Planungen für Autobahnzubringer Süd
AKASÜD will Varianten optimieren

Auf diesem Plan hat der AKASÜD eine mögliche Optimierung der V3a-Variante für den Südzubringer in Offenburg eingezeichnet.  | Foto: AKASÜD/Karl Bäuerle
  • Auf diesem Plan hat der AKASÜD eine mögliche Optimierung der V3a-Variante für den Südzubringer in Offenburg eingezeichnet.
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Offenburg (st) Der Arbeitskreis Autobahnzubringer Süd (AKASÜD) in Offenburg nimmt in einer Pressemitteilung Stellung zu den Forderungen auch den Ausbau der bestehenden Trasse - die sogenannte V0-Variante - weiterhin zu untersuchen. "Im Juli hatte Regierungspräsidentin Frau Bärbel Schäfer den Marienhof besucht. Im Vordergrund – so der Zeitungsbericht – standen natürlich die Beeinträchtigungen der Einrichtung durch verschiedene Baumaßnahmen, vor allem durch den Südzubringer sowie den Bahnausbau.
Die Sorgen um die Zukunft des Gehöfts kann man nachvollziehen. Je nach direkter Betroffenheit werden Sachverhalte verständlicherweise unterschiedlich bewertet", heißt in dem Schreiben. Zu einigen dort geäußerten Aussagen habe der AKASÜD allerdings einen andern Informationsstand. Dieser solle der Öffentlichkeit ebenfalls dargestellt werden. Der Leiter des Kinder- und Jugendbauernhofes habe beklagt, dass ein Autobahnanschluss in der Variante 3 nur wenige Meter am Gutshof vorbeiführe, wodurch man sich in der Existenz bedroht fühle.

Betroffenheit unbestritten

Niemand bestreite die Betroffenheit, jedoch bedürfe die Abstandsangabe einer genaueren Betrachtung. Die vom Regierungspräsidium als V3a benannte Variante führe mit rund 400 Metern ebenso nahe am Marienhof vorbei, wie die Variante V4 am Stadtteil Hildboltsweier vorbeiführe. In Hildboltsweier sei eine ganze Siedlung dauerbetroffen, im Marienhof seien es drei Familien. Die wechselnden Freizeitteilnehmer und Tagungsgäste würden die Beeinträchtigung wohl hinnehmen, vermutet der AKASÜD. Diese Beeinträchtigungen müssten bei den andern Varianten auch über zehn Vereine und Einrichtungen im Umfeld des Königswaldes in Kauf nehmen. Der Geländeverbrauchsei bei beiden Varianten ähnlich. Ob beim Bau einer V3a mehr wertvolle Agrarfläche vernichtet würde, sei angesichts der dort vorhandenen PV-Anlagen aber fraglich.

Die V4, ebenso wie die V4b oder die V7 würden zum Leidwesen von Menschen, Flora und Fauna den Königswald zerschneiden und zudem die Funktion des Naherholungs- und Freizeitgebiet Königswald zerstören. Nach Einschätzung des AKASÜD könne die V3a noch weiter optimiert werden. So setze sich der AKSÜD ebenso wie der Marienhof für dessen ausreichenden Schallschutz und für den Erhalt der vorhandenen Wege in das erhaltenswerte Königswaldgebiet ein.

Bürgerbeteiligung ausbaufähig

"Wir alle halten den Bürgerbeteiligungsprozess in Sachen AB-Zubringer für ausbaufähig, Herr Isenvon der BI pro V0 spricht gar 'von Bürgerbeteiligung keine Rede', stellt der AKSÜD in der Pressemitteilung fest. Sein Kommentar dazu: "Zur Zeit der Erstellung des Bundesverkehrswegeplans 2030 waren sehr wohl Eingaben möglich." Aus diesem Grunde habe sich 2014 der AKSÜD gegründet und auch bei der Stadt OG, RP Freiburg und Bundesverkehrsministerium seine Einwände eingebracht. Das habe am Bundesverkehrswegeplan leider nichts geändert, aber die Position des AKASÜD sei überall registriert worden. Damals sei jedenfalls auch für Hohberg der günstigere Zeitpunkt gewesen, Bedenken vorzutragen. Somit entspreche die Behauptung, dass man unvorbereitet vor vollendete Tatsachen gestellt wurde, nicht ganz den Tatsachen.

Natürlich bedeute auch der Bahnausbau unbestreitbar eine Beeinträchtigung, wie übrigens für die gesamten Region. Doch diese Belastungen seien vom CVJM wissentlich hingenommen worden. Bei der Übernahme des Hofguts habe zudem noch der vierspurige Ausbau der Rheintalbahn zur Debatte gestanden - dies mit einer Dauerbeeinträchtigung allerdings nur 80 Meter vom Marienhof entfernt. Aber nach geltendem Recht stehe dem Marienhof gegenüber der künftigen Baustelleneinrichtungsfläche natürlich ein entsprechender - auch temporärer - Schallschutz zu. Das sei Standard bei der Bahn und müsse nicht erst, wie im Bericht erwähnt, eingefordert werden.

Der AKASÜD stelle sich nicht gegen Bemühungen, die Variantenliste noch mit der Bestandstrasse zu ergänzen. Aber laut Aussagen der Regierungspräsidentin auch im Marienhof könne eine 0-Variante nicht richtlinienkonform ausgeführt werden. Darum halte sich der AKASÜD an die gesetzten vier Varianten und versuche, eine möglichst verträgliche Lösung zu finden.

"Nach Auswertung der Umweltverträglichkeitsstudie werden wir in einem Jahr mehr darüber wissen welche Trasse das RP priorisieren wird", so die Pressemitteilung abschließend.

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