Wenn der Name Programm ist
Eine Tour durch das wohl bekannteste Gebäude Oberkirchs

Andreas Huber (l.) und Isabell Hartmann nehmen im Zuschauerraum des frechen Hus Platz. Normalerweise ist Andreas Huber rechts oben in der Veranstaltungstechnik zu finden. Isabell Hartmann arbeitet für die Stadt im Bereich Kultur. | Foto: Sebastian Thomas
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Oberkirch (set). Ein altes Fachwerkhaus aus dem 17. Jahrhundert im Herzen Oberkirchs hat einen besonderen Namen: "s'freche hus". Ein eigentümlicher Name für ein Haus. Es beherbergt eine Bühne und wird vor allem von Theaterensembles rege genutzt. Wer also zum ersten Mal nach Oberkirch kommt und genau jene Information über dieses Haus hört, könnte den Namen womöglich falsch deuten: frech und Theater, klingt irgendwie nach (politischem) Kabarett. Daher der Name? Weit gefehlt.

Ein Haus mit Geschichte

„Das Haus wurde 1699 von dem Gerber Matis Gebert errichtet“, erklärt Isabell Hartmann vom Fachbereich Bildung und Kultur der Stadt Oberkirch zu Beginn der Tour durch das Haus. „Zehn Jahre zuvor war das Vorgängergebäude im großen Stadtbrand zerstört worden. Im Jahr 1876 erwarb der Apotheker Friedrich Frech das Anwesen.“

Genau nach seiner Familie ist das Haus benannt. Heute ist es eine Kulturstätte. „Ursprünglich waren in dem Haus mal Vereine drin“, sagt Andreas Huber, verantwortlich für die Veranstaltungstechnik und bei der Stadt angestellt. Jetzt führe der Theaterverein Burgbühne hier seine Stücke auf, ergänzt er.

Theaterverein trägt Requisiten selbst zusammen

Der erste Halt der Tour durch das Theater ist der Zuschauerraum: Er ist mit nach unten abfallenden Stuhlreihen ausgestattet. Eine Besonderheit fällt dem Betrachter sofort ins Auge: Die Rückseite der Bühne ist die alte Stadtmauer. „Der Raum bietet Platz für 97 Besucher“, sagt Isabell Hartmann. Neben Theateraufführungen werde das "s'freche hus" auch für Kleinkunst, Konzerte sowie Vorträge und Lesungen benutzt.

Die nächste Station der Tour führt hinter die Bühne. Der erste Blick fällt auf die Unzahl an Schreibmaschinen. Sie werden für das Stück „Die Sekretärinnen“ benötigt. „Das sind Requisiten aus dem Fundus der Burgbühne“, erklärt Andreas Huber. Der Verein trage sie alle selbst zusammen. Eine Wendeltreppe geht nach unten. Sie führt direkt zu zwei Umkleiden. „Die Größe der gesamten Bühnenfläche beträgt ungefähr 60 Quadratmeter“, weiß der Veranstaltungstechniker zu berichten.

Riesiger Fundus unter dem Dach

Von hier aus geht es weiter in den Innenhof: „Hier ist die Freilichtbühne“, sagt Isabell Hartmann und ergänzt: „Der Garten bietet Platz für über 200 Gäste.“ Auf der Freilichtbühne werden wie im "s'frechen hus" unter anderem Theaterstücke aufgeführt sowie Konzerte veranstaltet oder Filme gezeigt.

Zurück im Inneren geht es ins zweite Stockwerk des Gebäudes. Hier ist der Raum für die Licht- und Tontechnik - das Terrain von Andreas Huber. „Ich bin seit 2014 bei der Stadt angestellt“, erzählt er. „Ich hatte davor auch schon viel mit Konzerten und Veranstaltungen zu tun.“ Privat habe er ein kleines Musikstudio und habe sich auch schon mal als Discjockey ausprobiert. Die letzte Station ist der Fundus unter dem Dach des "s'frechen hus": Hier lagern Kostüme, Kulissen und Schuhe aller Art.

Sie zeugen von einem ereignisreichen Veranstaltungsjahr und das nächste steht bereits in den Startlöchern: Für Isabell Hartmann beginnen die Planungen für 2019. „Dann muss unter anderem der Kulturkalender erstellt, Konzerte eingekauft oder bei Autoren angefragt werden“, erklärt sie. Eine gewaltige Organisationsarbeit. Auf die Frage, wie ihr der Job gefällt antwortet sie: „Ich finde ihn abwechslungsreich. Er macht Spaß.“

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