Caritasverband Vordere Ortenau
2025: 28 Fälle drohenden Wohnungsverlusts
- Fabian Bühler vom Caritasverband Vordere Ortenau hilft Menschen, denen der Verlust der Wohnung droht.
- Foto: Caritasverband/Michaela Gabriel
- hochgeladen von Matthias Kerber
Oberkirch (st) Viel Arbeit hat die Zentrale Fachstelle Wohnen des Caritasverbandes Vordere Ortenau im Renchtal. Dort gibt es preisgünstige Wohnungen in alten Häusern oder ehemaligen Hotels. Aber oft überfordern hohe Nebenkosten oder die Instandhaltung und Pflege des Wohnraums die Mieter. Sozialarbeiter Fabian Bühler hat sich 2025 im Renchtal um 28 Fälle von drohendem Wohnungsverlust gekümmert. Dank seiner Hilfe wurde keine der betroffenen Personen obdachlos oder musste in eine Notunterkunft, heißt es in einer Pressemitteilung des Caritasverbandes Vordere Ortenau.
„Die Zentrale Fachstelle Wohnen ist nicht mehr wegzudenken“, sagt der Vorstand des Caritasverbandes Vordere Ortenau, Robert Sauer. Der 2022 gegründete Dienst entlaste durch die gezielte Sozialarbeit die Kommunen, indem er Notunterbringungen abwende. Weil Oberkirch, Lautenbach, Oppenau und Bad Peterstal-Griesbach die Stelle beim Caritasverband gemeinsam mit weiteren Kommunen finanzieren, kann Fabian Bühler im ganzen Renchtal tätig werden.
„Ich habe Alleinlebende und Familien kennengelernt, die wegen einer billigen Miete in abgelegene Ecken im oberen Renchtal gezogen sind. Dort sind sie ohne Sozialkontakte vereinsamt oder waren überfordert“, erzählt der Sozialarbeiter.
Seitdem das Amtsgericht Oberkirch die Zentrale Fachstelle Wohnen einbeziehe, wenn eine Räumungsklage erhoben wird, kann er noch mehr Betroffenen Hilfe anbieten. Er bekommt auch Hinweise aus den Rathäusern, von der Städtischen Baugesellschaft Oberkirch und von privaten Vermietern. Sein Ziel ist die Weiterführung eines Mietverhältnisses oder der Übergang in eine neue Wohnung, ohne dass Mieter und Vermieter zu stark darunter leiden.
Vermittler
Der gekündigte Mietvertrag ist nicht alles, was seine Klienten an Problemen mitbringen. Arbeitslosigkeit, finanzielle Probleme oder psychische Erkrankungen kämen oft noch hinzu. Deshalb bezieht Fabian Bühler auch die Schuldnerberatung, Schwangerschaftsberatung oder den Caritassozialdienst in seine Hilfe ein. Er selbst vermittelt zwischen Mietern und Vermietern. Er berät zum Wohnberechtigungsschein, zu Wohngeld und anderen sozialen Leistungen. Wo es möglich ist, beantragt er mit seinen Klienten die Schuldenübernahme. Er gibt Tipps zur Wohnungssuche und hilft in manchen Fällen dabei, Briefe oder Mails zu formulieren.
Eine neue Wohnung zu suchen, kann der Sozialarbeiter den Menschen nicht abnehmen. „Wohnraum ist knapp und die Suche dauert lang“, weiß er. Vor allem fehlten bezahlbare Wohnungen für Menschen mit eingeschränkter Mobilität: „Sie tun sich auf dem Wohnungsmarkt besonders schwer.“ Generell stünden seine Klienten bei der Wohnungssuche vor hohen Hürden. Besonders ältere Menschen, denen wegen Eigenbedarfs gekündigt wird, litten unter großen Existenzängsten.
Auch Geflüchtete, die nicht mehr vom Kreis oder den Kommunen untergebracht werden, gehören zu seinen Klienten. Oft wüssten sie nicht, wie sie eine geeignete Wohnung finden und wie sie sich dort so verhalten, dass sie den Wohnraum nicht wieder verlieren. „Manchen verschuldeten Personen ist nicht klar, dass das Bezahlen der Miete und der Nebenkosten oberste Priorität hat“, sagt der Sozialarbeiter. Wer zwei Monate im Rückstand sei, könne bereits eine fristlose Kündigung erhalten.




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