Besuch der Bundesjustizministerin im Salmen
Demokratie hautnah erleben

Oberbürgermeister Marco Steffens (v. l.), Bundesjustizministerin Stefanie Hubig und SPD-Bundestagsabgeordneter Dr. Johannes Fechner beim Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Offenburg | Foto: gro
6Bilder
  • Oberbürgermeister Marco Steffens (v. l.), Bundesjustizministerin Stefanie Hubig und SPD-Bundestagsabgeordneter Dr. Johannes Fechner beim Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Offenburg
  • Foto: gro
  • hochgeladen von Christina Großheim

Offenburg (gro) Bundesjustizministerin Stefanie Hubig besuchte am Mittwoch, 15. Juli, Kehl, Offenburg und Lahr. Initiiert hatte die Reise der SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Johannes Fechner aus dem Wahlkreis Lahr-Ettenheim.
In Offenburg machte Hubig Station in der Gedenkstätte Salmen - Haus der Demokratie. Begrüßt wurde sie von Oberbürgermeister Marco Steffens. "Der Salmen ist eine Gedenkstätte von nationaler Bedeutung", führte OB Steffens kurz in die Historie des Hauses ein. Er erinnerte daran, dass der Umbau vor einigen Jahren auch dank der Förderung des Bundes möglich gewesen sei. "Wir nennen uns gerne Freiheitsstadt", so Steffens. Dies gehe auf die Versammlung der entschiedenen Freunde der Verfassung zurück, die vor 179 Jahren im Salmen stattgefunden habe. 900 Menschen aus ganz Baden seien damals nach Offenburg gekommen, um die 13 Forderungen des Volkes zu verabschieden. Darin seien Forderungen nach essentiellen Freiheitsrechten formuliert worden. "Viele sind heute als Grundrechte selbstverständlich", betonte Steffens. Bei den 13 Forderungen handele es sich um den ersten Grundrechtekatalog, der in deutscher Sprache verfasst worden sei. 

Zwei Seiten

"Doch das Haus hat auch eine dunkle Seite", fuhr Steffens fort. Er nahm damit Bezug auf die Ereignisse in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, als die Synagoge der jüdischen Gemeinde durch die Nationalsozialisten geschändet, verwüstet und geplündert wurde. Heute tage der Offenburger Gemeinderat mit seinen Gremien regelmäßig im Salmen. "Es wird nach wie vor diskutiert, gestritten und zusammengefunden", so Steffens.
Anschließend führten Carmen Lötsch, Fachbereichsleiterin Kultur, und Katarina Ankerhold, Leiterin des Offenburger Salmen, die Ministerin durch die Ausstellung. Stefanie Hubig sah sich einen Auszug des Films über die Geschichte des Gebäudes im Salmensaal an. Berührt zeigte sie sich von der Ausstellung zum jüdischen Leben in Offenburg. Besonders faszinierte sie eines der letzten erhaltenen Exemplare des Flugblattes mit den Forderungen, das 1847 verfasst worden war. Sie lobte die Art, wie Demokratiewissen im Salmen vermittelt werde.
"Eigentlich sollte jeder im Bundestag nach Offenburg kommen", sagte Johannes Fechner nach dem Rundgang. "Das ist ein toller Ort, der in Zeiten wie diesen wichtiger denn je ist."

Unabhängige Justiz

"Der Salmen zeigt, dass Demokratiegeschichte nicht nur in großen Städten wie Paris geschehen ist, sondern auch in kleineren Orten und Städten", erklärte Stefanie Hubig. Die 13 Forderungen seien die, die auch heute noch die Menschen bewegen würden. "Es ist wichtig, Kindern und Jugendlichen deutlich zu machen, was es bedeutet, in einer Demokratie aufzuwachsen - und dass dies nicht selbstverständlich ist und sich schnell ändern kann." Mit Blick auf autokratische Strömungen in Europa, der Welt, aber auch in Deutschland, stellte sie entschlossen fest: "Währet den Anfängen." 
Als Bundesjustizministerin betonte sie die Notwendigkeit einer unabhängigen Justiz für die Demokratie. "Die unabhängige Justiz wird als erstes angegriffen, verächtlich gemacht und umgebaut", mahnte Hubig. Sie beendete ihre kurze Ansprache mit der Aufforderung: "Lassen Sie uns alle entschiedene Freunde und Freundinnen der Verfassung sein."
Im Anschluss trug sich die Bundesjustizministerin ins Goldene Buch der Stadt ein, bevor es nach Lahr ins Haus des Jugendrechts ging.

Oberbürgermeister Marco Steffens (v. l.), Bundesjustizministerin Stefanie Hubig und SPD-Bundestagsabgeordneter Dr. Johannes Fechner beim Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Offenburg | Foto: gro
Stefanie Hubig war beeindruckt von der Bürgermeisterkette. | Foto: gro
Beim Rundgang durch den Salmen: Stefanie Hubig betrachtet eines der letzten Flugblätter mit den Forderungen, die 1847 nach der Versammlung im Salmen ausgeteilt wurden.  | Foto: gro
Stefanie Hubig in der Ausstellung über das jüdische Leben | Foto: gro
Oberbürgermeister Marco Steffens und Bundesjustizministerin Stefanie Hubig betrachten das Hochzeitsbild der Familie Cohn. Es handelt sich um die Eltern der Offenburger Ehrenbürgerin Eva Mendelsson. | Foto: Gro
Es wurde auch ein Auszug des Filmes, der im Salmensaal zu sehen ist, gezeigt. | Foto: gro

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.