen hatten zudem Wissenschaftler der Universität Göttingen Fahrgäste befragt, um Erkenntnisse über die Akzeptanz innovativer Mobilitätskonzepte zu generieren.

Sehr gute Zusammenarbeit mit den Partnern

Dass die SWEG das Projekt erfolgreich abschließen konnte, lag nicht zuletzt an der sehr guten Zusammenarbeit mit der Stadt Lahr, Landratsamt, TÜV, Regierungspräsidium Freiburg, Polizei, Hersteller und E-Werk Mittelbaden. „Wir wissen nun, welche Formalitäten nötig sind, um ein solches Projekt von den ersten Genehmigungen bis zum erfolgreichen Betrieb zu realisieren“, sagt Stephan Wisser. Für zukünftige Einsätze autonomer Fahrzeuge im ÖPNV müsse sich die Technik allerdings noch weiterentwickeln. „Dazu gehört unter anderem, dass sich die Fahrgeschwindigkeit erhöht und dass nicht nur sechs Personen befördert werden können, sondern mehr als 30.“

Testeinsatz lief vom 13. Juli bis 30. September 2018

Der autonome Bus fuhr in Lahr vom 13. Juli bis 30. September mit maximal sechs sitzenden Passagieren auf einem rund einen Kilometer langen Rundkurs außerhalb der Landesgartenschau. Die Strecke befand sich vollständig auf öffentlichen Straßen, womit es sich um den ersten Testeinsatz einer autonomen Buslinie im öffentlichen Straßenverkehr in Baden-Württemberg handelte. Zum Einsatz kam das Fahrzeug EZ 10 des französischen Herstellers EasyMile. Es hatte keinen Fahrer, kein Lenkrad und auch kein Gaspedal. Lediglich ein Sicherheitsbegleiter war an Bord, der bei Bedarf eingreifen konnte. Der Bus benötigte keine zusätzliche Infrastruktur – er richtete sich nach einer virtuellen Linie, die in der Software des Fahrzeugs abgebildet und geladen war. Dank modernster Sensoren konnte es auf den Zentimeter genau fahren und sämtliche Hindernisse und Signale auf der Straße erkennen. Im Regelfall fuhr das Fahrzeug im autonomen Modus mit einer Geschwindigkeit von maximal 15 Kilometern pro Stunde.

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