Koehler-Gruppe
Einstieg in das Geschäft mit nachhaltigen Füllstoffen

Anwendungsbeispiel für den Einsatz der Füllstoffe von Xillix.
  • Anwendungsbeispiel für den Einsatz der Füllstoffe von Xillix.
  • Foto: Xillix GmbH
  • hochgeladen von Matthias Kerber

Oberkirch/Kehl (st). Die Koehler-Gruppe treibt ihre Geschäftsentwicklung im Bereich der erneuerbaren funktionalen Füllstoffe voran und bereitet eine Investitionsentscheidung für eine industrielle Produktion am Standort Kehl vor. In der geplanten Anlage sollen jährlich etwa 15.000 Tonnen des neuen Produkts aus Lignin hergestellt werden. Lignin ist neben Zellulose das zweithäufigste Biopolymer weltweit und wird heute vorwiegend thermisch genutzt. Das neue Produkt Reforce soll vor allem in Gummierzeugnissen in der Automobilindustrie zum Einsatz kommen und damit einen Beitrag zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele in dieser beitragen. Carbon Black wird aktuell noch als fossiler Füllstoff eingesetzt.

Eigene Vermarktungsgesellschaft gegründet

Holz besteht zu ungefähr 30 Prozent aus Lignin, welches vorwiegend in der Zellstoffproduktion anfällt. Die vom Partnerunternehmen SunCoal Industries aus Brandenburg entwickelte Technologie erlaubt es aus Lignin einen erneuerbaren funktionalen Füllstoff herzustellen, der die gleiche Funktionalität in Gummi-Compounds erreicht, die heute durch Carbon Black fossilen Ursprungs erreicht wird. Für die Vermarktung von Reforce hat Koehler nun mit Xillix eine eigene Vermarktungsgesellschaft gegründet.

Markteintritt für 2024 erwartet

Am Standort Kehl verfügt die Koehler-Gruppe über ein Werk für die Papierproduktion. Auf vier hochmodernen  Papiermaschinen werden Thermopapiere, Dekorpapiere und flexible Verpackungspapiere produziert. Über 500 Mitarbeiter sind an dem 1988 in Betrieb genommenen Standort beschäftigt. Kai M. Furler, Vorstandsvorsitzender der Koehler-Gruppe, freut sich über die geplante Erweiterung der Geschäftsfelder der Gruppe: „Die bestehende hochmoderne Infrastruktur wird
Koehler nutzen um für Xillix eine neue Produktionsanlage aufzubauen. Geplant ist eine Produktionsanlage in industriellem Maßstab, in der pro Jahr etwa 15.000 Tonnen veredeltes Lignin produziert werden sollen.“

Im Mai 2021 hat die Grundlagenentwicklung der Anlage begonnen, als wesentlicher Baustein der technischen und wirtschaftlichen Machbarkeit. Die eigentliche Investitionsentscheidung ist für Ende 2021 oder Anfang 2022 geplant. Der Markteintritt mit ersten Liefermengen wird für 2024 erwartet.

Autor:

Matthias Kerber aus Offenburg

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